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Meinl-Reisinger im ORF-Sommergespräch: Schwarz-Pink ist denkbar

Mit Kritik an der türkis-blauen Regierung sparte Meinl-Reisinger nicht.
Mit Kritik an der türkis-blauen Regierung sparte Meinl-Reisinger nicht. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Am Montagabend ließ NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger im ORF-Sommergespräch anklingen, dass sie einer Koalition mit der ÖVP nicht abgeneigt wäre. Man müsse schauen, was sich nach dem 29. September ausgehe.
Interview von Meinl-Reisinger
Jetzt-Chefin im ORF-Sommergespräch

NEOS-Parteichefin Beate Meinl-Reisinger lässt offen, ob die NEOS nach der Nationalratswahl bereit wären, eine Koalition mit der ÖVP einzugehen. "Das entscheiden die Österreicherinnen und Österreicher, was sich ausgeht nach der Wahl", sagte sie im ORF-"Sommergespräch" am Montagabend. Auch die Frage, ob sie grundsätzlich gerne in die Regierung wolle, beantwortete sie ausweichend.

Meinl-Reisinger offenbar nicht gegen Schwarz-Pink abgeneigt

"Die Frage ist nicht, was ich will, die Frage ist, was geht sich nach dem 29. September aus", sagte die NEOS-Chefin und Spitzenkandidatin für die Nationalratswahl. "Wir wären bereit, Verantwortung zu übernehmen, in dem Sinn, dass man in Gespräche geht", sagte sie.

Mit Kritik an der früheren türkis-blauen Regierung sparte sie nicht. ÖVP-Chef Sebastian Kurz habe zugelassen, dass Herbert Kickl (FPÖ) "an die Schalthebel der Macht kommt" - die FPÖ bezeichnete sie als "Neigungsgruppe Rechtsextremismus und Korruption". Dass sie dem Misstrauensantrag gegen das Kabinett Kurz nicht zugestimmt habe, weil sie es sich nicht mit der ÖVP verscherzen habe wollen, sei "komplett blödsinnig".

Auch die 300.000 Euro-Spende von Bauunternehmer Hans Peter Haselsteiner verteidigte Meinl-Reisinger. Die NEOS seien die einzige Partei, die "jeden Cent offenlegen". Wer spendet, bekommt "einen Dankesbrief von mir", sonst nichts, versicherte sie. Gerade neue Parteien seien auf Spenden angewiesen.

NEOS setzen auf mehrere Themen im Wahlkampf

Auf die Frage, warum man als Wähler den NEOS und nicht den Grünen seine Stimme geben soll, antwortete sie: "Weil wir zwischen Umwelt und Wirtschaft ein 'und' setzen, und dann setzen wir noch Bildung dazu." Die NEOS würden im Gegensatz zu den Grünen nicht nur auf ein Thema setzen. Kritik übte sie im Bereich des Umweltschutzes an der früheren türkis-blauen Bundesregierung, die "keine Maßnahmen gesetzt" habe. "Das wird uns viel Geld kosten."

Meinl-Reisinger bekräftigte in diesem Zusammenhang die Forderung nach einer aufkommensneutralen CO2-Steuer. "Die Umweltverschmutzung muss einen Preis bekommen." Gleichzeitig müssten Lohn- und Einkommenssteuer sowie die Mehrwertsteuer gesenkt werden. "Das geht sich aus", versicherte sie. Die NEOS hätten ein entsprechendes Konzept vorgelegt.

GIS-Gebühr für NEOS-Chefin "überholt"

In einer schnellen Fragerunde wurde auch das Thema Bildung angeschnitten: Ob ein Kreuz in Klassenzimmern hängt, solle der Schulgemeinschaft überlassen werden. Noten brauche es ihrer Ansicht nach in der Volksschule nicht dringend. In Sachen ORF-Finanzierung sprach sie sich gegen eine direkte Finanzierung aus dem öffentlichen Haushalt aus. Aber auch die GIS in der derzeitigen Form sei "überholt", fand Meinl-Reisinger.

Auch um Persönliches ging es in dem Gespräch, das gegen Ende wegen des einsetzenden Regens aus dem Garten ins Gebäudeinnere verlegt werden musste: So erfuhren die Zuseher unter anderem, dass die NEOS-Chefin während der Schulzeit Schauspielerin werden wollte und dass sie schon einmal gekifft habe, was aber schon sehr lange her sei, wie sie betonte.

Im Schnitt 632.000 sahen Meinl-Reisinger

Durchschnittlich 632.000 Zuschauer haben am Montagabend bei der zweiten Ausgabe der ORF-"Sommergespräche" eingeschaltet. Das Interview mit NEOS-Parteichefin Beate Meinl-Reisinger erzielte laut ORF-Aussendung 23 Prozent Marktanteil. In Spitzen waren 726.000 Zuseher dabei.

Das Interview erreichte damit einen höheren Marktanteil als der Auftritt der NEOS-Frontfrau bei den "Sommergesprächen" im Vorjahr. Damals hatte Meinl-Reisinger im Schnitt 454.000 Zuschauer und 17 Prozent Marktanteil. Auch das "Sommergespräch" mit Liste JETZT-Chefin Maria Stern von vergangener Woche, das 22 Prozent Marktanteil und im Schnitt 609.000 Zuseher erreichte, wurde übertroffen.

Als nächstes ist der designierte FPÖ-Parteichef Norbert Hofer dran (Montag, 19. August). Sämtliche ORF-"Sommergespräche" sind bis 9. September in der TVthek verfügbar.

(APA/Red)

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