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Massiver Inkasso-Ärger für Schüler

Bludenz - Hickhack um Fahrgeldnachforderung: Ein 15-jähriger Schüler sollte eine Fahrgeldnachforderung und Inkassogebühren in Gesamthöhe von 154,18 Euro bezahlen.

Der HTL-Schüler aus Bludenz hat schon sorglosere Sommerferien erlebt, als die vergangenen es waren. Kein Wunder: Welchem 15-Jährigen passiert es schon, dass ihm ein Inkassobüro letztlich mit Klage und Pfändung droht, wenn er den offenen Forderungsbetrag von 244,10 Euro nicht entrichtet. Was war passiert? An einem Samstag im Jänner dieses Jahres fährt Tobias zu einer Schulveranstaltung mit Anwesenheitspflicht nach Bregenz. Seine aktuell werktaggültige Freifahrtkarte hat er nicht dabei, kann dem ÖBB-Kontrollor aber zum Nachweis seiner Identität den vorjährigen Schulausweis vorzeigen. „Das richtige Ticket habe ich am Vortag leider in der Schule vergessen“, sagt der Schüler.

„Strafgebühr“

Daraufhin zieht der Fahrscheinkontrolleur den einen Ausweis ein und händigt dem 15-Jährigen, der praktisch ohne gültige Fahrkarte unterwegs ist, einen Zahlschein über 95 Euro aus. Und gibt dazu eine 0800-Telefonnummer an, über die der Schüler versuchen könne, dass ihm die Fahrgeldnachforderung erlassen werde. „Ich habe dort eine Woche lang immer wieder angerufen, bin aber immer in der Wartescheife hängengeblieben“, versichert Tobias. Schließlich gibt er es auf. Der Zahlschein bleibt irgendwo liegen, gerät in Vergessenheit. Auch seine Eltern informiert er nicht. „Das war natürlich ein Fehler“, weiß der Schüler, der Monate später, im Mai, plötzlich Post von einem im Auftrag der ÖBB handelnden Inkassobüro erhält. Eine Fahrgeldnachforderung und Inkassogebühren in Gesamthöhe von 154,18 Euro soll er bezahlen. Jetzt informiert er seine Eltern, die sofort aktiv werden. Sie wenden sich unter Darlegung des Sachverhalts ans Inkassobüro, erachten die – weil ohne vorherige Mahnung an sie erfolgt – Zahlungsaufforderung als nicht gerechtfertigt. Daraufhin fordert das Inkasso­büro eine Kopie der gültigen Freifahrtkarte an. Diese wird auch übermittelt. Die Reaktion des Inkassobüros: Die Zahlungsaufforderung steigt auf 181,68 Euro. Wieder nehmen die Eltern Kontakt auf, bringen auch eine Schulbesuchsbestätigung bei. Die einzige Reaktion darauf ist, dass das Inkassobüro unter Klags- und Pfändungsandrohung gegen den Minderjährigen nun schon 244,10 Euro haben will.

„Die Eltern haben noch versucht, über E-Mail Kontakt mit der zentralen ÖBB-Fahrgeldnachforderungsstelle in Wien Kontakt aufzunehmen. Doch da kam genauso wenig eine Reaktion wie auf mein Ersuchen bei ÖBB und Inkassobüro um eine gütliche Bereinigung“, bekräftigt der Rechtsanwalt der Familie, Dr. Hans Widerin. Allein die gleichsam von Rechts wegen unzulässige direkte Mahn-Forderung an den Minderjährigen sank plötzlich wieder auf 154 Euro.

Auf VN-Nachfrage räumt ÖBB-Sprecher René Zumtobel ein, dass „tatsächlich infolge eines Kommunikationsdefi­zits und Versäumnissen einiges schiefgelaufen ist“. Im Sinne einer kundenfreundlichen Lösung habe man nun aber direkt über die Vorarlberger ÖBB-Beschwerdestelle ein Einvernehmen mit der Familie hergestellt. Soll heißen: Zu zahlen sind jetzt tatsächlich insgesamt nur noch 14 Euro Bearbeitungsgebühr

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