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Meisterliche „Prachtfinken“

Hittisau -  Es zwitschert, gurrt und flattert. Mehr als sonst. Denn die 70 „Prachtfinken“ sind fremden Besuch nicht gewohnt. In dem mit allen Rafinessen ausgestatteten Vogelhaus, wo ein absoluter Meister seines Fachs das Sagen hat – Thomas Schwab, 41, und im Hauptberuf Zahntechniker.
Meisterliche Prachtfinken

Erst unlängst wurde er zum deutschen Meister für Exoten-Vogelzüchtung gekürt, fünffacher österreichischer Champion ist er bereits.

Beobachten

Gouldamadine und Granatastilde nennen sich die trophäendekorierten Geschöpfe, denen Schwab jede freie Minute widmet. Sie gehören zur Großgattung der Prachtfinken. Sie tragen ein buntes Federkleid. Grün, violett, gelb, blau. Und wenn Thomas Schwab bei ihnen ist, „dann schalte ich ab, genieße die Geräusche, die Farbenpracht, tauche ein in eine andere Welt“. Oft verweilt er dann nur stumm vor den liebevoll ausgestatteten Käfigen, beobachtet seine Schützlinge. „Welches Männchen mit welchem Weibchen kann oder nicht, wo sie ihr Lieblingsnest haben, wie sie sich verhalten.“ Alles Beobachtungen, die für den Zuchterfolg ausschlag-­ gebend sind. Während der Zucht stellt Schwab den Vögeln Brutkästen bereit, gewährleistet die ideale Temperatur und verfeinert die Nahrung „um sie triebig zu machen“. Er beginnt damit im Jänner, denn spätestens im April sollte sich die Vogelschar entsprechend vermehrt haben. Was dann kommt sind Vorbereitungen für die Ausstellungen. „Ich zupfe den Vögeln wegstehende Federn weg, schneide ihnen die Zehennägel, poliere ihre Schnäbel.“ Die strengen Juroren schauen schließlich auf jedes Detail. Thomas Schwabs „Prachtfinken“ verdienen sich jedoch ihren Namen immer wieder. Und weil sich der Zuchterfolg in diesem Ausmaß regelmäßig einstellt, verkauft Schwab seine Vögel auch gut. „Ich kann damit immerhin die laufenden Kosten decken“, freut sich der Züchter.

Schwarze Stunde

Kräftig in sein Hobby investieren musste er freilich vorher. 30.000 Euro kostete sein Vogelhaus, das er als alleinstehendes Holzgebäude oberhalb des Wohnhauses baute. Mit perfekter Lichtinfrastruktur, Heizung und natürlich umfassend ausgestalteter Käfige. Im Sommer steht den kleinen Fliegern auch ein Freiluftgehege zur Verfügung. Durch eine Öffnung können sie von dort jederzeit ins Vogelhaus gelangen, wo sie stets gefüttert werden. Einmal nur vergaß Schwab diesen Zugang offen zu halten. Seine schwärzeste Stunde als Vogelzüchter. „Ich war zwei Tage weg. Dadurch kamen die Tiere nicht mehr zu ihrem Futter. Viele von ihnen verhungerten und verdursteten. Ich war am Boden zerstört, wollte alles aufgeben.“ Er tats gottlob nicht.

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