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Mehr als 2.000 Anzeigen wegen Polizeigewalt in Weißrussland

Die Polizei geht mitunter brutal gegen Demonstranten vor
Die Polizei geht mitunter brutal gegen Demonstranten vor ©APA (AFP)
Nach der massiven Gewalt von maskierten Uniformierten gegen friedliche Demonstranten in Weißrussland hat das Innenministerium in Minsk bisher mehr als 2.000 Anzeigen erhalten, hieß es von der Polizei am Mittwoch. Viele Bürger beklagen massive Prügelattacken und brutale Festnahmen. Die Einsatzkräfte sind meistens nicht identifizierbar, weil sie maskiert sind und auch keine Erkennungszeichen tragen.

Bisweilen ist zwar etwa an den schwarzen Uniformen zu erkennen, dass es sich etwa um Truppen der wegen ihrer Brutalität berüchtigten Sonderpolizei OMON oder Einheiten der Miliz handelt, wie die Polizei in Weißrussland heißt. Durch Strumpfmasken und überdeckte Schulterstücke sind die von der Bevölkerung so bezeichneten Banditen aber nicht erkennbar. Das ist nach Angaben von Menschenrechtlern auch nach belarussischen Gesetzen ein Verstoß gegen geltendes Recht. Die Kräfte sollen sich so sicher vor Erkennung und Verfolgung fühlen.

Bürger, die aus der Haft entlassen worden waren, hatten ihre blutigen Striemen und großflächigen Blutergüsse in Krankenhäusern filmen und fotografieren lassen. Der umstrittene Staatschef Alexander Lukaschenko wies zurück, dass es ein solches Ausmaß an Gewalt gegeben hatte. Er behauptete, dass Blutergüsse mit Schminke aufgemalt worden seien. Ärzte reagierten entsetzt auf die Äußerungen des 66-Jährigen.

Seit der international als grob gefälscht kritisierten Präsidentenwahl am 9. August kommt es täglich zu Protesten gegen Lukaschenko. Jeden Tag ist auch Gewalt Uniformierter gegen friedliche Bürger auf der Straße zu beobachten. Lukaschenko meinte bei einer Begegnung mit handverlesenen Vertretern von Parlamenten, staatlichen Organen und Medien am Mittwoch, die Revolution und die Illegitimität der Wahlen in Belarus seien eine Erfindung. "Das sind alles Mythen", sagte er der Staatsagentur Belta zufolge. Die EU erkennt weder die Wahlen noch Lukaschenko als Präsidenten an.

(APA/dpa)

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