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„Meer“ müsste dieser „Bach“ eigentlich heißen

Die bekannte Vorarlberger Sopranistin Miriam Feuersinger sang Bachkantaten auf der Kulturbühne in Götzis.
Die bekannte Vorarlberger Sopranistin Miriam Feuersinger sang Bachkantaten auf der Kulturbühne in Götzis. ©Edgar Schmidt
10 Jahre „Concerto Stella Matutina“ wurde AMBACH mit Kantaten gefeiert.


Götzis. (sch) Es gibt das Bonmot eines prominenten Musikers, man müsste den Thomaskantor Bach eigentlich auf „Meer“ umtaufen, denn sein gewaltiges Lebenswerk sei nur mit der unendlichen Weite des Meeres vergleichbar. Nun, das heimische „Concerto Stella Matutina“ besteht jetzt zehn Jahre lang und feierte mit Bach und seinen treuen und stets begeisterten Abo-Freunden das junge Jubiläum mit gewohnter künstlerischer Meisterschaft und Eleganz. Auf dem Programm standen ausschließlich drei Weihnachtskantaten des Meisters Bach BWV 63, 133 und 41. Das musikalische Fest bereicherten auf dem vokalen Sektor das Gesangsensemble „Cappella Murensis“ unter der künstlerischen Leitung (vom Cembalo aus) von Johannes Strobl. Prominente Gesangssolisten waren Miriam Feuersinger (Sopran), Kai Wessel (Altus), David Munderloh (Tenor), Matthias Helm (Bass).

Drei Weihnachtskantaten

Von hunderten Kantaten sind heute noch über 200 bekannt. Bach führte die drei oben genannten Nummern in genau dieser Reihung im Jahre 1724 in Leipzig auf. Die Werke 63 und 41 bilden mit ihrer Bläserpracht sowie der ganzen Instrumentalbesetzung samt Pauken und Oboen den überaus festlichen Barockrahmen der Trias, das BWV 133, „Ich freue mich in dir“, spendet in der Mitte inwendige Entspannung. Die Kantate, oft als „kleine Schwester“ von Oper und Oratorium bezeichnet und vom Thomaskantor zur Gattung „Bachkantate“ veredelt, bekam vor allem durch ihn Gewicht. Seine Kunst war, dass er hochstilisierte Textstellen des Gotteswortes mit Hilfe der Instrumentierung und der musikalischen Rhetorik prägnant verdeutlichte. Eine Bachkantate bestand meist aus der Abfolge Eingangschor, Rezitative, Arien, Ariosi, manchmal Choräle und ein Schlusschor/Schlusschoral. Das meisterlich spielende Concerto unter der Leitung des in Villach geborenen, hochsensiblen Cembalisten Johannes Strobl, die Cappella Murensis (aus Muri im Aargau) mit den hervorragenden Gesangssolisten Miriam Feuersinger (aus Bregenz, international geschätzt) und dem glockenreinen Hamburger Countertenor Kai Wessel an der Spitze präsentierten die Weihnachtskantaten in wunderbarer Homogenität und Klarheit und eben in exakt derselben Folge, wie sie Bachs Leipziger Kirchengemeinde zur Jahreswende 1724/25 vernehmen konnte. Am 18. Dezember wurde das Jubiläumskonzert im Feldkircher Dom wiederholt.

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