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Meister Grimbart macht Ärger

Wer bei Vollmond auf Flurwegen an Waldrändern unterwegs ist, kann Glück haben und einen an sich scheuen Höhlenbewohner antreffen: Freche Dachse sind immer häufiger auf Beutezug in Hausgärten. Der Dachs [90KB]

treibt der Hunger die nachtaktiven Dachse aus dem Bau, leuchtet zuerst ihr schwarz-weiß gestreifter Kopf im Lichtschein auf.

Schadensfälle

Doch außer Förstern und Jägern kennt kaum jemand die heimischen Raubtiere aus der Familie der Marder, deren Zahl seit den 1980-er Jahren offenbar in Vorarlberg aber wieder stark gewachsen ist. Das bestätigt auch der Wildbiologe des Landes, Hubert Schatz: „Der Dachs fühlt sich bei uns wieder sehr heimisch und breitet sich weiter aus.“ Ein Anzeichen dafür ist auch, dass Landwirte häufiger über Schäden an Maisäckern und in Getreidefelder klagen, die von ganzen Dachsfamilien heimgesucht werden.

Allesfresser

Auf der Suche nach Nahrung dringt „Meister Grimbart“, ein grunsätzlich nützlicher Allesfresser, inzwischen aber auch – ähnlich wie der Fuchs – immer mehr in Siedlungsgebiete vor. So bleiben denn auch manche Hausgärten nicht verschont, wenn Dachse auf Delikatessen wie Würmer und Engerlinge aus sind.

„Erdwühler“

Die Vorderbeine mit den langen, starken Krallen sind hervorragende Werkzeuge zum Graben. Und die lange Schnauze eignet sich prima zum Schnüffeln und in der Erde Wühlen. „Man kann sich vorstellen, wie das aussieht, wenn ein kräftiger Dachs so eine Rasenfläche umgepflügt hat“, sagt Hubert Schatz.

Auf dem Speiseplan der nachtaktiven Räuber stehen zudem Mäuse, Eier und Jungvögel von Bodenbrütern, Schnecken, Käfer , aber auch Obst und Beeren. Der Wildbiologe: „Angelockt werden die Tiere dabei zunehmend von den Komposthaufen, die es mittlerweile überall in den Gärten gibt. Oder aber auch von achtlos liegen gelassenem Fallobst.“

Dass der Dachs aber auch ein richtiger Frechdachs sein kann, das zeigt sich in Bartholomäberg. Dort wurden die Bewohner des Ortsteils Außerböden im Gemeindeblatt schon dazu aufgerufen, besser keine Schuhe draußen stehen zu lassen, weil solche Gegenstände offenbar schon von Dachsen und Füchsen verschleppt wurden.

Dazu weiß der örtliche Jagdaufseher Alfred Werle von einigen Fällen, wo Dachse ihren Bau mit Vorliebe „an alten Ställen anlegen und Trockensteinmauern regelrecht untergraben.“

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