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Massive russische Luftangriffe auf ukrainische Städte

Feuer in Wohnhaus mit 18 Stockwerken in Kiew
Feuer in Wohnhaus mit 18 Stockwerken in Kiew ©APA/AFP
Nach neuen, massiven, russischen Luftangriffen auf die Ukraine ist die Zahl der Toten in der Hauptstadt Kiew weiter gestiegen. Bisher gebe es vier Tote, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko am Mittwoch mit. Mehr als 30 Menschen seien verletzt worden. Klitschko machte sich nach eigenen Angaben selbst ein Bild von den Zerstörungen in einem getroffenen Hochhaus. Dort war zuvor auch eine verletzte, schwangere Frau gerettet worden.

Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte den neuen russischen Angriff als Terroranschlag verurteilt und zunächst von zwei Toten gesprochen. Er meinte, dass weitere Menschen verschüttet sein könnten. Insgesamt waren von den neuen massiven Luftschlägen Selenskyj zufolge sechs Regionen der Ukraine betroffen gewesen.

Laut Behörden war es bereits der dritte russische Raketenangriff auf die Hauptstadt in diesem Jahr. Klitschko rief die Menschen auf, sich in Schutzbunkern in Sicherheit zu bringen. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell, der in Kiew ist, teilte mit, dass er sich in der Früh ebenfalls wegen des Luftalarms in Sicherheit bringen musste. "Das ist die alltägliche Realität für die mutigen ukrainischen Menschen, seit Russland seine illegale Aggression begonnen hat", schrieb er auf der Plattform X.

In der Stadt Mykolajiw im Süden der Ukraine meldeten die Behörden Zerstörungen an Gebäuden sowie Verletzte durch die russischen Raketenangriffe. Bürgermeister Olexander Senkewytsch teilte in seinem Blog beim Nachrichtendienst Telegram mit, dass ein Verletzter im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben sei. Auch Wasserleitungen und das Gasnetz seien durch die feindlichen Attacken beschädigt worden, sagte Senkewytsch, der zudem Bilder von den Zerstörungen veröffentlichte. 20 Wohnhäuser seien ohne Dächer.

In der Hauptstadt Kiew gab es nach Darstellung von Klitschko Stromausfälle, nachdem zwei Hochspannungsleitungen durch abstürzende Raketentrümmer beschädigt worden waren. Auch die Heizungsversorgung am linken Ufer des Dnipro sei betroffen.

Auch aus dem Nordosten der Ukraine wurden Angriffe gemeldet. Der Gouverneur der Oblast Charkiw, Oleh Sinehubow, teilte mit, in der gleichnamigen Stadt seien Gebäude von russischen Raketen getroffen worden. Es handle sich nicht um Wohnhäuser.

Das russische Verteidigungsministerium gab zunächst keine Stellungnahme zu dem Angriff ab. Russland überzieht in seinem seit fast zwei Jahren andauernden Angriffskrieg die Ukraine immer wieder mit Drohnen- und Raketenangriffen. Die Ukraine wehrt sich mit westlicher militärischer Hilfe gegen diese Attacken. Vor allem auch Deutschland hatte besonders zur Stärkung der Flugabwehr in dem Land beigetragen. Die Ukraine hat noch deutlich mehr westliche Hilfe gefordert für die Luftverteidigung, um die Städte noch besser schützen zu können.

(APA/dpa/Reuters)

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