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Mehr als 50 Tote bei Terroranschlag in London

Die Zahl der Toten ist auf über 50 gestiegen. Noch hätten nicht alle Leichen geborgen werden können, weil einer der U-Bahn-Tunnel, in dem sich eine der Bombenexplosionen ereignete, vom Einsturz bedroht ist.

Dies sagte Scotland-Yard-Chef Sir Ian Blair am Freitag. Eine dreistellige Opferzahl könne er aber ausschließen. 700 Menschen wurden bei den Anschlägen am Vortag verletzt, 22 davon schwebten am Freitag noch in Lebensgefahr. Die Fahndung nach den Tätern und Hintermännern ist auf Hochtouren angelaufen.

Bei den Terroranschlägen wurde auch eine Österreicherin leicht verletzt. Die 27-jährige Kärntnerin konnte inzwischen schon wieder aus dem Spital entlassen werden, hieß es seitens des Außenministeriums am Freitag gegenüber der APA. Die junge Frau war gerade auf dem Weg zur Arbeit, als sich die Terroranschläge ereignet hatten. Das Außenamt wurde von den Angehörigen der Kärntnerin verständigt. Hinweise auf weitere österreichische Betroffen sind bisher nicht eingegangen.

Die Attentate auf drei U-Bahnzüge und einen Bus im Zentrum der britischen Hauptstadt würden die Handschrift des Terrornetzwerks Al Kaida tragen, sagte der britische Polizeichef Ian Blair am Freitag in London. Die Polizei werde die Verantwortlichen „unerbittlich“ jagen. Zugleich wies er die These von einem Selbstmordanschlag zurück. „Absolut nichts lässt die Variante eines Selbstmordattentats vermuten“, sagte Ian Blair.

Ähnlich äußerte sich der Leiter der Anti-Terror-Abteilung von Scotland Yard, Andy Hayman. Die These vom Selbstmordanschlag sei durch nichts bewiesen. Die Explosion, die einem Doppeldecker-Bus das Dach weggerissen hatte, könne durch eine ferngezündete Bombe ausgelöst worden sein, die unter einem Sitz oder auf dem Boden platziert wurde. Die britische Presse hatte spekuliert, dass sich ein Attentäter in dem Bus in die Luft gesprengt haben könnte.

Nach den Worten von Scotland-Yard-Chef Blair ist es „vollkommen klar“, dass sich noch eine Gruppe von Terroristen in Großbritannien versteckt. Diese plane weitere Anschläge im Land. Hayman versicherte, alle Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz Londons seien getroffen; mehr könne nicht getan werden. Die deutliche Präsenz der Sicherheitskräfte an den Bahn- und U-Bahnstrecken sei „der Bedrohung angemessen“.

Die Terroranschläge waren am Donnerstag im morgendlichen Berufsverkehr in drei U-Bahnzügen und einem Bus im Zentrum Londons verübt worden. Nach Angaben Haymans enthielt jede der Bomben rund fünf Kilogramm Sprengstoff. Vermutlich seien die Sprengsätze auf dem Boden der Zugwaggons deponiert worden. Nach Einschätzung eines ehemaligen NATO-Experten wurde vermutlich ein Plastiksprengstoff aus Militärbeständen verwendet. Da die Bomben sehr klein gewesen seien, aber riesige Schäden verursachten, deute dies auf einen äußerst starken Sprengstoff hin, wie er von der Armee verwendet werde, sagte der Experte.

Die Bergungs- und Aufräumarbeiten in den betroffenen U-Bahnen dauerten am Freitag an. Rettungskräfte hatten noch nicht alle Toten geborgen. Am Morgen nahmen sieben der zwölf Metrolinien in London sowie der Busverkehr den Betrieb wieder auf. In der U-Bahn und in den Straßen waren jedoch nur wenige Menschen zu sehen.

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