Mehr als nur eine Fahrradbox

Manuel Vallaster entwickelte gemeinsam mit seinem Vater Christian Bischof den Bike-Twister, eine vielseitig anwendbare Aufbewahrungsbox für E-Bikes. Der Prototyp wurde soeben fertiggestellt.

Manuel Vallaster verbindet immer schon ein enges und herzliches Verhältnis mit seinem Papa Christian Bischof. Diese enge Beziehung hat sich in den letzten Jahren durch einige Schicksalsschläge noch intensiviert. So musste sich der agile 20-Jährige aufgrund einer lebensbedrohlichen Erkrankung in den letzten drei Jahren mehreren Operationen unterziehen und verbrachte infolgedessen auch einige Monate an der Uniklinik Innsbruck. Aktuell ist wiederum eine Operation geplant. Und als ob das nicht genug wäre – vor zwei Jahren verstarb seine Mutter an einem plötzlichen Herztod. Dennoch strahlt der schlanke junge Mann einen unverwüstlichen Optimismus aus. In allen Lebenslagen hat er stets einen lockeren Spruch auf Lager. Selbstmitleid ist nicht sein Ding.

Innovative Idee

Neben den zahlreichen medizinischen Behandlungen hat der gebürtige Schrunser heuer ganz souverän die Matura an der HTL Bregenz absolviert. Mit viel Ehrgeiz und Durchhaltevermögen hatte er sich darauf vorbereitet. Und praktisch nebenher hat er eine Projektidee entwickelt, die in der Zwischenzeit eine konkrete Umsetzung fand: „Mein Papa und ich unternehmen gerne gemeinsame Radtouren mit unseren E-Bikes. Im letzten Jahr waren wir mit einem Freund unterwegs. Am Ende unserer Runde sind wir auf dem Maisäß meiner Tante eingekehrt und wollten dort noch gemütlich unsere Tour ausklingen lassen. Dafür fand sich dann jedoch keine Zeit, denn unser Freund musste das ausgeliehene E-Bike rechtzeitig vor 18 Uhr in den Verleih zurückbringen. Da haben wir uns gedacht, hierfür muss es doch eine bessere Lösung geben.“ Daraufhin tüftelten Papa und Sohn unermüdlich an ihrer Grundidee herum: „Wir haben uns genau überlegt, in welcher Form E-Bikes am besten und sichersten aufbewahrt werden können.

So entwickelten wir eine Fahrradbox in achteckiger Form, die sehr platzsparend ist. Auf acht Quadratmetern bringen wir nun acht Fahrräder unter.“ Das ambitionierte Projekt bietet Schutz der Fahrräder vor äußeren Witterungseinflüssen und Diebstahl. Die Energiegewinnung erfolgt mittels Photovoltaik-Panels und dahingehend die Möglichkeit, E-Bikes vor Ort aufladen zu können. Außerdem ist die Aufbewahrung von zusätzlicher Ausrüstung in integrierten Behältnissen vorgesehen: „Unsere Fahrradbox kann in individueller Ausstattung in Bezug auf Verkleidung, Bauform und Automatisierung hergestellt werden. Wobei wir höchsten Wert auf Regionalität legen, wir verwenden ausschließlich heimisches Holz.“

Erster Prototyp fertig

Der erste Prototyp wurde soeben in der Schlosserei Ehgartner im Rinderer Areal in Bludenz fertiggestellt. Ein zweiter entsteht nebenher in vollautomatisierter Ausführung. Manuel war bei der Erstellung immer vor Ort, bei Schweißarbeiten hat er auch selber Hand angelegt: „Es war eine sehr intensive, herausfordernde, aber auch schöne Zeit. Die Umsetzung war einfacher, als ich eigentlich gedacht hatte.“

Das familiäre Entwickler-Duo wurde in der Zwischenzeit mit einem langjährigen Freund von Manuel, dem angehenden Diplom-Wirtschaftsingenieur Stephan Segato, erweitert: „Ich habe von Anfang an viel Potenzial in dem ambitionierten Projekt von Manuel und Christian gesehen. Der Bike Twister ermöglicht eine einfache und sichere Verstauung von Fahrrädern, die permanent zugänglich gestaltet werden kann. Ich bin insbesondere auch deshalb von der Idee begeistert, weil sie eine innovative und zukunftsorientierte technische Lösung bietet“, so das dritte Teammitglied.

Das Dreier-Team, das sich kongenial ergänzt und bestens versteht, möchte mit diesem Ressourcen-schonenden Projekt Menschen motivieren, mehr Fahrrad zu fahren. Inzwischen wurde von ihnen auch schon eine Firma gegründet: Montiva, der Firmenname bildet eine Kombination der Begriffe Montafon und Innovation. Der Firmensitz befindet sich im Rinderer Areal in Bludenz.

Kick-off im Jänner

Die geplante Präsentation des Bike Twisters kann nun aufgrund der Corona-Maßnahmen nicht stattfinden. Die Kick-off-Präsentation wird – sofern es die Pandemie erlaubt – Anfang des nächsten Jahres stattfinden. Ab Jänner können Interessierte den Bike Twister jedoch schon im Segato Areal in der Alfenzstraße 7 besichtigen. Die drei Entwickler lassen sich durch die aktuelle Situation jedoch nicht beeinträchtigen. Sie sprühen vor Ideen rund um die Weiterentwicklung ihres Bike Twisters.

Montiva e.U.
Austraße 59c
Tel. 0664 4643444
E-Mail office@monitva.at
Internet www.montiva.at

Bike Twister

  • Größe 8 m2 für 8 Fahrräder
  • Form Achtkantig, jedoch individuell anpassbar
  • Verwendetes Material heimisches Holz, Metall
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