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Massive Eindämmung der Norovireninfektionen

Die Kinderabteilung am LKH Feldkirch kann aufatmen, die strengen Vorsorgemaßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung von Brechdurchfällen mit Ursache Norovireninfektion haben funktioniert.

Eine weitere Ausbreitung konnte nicht nur im gesamten Krankenhaus, sondern auch innerhalb der Abteilung aufgrund der strikt eingehaltenen Vorsorgemaßnahmen erfreulicherweise verhindert werden. Nach einer gründlichen Flächendesinfektion und Reinigung nimmt das Team rund um Prim. Doz. Dr. Burkhard Simma am Freitagabend (13.07.2007) den Vollbetrieb der Kinderabteilung wieder auf.

Die seit Donnerstag vorliegenden Testergebnisse des Nationalen Referenzzentrums für Norovireninfektionen aus Graz haben erwiesen, dass bei den allen betroffenen Frühgeborenen keine Noroviren mehr vorhanden sind. „Die Abteilung wird nun schleunigst gründlich gereinigt und desinfiziert, die baulichen Maßnahmen sind nun zum Glück nicht mehr nötig“, freut sich auch der Leiter des Krisenstabs, Landesstatthalter Mag. Markus Wallner, über den Erfolg der Maßnahmen: „Mein Dank gebührt vor allem den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kinderabteilung am LKH Feldkirch, dem Hygieneteam und auch den Eltern: Alle haben sich strikt an die strengen Spezialvorschriften für die Hygiene gehalten. So konnten wir die Ausbreitung eindämmen und verhindern!”

Erfreuliche Testergebnisse dank intensiver Hygienemaßnahmen

Die Testergebnisse aus Graz sind am Donnerstag am LKH Feldkirch eingetroffen: Bei den Frühgeborenen der Kinderintensivmedizinstation waren die Proben zur endgültigen Bestätigung und Versicherung nach Graz geschickt worden. Erfreulicherweise konnten molekularbiologisch bei keinem Kind mehr Noroviren nachgewiesen werden.

Auch auf der Allgemeinstation der Kinder- und Jugendheilkunde haben die strikt eingehaltenen Vorsorgemaßnahmen ausgezeichnet gewirkt: Mittlerweile sind dort nur noch 7 Kinder stationär, andere Kinder hatte man nach Besserung ihrer Grunderkrankungen nachhause geschickt, um die Ausbreitungsgefahr einzudämmen. „Wir sind alle sehr erleichtert, dass die intensiven Hygienemaßnahmen ihre Wirkung gezeigt haben. Wir freuen uns sehr, dass wir morgen wieder den ganz normalen Betrieb aufnehmen und unsere Patienten wie bisher gut betreuen können“, ist Prim. Doz. Dr. Burkhard Simma, Abteilungsleiter, sichtlich beruhigt über diese Entwicklung.

Keine Ansteckungsgefahr mehr

Diese Ergebnisse bedeuten, dass keine Ansteckungsgefahr mehr besteht und die Isolierung damit aufgehoben werden kann. Selbstverständlich werden die üblichen Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher weiter eingehalten, eine Aufrechterhaltung der Kittelpflicht, des Tragens von Handschuhen und Mundschutz ist allerdings nicht mehr gegeben. „Die gründliche Flächendesinfektion und Reinigung der gesamten Abteilung muss selbstverständlich trotz der guten Ergebnisse durchgeführt werden“, erklärt Krankenhaushygienikerin Dr. Gabriele Hartmann. Der Reinigungsdienst hat bereits mit seiner Arbeit begonnen.

Krisenmanagement hat gut funktioniert

Auch alle Mitglieder des Krisenstabs sind erleichtert, dass die Maßnahmen so schnell gegriffen haben und eine Ausbreitung verhindert werden konnte. Für den Fall weiterer Norovireninfektionen ist das Landeskrankenhaus Feldkirch dank dem Einsatz des Krisenstabs gut vorbereitet: Mit einem umfassenden Maßnahmenplan hatte man für diesen Fall vorgesorgt. „Die Schließung einer Abteilung – ob vorsorglich wie diesmal oder im Ernstfall – ist niemals eine leichtfertige Entscheidung und muss von allen Beteiligten wohlüberlegt sein. Schließlich geht es hier um die gesundheitliche Versorgung von Patienten. Aber nun sind wir alle sehr froh darüber, dass unsere ersten Vorsorgemaßnahmen erfolgreich waren und wir unseren Plan B nicht mehr brauchen“, meint Geschäftsführer Dir. Dr. Gerald Fleisch von der Krankenhaus-Betriebsges.m.b.H.

