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Matthias Strolz: "Bei uns wartet man zuerst bis es einen auf die Goschn' haut"

NEOS-Parteichef Matthias Strolz war vergangene Woche im Silicon Valley in Kalifornien unterwegs, um sich vor Ort selbst ein Bild von der Innovationskultur zu machen. Im VOL.AT-Interview berichtet er von seinen "Learnings" und über die Unterschiede zwischen dem "Valley" und Österreich.
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“Ich will nicht alles schönreden, aber eines ist klar: Wir können die Digitalisierung nicht zurück in die Tube drücken. Diese Dinge sind unaufhaltbar und dort, wo sie unhaltbar sind, müssen wir sie gestalten. Wir müssen schauen was zum Beispiel Airbnb oder Uber für uns heißt”, sagt Matthias Strolz im Skype-Interview mit VOL.AT. “Den Kopf in den Sand stecken, wird sich nicht ausgehen.” Abschotten sei laut Strolz jetzt in Österreich modern, weil man glaube, dass man damit Wahlen gewinnen kann. “Wir können keine Stacheldrahtzäune rund um Österreich ziehen.” Darum ist er der Überzeugung, dass man die Dinge pro-aktiv angehen müsse.

Strolz: “Wir müssen die Leute ermutigen”

Besonders beeindruckt hat Strolz auch die Flexibilität im Verwaltungsbereich: “Wenn Du dort willst, gründest Du ein Unternehmen an einem Tag. Da gibt es bei uns ganz andere Hürden.” Der NEOS-Chef ist der Meinung, dass man in Österreich Start-ups und auch potenzielle Investoren besser unterstützen müsse. “Es müssten auch mehr als bisher Verlustabschreibungen möglich gemacht werden, wenn Menschen mit ihrem Geld ins Risiko gehen. Hier müssen wir großzügiger sein, weil wir Jobs schaffen wollen. Wir müssen die Leute ermutigen!”

“Wollen den Druck hochhalten”

Das erste Start-up-Paket der Bundesregierung sieht Strolz positiv. Endlich habe die Regierung bemerkt, dass auch die Start-up-Community sehr wichtig sei. “Faymann hatte auch seine Stärken, aber Start-up konnte er nicht mal schreiben – befürchte ich. Kern kann es schon mal schreiben – das ist ein Vorteil, denn er versteht auch das Mindset.” Die NEOS wollen daher weitere Vorschläge unterbreiten und den Druck in diesem Bereich hochhalten, sagt er abschließend. Und das wird auch nötig sein, wenn man auf aktuelle Zahlen der KMU Forschung Austria blickt. In Österreich sind nur 1,5 bis 3 Prozent aller Neugründungen Start-ups.  Je nach Schätzmethode gebe es in Österreich zwischen 2.000 und 4.000 Start-ups. (VOL.AT)

Weitere Themen im Video:
– Innovationskultur im Silicon Valley: Unterschiede zu Österreich
– “Anything goes!”: Die Jagd nach den Unicorns
– “Österreicher-Stammtisch” in San Francisco
– Disruption von heimische Branchen – vom Tourismus bis ins Verkehrswesen – durch US-Tech-Unternehmen
– Digitale Kompetenz für österreichische Jugendliche

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