Mehr HIV-Infektionen in Vorarlberg

HIV-Infektionen in Vorarlberg haben zugenommen.
HIV-Infektionen in Vorarlberg haben zugenommen. ©APA/Symbolbild
Im Jahr 2013 hat es in Vorarlberg mehr bestätigte HIV-Neuinfektionen gegeben. Nach sieben Diagnosen im Jahr 2012 wurden im vergangenen Jahr 16 verzeichnet.

Im Jahr 2013 hat es in Österreich etwas weniger bestätigte HIV-Neuinfektionen gegeben. Nach 525 im Jahr 2011 und 523 Neudiagnosen in Jahr 2012 bedeutete das um 40 Fälle weniger. Das teilten jetzt die Spezialisten des Departments für Virologie der MedUni Wien mit. Die Ursachen für den Rückgang sind nicht ganz klar.

 “Im Jahr 2013 wurden in Österreich 481 HIV-Infektionen neu diagnostiziert, das sind um mehr als 40 Fälle weniger als in den beiden Jahren davor. Es lässt sich wie immer nicht feststellen, ob die jährlichen Schwankungen tatsächlich auf eine höhere Infektionsrate in manchen Jahren zurückzuführen sind, oder darauf, dass phasenweise mehr Risikopatienten zur Diagnostik kommen”, schreiben die Wissenschafter in ihrer aktuellen Virusepidemiologischen Information.
Die Bundesländerstatistik bezüglich der neu diagnostizierten HIV-Fälle im vergangenen Jahr:
Wien: 263

NÖ: 27

OÖ: 36

Salzburg: 31

Tirol: 32

Kärnten: 19

Steiermark: 53

Vorarlberg: 16

Burgenland: 4

Die Wiener Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl: “Wenn wir die Verteilung über die Bundesländer betrachten, fällt auf, dass im Vergleich zum Vorjahr wesentlich weniger Neuinfektionen in Wien diagnostiziert wurden (263 Neudiagnosen, versus 331 Neudiagnosen im Jahr 2012), während Anstiege in den westlichen Bundesländern verzeichnet wurden (Tirol 32 versus 20, Vorarlberg 16 versus sieben im Jahr 2012).”

“Immer wieder aufklären”

In Österreich sind bis Ende 2012 insgesamt 1.986 Menschen an Aids gestorben. Es hatte bis dahin 3.792 Erkrankungen gegeben. “Die Tatsache, dass immer noch so viele Neuinfektionen stattfinden, obwohl es in Österreich einen flächendeckenden Zugang zur antiretroviralen Therapie gibt, ist daher wohl in erster Linie auf die Personen zurückzuführen, die nicht wissen, dass sie HIV positiv sind und dadurch die Epidemie in Österreich und in andere Industriestaaten weitertragen. Wenn wir die Epidemie in Österreich dauerhaft auf ein niedrigeres Niveau bringen wollen ist es notwendig, die Menschen immer wieder aufzuklären und dazu zu bringen, sich über ihr Risikoverhalten und ihren HIV-Status klar zu werden.”

International geht man davon aus, dass im Jahr 2012 insgesamt rund 35 Millionen Menschen mit HIV infiziert waren. Die Neuinfektionen hingegen gehen seit Jahren zurück. Während 2001 noch von drei bis vier (teilweise sogar von fünf) Millionen Neuinfektionen ausgegangen wurde, waren es im Jahr 2008 etwa 2,7 Millionen und im Jahr 2012 schließlich 2,3 Millionen Neuinfektionen weltweit. Laut UNAIDS ist in 26 Ländern die Rate der Neuinfektionen seit 2001 um mehr als 50 Prozent zurückgegangen, in 19 Ländern um 25 bis 49 Prozent.

Todesfälle: Weltweiter Rückgang

Auch die Todesfälle durch Aids gehen laut den Zahlen des Programms der Vereinten Nationen zurück: Von 2,3 Millionen weltweit im Jahr 2005 auf 1,6 Millionen in Jahr 2012. Das ist vor allem auf den verbesserten Zugang zu den Therapien auch in den ärmsten Staaten der Welt zurückzuführen.

Die Wiener Experten: Die Therapiekosten haben sich dramatisch reduziert. Während Mitte der 1990er-Jahre die jährlichen Therapiekosten für eine Person bei 10.000 US Dollar lagen, kostet nun laut UNAIDS die Behandlung einer Person in Ländern mit niedrigem Einkommen 140 US-Dollar (103 Euro) pro Jahr.

(APA)

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