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Menschen aus der Heimat: Mundartautorin Hildegard Scherrer

Mundartautorin  Hildegard Scherrer schreibt "wia ihr dr Schnabl gwachsa isch
Mundartautorin Hildegard Scherrer schreibt "wia ihr dr Schnabl gwachsa isch ©Helmut Köck

Feldkirch. (koe) Erst kürzlich konnte die 87 jährige Gisingerin Hildegard Scherrer ihren dritten Gedichtband präsentieren.

“Sie musste schon etwas dazu gedrängt werden, dass sie noch einen Band veröffentlicht, aber zahlreiche Geschichten lagen schon in der Schublade”, erzählt sie. Schon als Kind erkannte sie das Talent, kleine Begebenheiten in Versform zu verfassen und bei Feiern vorzutragen. Ihr Mann Rudolf ermunterte sie dann, in einem Büchlein bleibende Erinnerungen festzuhalten. Aber es dauerte bis zum Jahre 1989, bis das erste Werk „A kline Fröd“ erschienen sei.

Gisiger Dialekt
Sehr am Herzen ist es ihr, gerade die  Gisinger Mundart mit all ihren Facetten umzusetzen. “Große Bedeutung beim Dialekt haben die Eltern, nicht umsonst heiße es ja Muttersprache. Und beim Dichten habe ich mich immer wieder gefragt, wie ihr Vater, ein alteingesessener Gisinger, diese Verse wohl aussprechen würde”, erzählt sie. “Dr Dialekt ischt mine Sproch, so lang i denka mag, so, wia dr Schnabl gwachsa ischt, so red i Tag für Tag”. So beginnt ein Gedicht in ihrem zweiten Band „A Ströafle Sunnaschie“, welcher  1994 erschien. “Dialekt hat mit Nähe zu tun, mit Heimat”, meint sie und ist stolz, damit ein Stückchen Identifikation ihrer Heimatgemeinde der Nachwelt zu erhalten.  “Denn immer mehr gehe die klassische Mundart durch Vermischung der Nationalitäten im Dorf verloren”.

Eigene Erlebnisse
Einfühlsam, herzlich und bisweilen auch etwas bissiger legt sie ihre humorige Dichtung an. Oft stehen bei einer Geschichte gute Beobachtung, persönliche Erlebnisse oder eine Begegnung dahinter. “So habe ich immer einen Zettel in Griffnähe, wo ich einen Gedankenblitz notieren kann, sonst wäre das einfach weg, auch nachts. Besonders nach einem solchen Erfolgserlebnis könne sie umso besser wieder einschlafen”, erzählt sie weiter. In ihrem neuesten Werk „Mugl und Duala“ zieht die Autorin Bilanz, “Mundart ischt Hoamat”, heißt es schlicht im Vorwort. „Mugl“ steht für freudige, festliche und lustige Ereignisse und Höhepunkte und „Duala“, das Synonym für unerfreuliche, traurige und ärgerliche Erlebnisse. Sie hat ihre Texte noch selbst in den Computer getippt,  denn ein Gedicht in Mundart zu verfassen ist die höchste Klasse mit der Sprache umzugehen, da es keine geregelte Rechtschreibung gibt und auf unterschiedlichste Betonungen und Bedeutungen einzugehen ist. Hildegard Scherrer beherrscht diese Techniken hervorragend, weiß feine Unterschiede in der Bedeutung herauszuarbeiten und trifft den Kern der Sache. Sie überzeugt durch Wortwitz und Seitenhiebe, garniert mit Lebensweisheiten und gibt noch den Tipp mit, ihre Gedichte einfach mal laut zu lesen. “Dann komme man eher gleich mit,  denn der klassische Gisiger Dialekt lebe von den vielen ohs”, meint sie scherzhaft.

Zur Person
Geburtstag: 16. Juli 1925
Familienstand: seit 63 Jahren mit Rudolf verheiratet
Kinder: Judith und Niki
Lieblingsessen: Käsknöpfle
Lebensmotto: ” Leaba und Leaba lo”
Ihrer Bücher sind im Buchhandel und in der Sparkasse Gisingen erhältlich.

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