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Mathematik-Matura ist heuer besser ausgefallen

Minister Faßmann ist mit den Mathe-Ergebnissen zufrieden
Minister Faßmann ist mit den Mathe-Ergebnissen zufrieden ©APA/GEORG HOCHMUTH
Die ersten Ergebnisse der Mathematik-Matura liegen vor - und sie sind als Erfolg zu werten, wie Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Samstag in einer Pressekonferenz versicherte. Die Noten seien heuer ausgewogener, auch setzte es für weniger Schüler ein "Nicht Genügend" in der Klausur. Dafür stieg die Häufigkeit der Bestnote.

11,4 Prozent der Arbeiten in den Allgemeinbildenden Höheren Schulen (AHS) wurden laut den derzeit vorliegenden Resultaten mit einem Fünfer benotet, in den Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS) waren es 9 Prozent. Das liegt deutlich unter den Werten, die in den vergangenen Jahren verzeichnet worden waren und die damals durchaus für Diskussionen sorgten. So waren in der AHS im Vorjahr etwa 21 Prozent der Maturaarbeiten mit einem "Nicht Genügend" bewertet worden.

Auch mehr "Sehr Gut" sind laut Faßmann erzielt worden, wobei die AHS hier mit 24,1 Prozent in Führung liegt. In den BHS schafften 13,6 Prozent der Schülerinnen und Schüler einen Einser. Apropos schaffen: Wie viele die Mathe-Reifeprüfung letztendlich bestehen werden, ist noch offen. Denn jene Maturanten, die ein "Nicht Genügend" haben und die dieses auch durch die Jahresnote - die auch im zweiten Coronajahr wieder einbezogen wird - nicht ausgleichen können, denen steht noch die Kompensationsprüfung ins Haus.

Die aktuelle Auswertung beruht auf einer Rückmeldequote aus den Schulen von 87 (AHS) und 70 Prozent (BHS). Berücksichtigt man die Jahresnote, dann reduziert sich der Anteil der Fünfer. 7,4 Prozent sind dies dann in den Gymnasien, fünf Prozent in den berufsbildenden Schulen, wie Martina Frebort, die Leiterin für psychometrische Verfahren im Bildungsministerium ausführte. Man könne davon ausgehen, dass sich die Quote nach den nun anstehenden Prüfungen noch einmal deutlich reduzieren werde, betonte sie.

Die besseren Noten liegen laut dem Minister an der zum Teil neuen Systematik. Nach den "auffälligen" Ergebnissen der vergangenen Jahre habe die von ihm eingesetzte Beratungsgruppe die Matura überarbeitet. So wurde etwa die Anzahl der zu vergebenden Punkte reduziert. Außerdem gibt es weniger textlastige Aufgaben bzw. wurden diese besser formuliert, wie versichert wurde: "Die Sprache ist klarer und einfacher geworden."

Auch das inhaltliche Spektrum der Aufgaben habe sich vergrößert. "Mathematik gewinnt dadurch an Attraktivität", zeigte sich der Ressortchef überzeugt. Er sieht sich laut eigenen Angaben bestätigt, dass er das für die Aufgabenstellung verantwortliche Gremium neu besetzt hat. "Das hat mir manche böse Nachrede eingebracht. Aber es war, glaube ich, notwendig. Die Überarbeitung hat sich ausgezahlt." Sie fußt auf der Expertise einer Beratungsgruppe, die vom Wiener Universitätsprofessor Michael Eichmair geleitet wird.

"Nun wird das Narrativ der geschenkten Matura laut werden", konstatierte der Bildungsminister. Doch leichter, so beteuerte Faßmann, sei die Matura nicht geworden. Wer dies glaube, dem empfehle er, sich die Beispiele herunterzuladen und nachzurechnen. Auch Eichmair zeigte sich überzeugt, dass es sich um eine anspruchsvolle Prüfung gehandelt habe. Allerdings habe sich, so befand er, auch die Qualität des Unterrichts verbessert, seit die Jahresnote mit einbezogen werde.

Dies wurde coronabedingt im Vorjahr erstmals so gehandhabt. Heuer wurde in diesem Zusammenhang aber eine doch gravierenden Änderung vorgenommen. Denn es mussten jedenfalls 30 Prozent der Klausurbeispiele gerechnet werden. 2020 gab es ein solches Mindestmaß noch nicht. Nicht wenige Schülerinnen und Schüler entschieden sich daraufhin, ein leeres Blatt abzugeben - da sie aufgrund ihrer Jahresnote ohnehin positiv waren. Die nun erfolgte Änderung auch habe dazu geführt, dass die Noten heuer ausgewogener verteilt seien, hieß es.

Dass die außergewöhnlichen Bedingungen des heurigen Jahres - mit Home-Schooling und wenig Präsenzunterricht - sich deutlich auf die Reifeprüfung ausgewirkt haben, ist laut Faßmann nicht feststellbar: "Es gibt keinen Coronaeffekt." Was es jedoch gab, sind Schülerinnen und Schüler, die nicht an der Prüfung teilnehmen konnten, weil sie an Covid erkrankt oder in Quarantäne waren. Für diese wird es Ersatztermine geben.

(APA)

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