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Maßnahmenpaket soll Kinderonkologie in Dornbirn sichern

©VOL.AT/Hartinger
Nach Gesprächen zwischen Land, der Stadt Dornbirn und der Uniklinik Innsbruck wurden am Donnerstag im Rahmen eines Runden Tisches die geplanten Maßnahmen präsentiert.
Kinder-Onko: Runder Tisch

Seit mehreren Jahrzehnten besteht die Zusammenarbeit in der medizinischen Betreuung von an Krebs erkrankten Kindern zwischen der Universitätsklinik Innsbruck und der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde des Krankenhauses Dornbirn. Dies soll auch weiterhin so bleiben, wenn es nach Gesundheitslandesrat Christian Bernhard geht. “Das Krankenhaus Dornbirn wird weiter eine zentrale Anlaufstelle für krebskranke Kinder und ihre Familien bleiben.” Dies soll in enger Abstimmung mit den Partnern in Innsbruck passieren. “Bei all diesen Maßnahmen steht die Sicherstellung der medizinischen Qualität in der Versorgung krebskranker Kinder an erster Stelle.”

“Wichtiges Netzwerk aufgebaut”

Eine Schließung der Kinderonkologie in Dornbirn stand laut Bürgermeisterin Andrea Kaufmann nie im Raum. “Dank Primar Bernd Ausserer und einem hervorragenden Team haben wir in Dornbirn einen Schwerpunkt für Kinderonkologie aufgebaut. Dazu wurdne notwendige bauliche Investitionen getätigt, die fortlaufenden Schulungen der Mitarbeiter finanziert, notwendige Stellen für Psychologen und Pflege geschaffen sowie ein gut funktionierendes und wichtiges Netzwerk aufgebaut.”

 

Auch Primar Bernd Ausserer war beim Runden Tisch dabei. “Der Grat zwischen Wirkung und Nebenwirkung von Therapien ist im onkologischen Bereich gerade bei Kindern schmal. Um hier richtig reagieren zu können, sind hohe Expertise und viel Erfahrung notwendig.” Durch die enge Zusammenarbeit mit der Uniklinik könne eine optimale menschliche Versorgung sowie deren Familien sichergestellt werden.

Land, Stadt und die Uniklinik haben gemeinsam ein 4-Punkte-Maßnahmenpaket erarbeitet.

1. Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Versorgung in Vorarlberg

In Vorarlberg wird es auch zukünftig eine kinderonkologische Behandlung und Betreuung geben.

In Dornbirn werden jedenfalls auch zukünftig angeboten:

  • die medizinischen Dauertherapien in Form von oralen Chemotherapien
  • die Routinekontrollen mit klinischen, laborchemischen und bildgebenden Untersuchungen
  • die Versorgung bei akuten Problemen und Komplikationen (zB Fieber)
  • die psychosoziale Betreuung
  • die palliative Betreuung
 

Innsbruck:

  • Vorstellung des Kindes in Innsbruck, Diagnose und Festlegung  der Therapie (wie bisher) und gemeinsame Entscheidung im Einzelfall, welche Therapie an welchen Standort durchgeführt werden kann
  • stellt eine Rund-um-die-Uhr Kontaktaufnahme für Dornbirn sicher
  • garantiert die sofortige Aufnahme im Falle einer medizinisch notwendigen Transferierung
  • Durchführung von Jahreskontrollen
  • bei stammzellentransplantierten Kindern: Durchführung der Nachsorgekontrollen
  • Dokumentation

2. Verstärkte Unterstützung für betroffene Familien

Das Land Vorarlberg wird den betroffenen Familien für die Betreuung zu Hause eine Unterstützung durch Familienhelfer der ARGE Familienhilfe (Caritas, des Vbg. Familienverbandes, etc.) zur Verfügung stellen.

Bei medizinischer Notwendigkeit der Versorgung in Innsbruck kommen bei Bedarf folgende Punkte zum Tragen:

  • Von der Vorarlberger Gebietskrankenkasse werden finanzielle Unterstützungen gewährt für den Transport zum Referenzzentrum nach Innsbruck sowie die Nächtigung in Innsbruck (zb bei Chemotherapieserien)
  • Seitens des Krankenhauses Dornbirn wird bei Bedarf und auf Wunsch eine verstärkte pflegerische Unterstützung für die Fahrten mit den betroffenen Kindern nach Innsbruck angeboten werden (Begleitung der Fahrten nach Innsbruck durch Diplomkrankenpflege)
  • die Organisation des Transportes sowie der Unterbringung der Familie in Innsbruck erfolgt bei Bedarf durch das Krankenhaus Dornbirn
 

3. Ausschreibung Facharzt/Fachärztin für Kinderonkologie

Es wird seit 2016 laufend in Jobportalen und einschlägigen Medien nach Kinderfachärzten/ärztinnen mit dem Additvfach Kinderonkologie gesucht. Die Bemühungen werden fortgesetzt.

4. Langfristige Sicherstellung der kinderonkologischen Expertise in Vorarlberg – verstärkte Ausbildung im Bereich Kinderonkologie

Dazu sollen zusätzlich zwei Ausbildungsstellen für Kinderfachärzte in Dornbirn beantragt werden. Auch ein Ausbildungs-Rotationsmodell mit der Universitätsklinik Innsbruck wird eingerichtet.

 

(red)

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