Factbox: Fragen und Antworten

1. Warum hatte man am Dienstag beschlossen, die Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde zu schließen?

In der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am LKH Feldkirch sind kürzlich Verdachtsfälle von Noroviren festgestellt worden. Der Norovirus kann zu Erkrankungen mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen. Aufgrund von mehreren Verdachtsfällen wurden vorsorglich alle Patienten der Kinderabteilung auf Noroviren getestet, insgesamt hatte der Virus vorerst bei 5 Kindern im Suchtest positiv nachgewiesen werden können. Für die absolute Gewissheit wurden Proben zur molekularbiologischen Testung ins Nationale Referenzzentrum für Norovireninfektionen nach Graz geschickt.

Weil also mehrere Verdachtsfälle mittels Suchtest positiv getestet wurden, hat das Landeskrankenhaus einen Krisenstab unter der Leitung von LSth. Mag. Markus Wallner eingerichtet, um das Abwägen der Situation und die weitere Vorgehensweise zu beschließen. Es wurde entschieden, aus Sicherheitsgründen vorübergehend die gesamte Pädiatrie zu schließen und möglich betroffene Patienten zu isolieren. Damit handelte man einerseits nach den Richtlinien des Bundesministeriums und Vorgaben der AGES, die bereits bei Verdachtsfällen zum Handeln zwingen.

Andererseits musste man vorsorglich zum Schutz von Patienten und Mitarbeitern eine weitere Ausbreitung innerhalb des Krankenhauses vermeiden.

2. Wie viele Patienten der Kinderabteilung sind vorsorglich getestet worden?

Insgesamt sind 19 Suchtests bei Patienten der Kinderabteilung durchgeführt worden, davon waren 6 positiv. Von diesen 6 Patienten waren 4 Frühgeborene. Der sichere Nachweis von Noroviren bei Frühgeborenen muss molekularbiologisch erfolgen, das pathologische Institut des LKH Feldkirch arbeitet hier mit dem Nationalen Referenzzentrum für Norovireninfektionen in Graz zusammen.

3. Was passiert beim Suchtest der Proben für Norovireninfektion?

Dieser allgemeine Test wird an der Pathologie des LKH Feldkirch durchgeführt, die Ergebnisse sind bei größeren Kindern und Erwachsenen höchst zuverlässig. Bei diesem Test werden Stuhlproben mittels chemischer Untersuchungen auf Bestandteile des Virus geprüft.

4. Warum schickt man Proben an das Nationale Referenzzentrum für Norovireninfektionen nach Graz?

Gerade bei Frühgeborenen ist der übliche Test, der für größere Kinder oder Erwachsene durchgeführt wird, nicht immer zielführend. Deshalb arbeitet das Nationale Referenzzentrum für Noroviren hier mit molekularbiologischen Tests, um bei Verdacht mit endgültiger Sicherheit Noroviren nachweisen zu können. Bei diesem molekularbiologischen Test werden – so vorhanden – spezifische Genregionen des Norovirus nachgewiesen. Auch das LKH Feldkirch hat deshalb Proben der betroffenen Kinder an das Referenzzentrum geschickt.

5. Sind auch Mitarbeiter des Landeskrankenhauses von Noroviren-Infektionen betroffen?

Bisher wurden zwei Mitarbeiter mit Symptomen wieder nachhause geschickt, die Tests werden hier noch durchgeführt. Die Mitarbeiter des Landeskrankenhauses sind umfassend über den Umgang und die Schutzmaßnahmen sowie über die Symptomatik bei Norovireninfektionen informiert worden. Das Hygieneteam veranlasst laufend Schulungen und steht den Mitarbeitern für Rückfragen jederzeit zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Thema Noroviren sowie zum bisherigen Sachverhalt unter www.lkhf.at.

Quelle: LKH Feldkirch

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