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Mehrheit gegen Gesamtschule

Schwarzach - Berndt-Umfrage zum Thema Bildung: Die Vorarlberger schätzen Pädagogen nicht sehr.
Grafik I: Einführung Gemeinsamer Schule
Grafik II: Wertschätzung von Pädagogen
Grafik III: Ganztags-Betreuung

Eine Gemeinsame Schule ist nicht das, was sich die Mehrheit der Vorarlberger wünscht. Allerdings: Diese Mehrheit ist eine knappe. Laut Umfrage des Meinungsforschers Edwin Berndt sprechen sich 43 Prozent gegen die Einführung dieses Schultyps aus, 40 Prozent sind dafür. 17 Prozent der Befragten haben zu dieser Frage keine Meinung. Das Wissen um Vor- und Nachteile einer Gemeinsamen Schule ist jedoch nicht stark verbreitet, die Aufklärungsarbeit war bislang unzureichend. Übereinstimmung besteht in den Auffassungen zwischen Parteilinie und den jeweiligen Anhängern. Sympathisanten der Sozialisten und Grünen sind in überdurchschnittlicher Zahl für die Gemeinsame Schule, jene von FPÖ/BZÖ und ÖVP eindeutig dagegen. Bemerkenswert: Ältere Menschen (von 45–59 Jahre) stehen einer Gesamtschule mit 47 Prozent Zustimmung sehr aufgeschlossen gegenüber.

Politik schuld an PISA-Misere

An der PISA-Misere geben die Befragten der Vorarlberger Schulpolitik ein gerüttelt Maß an Schuld. 47 Prozent sind der Meinung, dass die Schulpolitik des Landes Mitschuld am schlechten PISA-Ergebnis trägt, nur 13 Prozent halten die Politik für unschuldig. Das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Partei beeinflusst die Haltung dabei maßgeblich. So sind Anhänger von SPÖ und Grünen in überdurchschnittlichem Maße der Meinung, dass die Politik ob des PISA-Debakels säumig gewesen sei. Aber nicht nur die Politik kommt schlecht weg. Keinen guten Ruf genießen in Vorarlberg auch die Lehrer und die Kindergartenpädagogen. Längst vorbei sind die Zeiten, als Lehrer gleichrangig mit Pfarrer und Bürgermeister in einer Kommune einen hohen Stellenwert genossen. Nur ein Zehntel der befragten Vorarlberger sind der Auffassung, dass Lehrpersonen/Kindergartenpädagogen große Wertschätzung durch die Bevölkerung erfahren. 46 Prozent sind von einer geringen Achtung der Pädagogen in diesem Land überzeugt. Bei Angehörigen der Oberschicht und bei älteren Personen kommen die Lehrer noch am besten weg. Personen unter 29 Jahren glauben nur zu fünf Prozent, dass die LehrerInnen geschätzt werden. 69 Prozent der Befragten verlangen Lehrer-Fortbildungsveranstaltungen in den Schulferien, 42 Prozent fordern, dass Lehrer für kostenlosen Nachhilfeunterricht herangezogen werden sollen.

Klares Nein zu “Zwangsbetreuung”

Dass Ganztagsbetreuungen für Kinder immer wichtiger werden, steht außer Frage. Doch verpflichtend dürfen diese nach Ansicht eines Großteils der Vorarlberger nicht sein. Nur 28 Prozent der in Vorarlberg befragten Personen sprachen sich für eine verpflichtende Ganztagsbetreuung aus, 28 Prozent dagegen. Ein Siebtel der Befragten hatten zu diesem Thema keine Meinung. Die Thematik Ganztagsbetreuung ist stark ideologisch gefärbt. Anhänger der Grünen sind zu 36 Prozent dafür, jene der SPÖ sogar zu 44 Prozent. Frauen sind insgesamt wegen ihrer direkten und stärkeren Betroffenheit massiver dafür als Männer. Im Auftrag der VN hat das Berndt-Meinungsforschungsinstitut auch die Haltung zum Sitzenbleiben erforscht. Resultat: 49 Prozent der Befragten plädieren für eine Abschaffung der Klassenwiederholung, 38 Prozent sprachen sich dagegen aus. Für eine Abschaffung sind in hohem Maße wiederum Anhänger von Grünen (72 Prozent) und SPÖ (59 Prozent). Von den FPÖ/BZÖ-Anhängern sind nur 35 Prozent für die Abschaffung des Sitzenbleibens, ÖVP-Sympathisanten wollen das zu 44 Prozent. (VN)

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