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Mehr Stellen, aber keine Ärzte dazu

In Feldkirch fehlen die Ärzte
In Feldkirch fehlen die Ärzte ©Bilderbox
Feldkirch - Freiberufler für die Anästhesie in Feldkirch. Internationale Verstärkung für Urologie.

Die von Personalmangel arg gebeutelte Anästhesie im LKH Feldkirch erhielt 3,5 zusätzliche Dienstposten zugestanden. Das Problem: Es fehlen noch die Ärzte dafür. Bis die gefunden sind, wird ein freiberuflich tätiger Mediziner beschäftigt. Es sei üblich, sich mit Freelancern zu behelfen, erklärt der Direktor der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG), Dr. Gerald Fleisch, diese Lösung. Erfolgreicher verlief die Suche für die urologische Abteilung. Dort haben zwei Fachärzte ihren Dienst angetreten, ein weiterer Facharzt ist in Warteposition. Bei ihm läuft noch das Anerkennungsverfahren.

Strenge Deutschprüfung

Denn die neuen Mitarbeiter von Primar Alfred Hobisch kommen samt und sonders aus dem Ausland, nämlich aus Polen, der Slowakei und Griechenland. Für die Aufnahme fremdsprachiger Mediziner gelten allerdings besondere Kriterien. „Sie müssen sich unter anderem einer strengen Deutschprüfung unterziehen“, räumt Dr. Gerald Fleisch mögliche Bedenken kommunikativer Art gleich vom Tisch. Im Übrigen beschäftige das Unternehmen bereits Mitarbeiter aus 48 Nationen. Insgesamt verfügt die Urologie über elf ärztliche Dienstposten. Es braucht jeden, zumal nach der Schließung der Abteilung im LKH Bludenz die operativen Eingriffe und ambulanten Behandlungen in Feldkirch massiv gestiegen sind.

Hohe Zuwächse

2010 wurden rund 900 Operationen durchgeführt, im letzten Jahr waren es 1200. Auch in der urologischen Ambulanz herrscht Hochbetrieb. 2011 gab es bei den Erstbehandlungen einen Zuwachs um fast 25 Prozent. Die Nachbehandlungsfrequenzen steigerten sich um über 4 Prozent. Beides zusammen ergibt ein Plus von 9,2 Prozent. Dennoch vertritt der KHBG-Direktor die Ansicht, dass zwei Urologie-Abteilungen im Land ausreichend sind. Neben Feldkirch verfügt auch das LKH Bregenz über eine Urologie. In der Anästhesie stehen jetzt 39 ärztliche Dienstposten zur Verfügung. Die Abteilung musste jedoch speziell von 2010 auf 2011 enorme Personaleinbußen verkraften. Nicht weniger als zehn Mitarbeiter, darunter vier erfahrene Oberärzte, haben in diesem Zeitraum das Spital verlassen. Bei den anderen handelt es sich um eine „natürliche Fluktuation“, wie Gerald Fleisch sagt, bedingt durch Mutterschaftsurlaub, Bildungskarenz und Pensionierung.

Weiterhin Sommerregelung

Die personelle Situation als solche bezeichnet er als „angespannt stabil“. Die Sommerregelung, nach der die Anästhesisten nur vier der fünf OP-Tische bedienen, besteht zwar weiterhin und es ist auch kein Ende in Sicht. Dennoch hätten sich die OP-Kapazitäten sogar leicht erhöht. „ Eingriffe müssen nur noch begrenzt in andere Krankenhäuser ausgelagert werden“, versichert Fleisch. Im Herbst dieses Jahres soll der in Bau befindliche fünfte Operationssaal in Betrieb gehen. Bis dahin hofft er, die noch freien Anästhesie-Dienstposten besetzen zu können. „Das ist unser Ziel.“ Für die Rekrutierung kommen gängige, aber auch unorthodoxe Methoden zum Einsatz. So hat die KHBG beispielsweise ein „Kopfgeld“ von 5000 Euro ausgesetzt. Ausbezahlt musste es bislang aber noch nicht werden.

Auch Top-Chirurg weg

Bitter indes auch der Aderlass, den die Chirurgie zu verzeichnen hatte. Mit Dozent DDr. Michael Knauer (36) verließ ein Top-Chirurg und Brustkrebsspezialist das Spital in Feldkirch. Er übernahm im Jänner die Leitung des im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz angesiedelten Brust-Gesundheitszentrums.

Urologie in Zahlen

1948 Erstbehandlungen gab es 2010
2433 waren es im Jahr 2011
6088 Nachbehandlungen wurden 2010 verzeichnet
6341 listet die Statistik für 2011 auf

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