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"Mein Mann ist wie vom Erdboden verschluckt"

Seit Anfang September wird der 70-jährige Johann Almberger aus Höchst vermisst. Seine Familie ist verzweifelt: Es gibt bislang keine Hinweise. "Zwischen zehn und halb elf hat mein Mann gesagt, er gehe eine Runde Radfahren", erinnert sich Roswitha.

Die Höchsterin bringt ihrem Gatten noch den Reisepass, weil er nur die leere Passhülle in Händen hält. Dann verabschiedet sie sich: “Tuascht höfile!”

Kein Lebenszeichen
Seit diesem Vormittag, den 3. September, gibt es von Johann Almberger kein Lebenszeichen. Bei der Gendarmerie geht der Hinweis ein, der Vermisste habe sich am Rohrspitz nach Radwegen in die Schweiz oder nach Deutschland erkundigt. Seine Frau mag das nicht glauben: “Er ist in der Gegend viel geradelt, kannte sich aus.” Der 70-jährige Alzheimer-Patient wurde tagelang gesucht: Zahllose Freiwillige durchkämmten das Gelände, Hubschrauberflüge, Medienveröffentlichungen – auch Almbergers Familie sucht ihn bis heute.

Pendler und Hellseher
“Wir haben sein Foto an Bäumen, Straßenlaternen und Kirchen aufgehängt – keine Reaktion.” Sogar Pendler und Hellseher befrägt die Familie in ihrer Verzweiflung: “Einer hat uns 500 Franken im Voraus abgenommen, die anderen wollten wirklich helfen.” Doch alle kommen zu völlig konträren Ergebnissen. Mittlerweile müsse Johann einen Vollbart tragen, sei sicherlich zerzaust und ungepflegt, befürchtet die Höchsterin. Roswitha Almberger hofft auf Hinweise, hat Angst, dass er hilflos herumirrt. Sie weiß, dass die Hoffnung schwindet, ihren Mann lebend zu finden. Dennoch: “Das gibt es doch nicht, dass ein Mensch einfach spurlos verschwindet – wenigstens sein rotes Rennrad müsste ja auftauchen.”

Johann Almberger
70 Jahre alt, etwa 1,70 m groß, sehr schlank, graumelierte Haare, höchstwahrscheinlich grau-mellierter Vollbart, Brillenträger, roter Fahrradhelm War mit einem gut erhaltenen, roten Rennrad unterwegs. Kleidung: beiger Blouson, beiges Polo-Shirt, lange blaue Jeanshose, braune Lederschuhe Hinweise oder Beobachtungen zu Johann Almberger sind an den Gendarmerieposten Höchst, Telefon 059/133-8127, erbeten.

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