Medientage: Qualitätsjournalismus zahlt sich auch künftig aus

Schwarzach, Wien - Egal auf welchem Endgerät er rezipiert wird, guter Journalismus ist auch im digitalen Zeitalter unerlässlich und wird sich lohnen - so der Tenor von Medienmachern bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Österreichischen Medientage.

Je vielfältiger die Endgeräte seien, desto wichtiger sei es aber auch, alle Kanäle zu bespielen, sagte etwa ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Problematisch sah das Gerold Riedmann vom Vorarlberger Medienhaus, der bezweifelt, dass ein “ausgewogenes Nebeneinander im digitalen Raum möglich ist, wenn die einen ihr Angebot aus Gebührengeld finanzieren und die anderen sich ihren Verdienst am Werbemarkt hart erarbeiten müssen”.

Riedmann warnt vor ORF-“Klingelbeutel”

Wenn der ORF neue Angebote starte, wie etwa das Frühstücksfernsehen, “packt er erst einmal den Klingelbeutel aus. In Zeitungen können wir so nicht kalkulieren”, so Riedmann. Wrabetz betonte seinerseits, dass der ORF auch in Zukunft kein zusätzliches Geld für Angebote verlange, “für die der Kunde bereits Gebühr bezahlt hat” – Apps, wie etwa eine “Zeit im Bild”-App, werden kostenfrei sein. Öffentlich-rechtlicher Rundfunk stehe für Qualitätsjournalismus – auch im Netz, meinte Lutz Marmor vom deutschen NDR. Wie auch der ORF-Chef hält er es daher für unerlässlich, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender seine Inhalte auf allen Kanälen verbreitet.

Darin, dass man sich in Zeiten wachsender digitaler Konkurrenz durch hochqualitativen Journalismus vom übrigen Angebot absetzen müsse, waren sich die Diskutanten einig. “Egal ob sie in Stein gemeißelt oder in 20 Jahren von Staubsaugern an die Wand projiziert werden: Eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte und darin müssen wir investieren”, so Riedmann.

“Mit den Lesern auf Augenhöhe agieren”

Wolfgang Bretschko, Vorstand der Styria Media Group, ist davon überzeugt, dass die Medien seines Hauses “die kontrollierende und investigative Funktion gut übernehmen. Uns ist bewusst, dass dies die Basis für die erfolgreiche Zukunft unseres Hauses ist.” Ebenso sieht es “Standard”-Herausgeber Oscar Bronner, der Qualitätsjournalismus mit “Unabhängigkeit, Überparteilichkeit, Fairness und mit den Lesern auf Augenhöhe agieren” definiert. Qualitätsjournalismus koste Geld, aber man könne ihn – egal auf welchem Endgerät – nutzen.

Christoph Keese von Axel Springer glaubt an die Zukunft des Qualitätsjournalismus auf Tabloids. “Die Menschen sind gewohnt, für mobile Services zu bezahlen. Diese Kaufbereitschaft ist eine gute Voraussetzung dafür, dass Qualitätsjournalismus hier ein Geschäftsmodell findet.”

(APA)

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