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"Meisterkonzert" der Tschechischen Philharmonie

Die Saison 2004/05 der "Bregenzer Meisterkonzerte" brachte fulminante Auftritte heimischer und internationaler Orchester und erlebte am gestrigen Freitagabend einen weiteren Höhepunkt.

Die Tschechische Philharmonie unter Chefdirigent Zdenek Macal gastierte im Festspielhaus mit Werken von Mozart, Beethoven und dem in unseren Breiten wenig bekannten tschechischen Komponisten Josef Suk. Zuvor traten u.a. die Akademie für Alte Musik Berlin, die Wiener Symphoniker und das Orchestre National de France im Festspielhaus auf.

Zum Auftakt interpretierten der energisch zupackende, bei Bedarf aber auch äußerst sensibel dirigierende Macal und seine gut disponierten Philharmoniker die dreisätzige „Prager Symphonie“ (KV 504) von Wolfgang Amadeus Mozart. In Anlehnung an die feinsinnige Mörike-Novelle von „Mozart auf der Reise nach Prag“ zur Prager Uraufführung des „Don Giovanni“ (1787) bot die Tschechischen Philharmonie nach Auftritten in Italien und Frankreich auf der letzten Tourneestation vor der Heimreise nach Prag in Bregenz Mozart vom Feinsten.

In der jugendlich-romantischen, formal schon sehr ausgewogenen „Streicherserenade op. 6“ von Josef Suk (1874-1935) stellten die Streicher aus Prag sowohl ihre Intonationssicherheit als auch ihr herzhaft-böhmisches Musikantentum mit pulsierender Rhythmik, melodischem Reichtum und lyrischem Überschwang unter Beweis. Suk machte Karriere als Geiger und Komponist. Der damals erst 18-jährige wurde von seinem Lehrer und späteren Schwiegervater Antonin Dvorak ebenso gefördert wie von Johannes Brahms – beide befürworteten die Drucklegung der 1892 komponierten Serenade beim wichtigen Verlagshaus Simrock.

Krönender Höhepunkt des Meisterkonzerts war die Wiedergabe der „Schicksals-Symphonie“ (Nr. 5) von Ludwig van Beethoven. Die sicheren Hörner und anderen Blech- und Holzbläser spielten sich das Hauptmotiv förmlich zu, im vierten Satz griff Macal gewissermaßen in die Vollen und sorgte für ein strahlendes Presto-Finale. Für den überaus herzlichen Beifall bedankten sich die Streicher mit einer zuletzt pianissimo gehauchten Strauߒschen Pizzicato-Zugabe.

Die „Bregenzer Meisterkonzerte“ gehen am 18. Mai zu Ende: Das Trio Vadim Repin (Violine), Mischa Maisky (Cello) und Nikolai Lugansky (Klavier) gastiert mit Klaviertrios von Tschaikowski und Schostakowitsch im Festspielhaus.

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