Massenprotest gegen Politik der Bush-Regierung

Kurz vor dem Wahlparteitag der Republikaner für US-Präsident Bush sind am Sonntag zehntausende Menschen zur vermutlich größten Anti-Kriegs-Demonstration in New York seit Jahrzehnten zusammengekommen.

„Wir werden am Ende des Tages mehr als eine Viertelmillion sein und so laut wie nie zuvor „Nein zu Bush“ sagen, erklärte die Direktorin der Anti-Bush-Dachorganisation „United for Peace and Justice“ (UPJ), Leslie Cagan.

Die Behörden machten zunächst keine Angaben über die Zahl der Teilnehmer an dem Demonstrationszug in Manhattan. Tausende Polizisten waren seit den Morgenstunden im Bereich der Marschroute vom Union Square in Richtung Madison Square Garden im Einsatz, wo am Montag der Republikaner-Parteitag beginnt. Für die Nacht zum Montag wurden im Central Park gewalttätige Auseinandersetzungen befürchtet, da viele Demonstrationsteilnehmer unter Missachtung eines Versammlungsverbots Protest-„Picknicks“ angekündigt hatten.

Zu dem Demonstrationszug strömten Mitglieder von mehr als 900 Gruppen aus allen Teilen der USA, die die Politik der Bush-Regierung ablehnen – von der Allianz für Jüdisch-Christlich-Moslemische Verständigung über Frauenrechtsverbände, Schwulen- und Lesbengruppen bis hin zu Anti-Kriegs-Vereinigungen. „Wir alle rufen den Republikanern hier in New York zu: „Nein zum Krieg im Irak, Nein zu gewaltsamen Regimewechseln, Nein zu vorbeugenden Kriegen, Nein zu dieser Wirtschaftspolitik, Nein zur gesamten Bush-Agenda“, erklärte UPJ-Direktorin Cagan.

Die New Yorker Polizei befürchtete Ausschreitungen für den Fall, dass sehr viele Teilnehmer ihre Aktion trotz Verbots im Central Park fortsetzen. Eine Kundgebung, die von den Organisatoren dort als Höhepunkt des Umzuges geplant war, hatten die Behörden mit der Begründung untersagt, der Rasen könnte zerstört werden.

Am Samstag hatten sich Tausende an zahlreichen kleineren Protestaktivitäten beteiligt, darunter eine Klingelparade, mit der am Ground Zero – dem Ort der Anschläge auf das World Trade Centre vom 11. September 2001 – symbolisch die Regierungszeit Bushs ausgeläutet wurde. Bereits am Freitagabend waren in der Innenstadt mehr als 260 Teilnehmer einer Fahrraddemonstration gegen die Republikaner festgenommen worden, an der sich rund 5.000 Menschen beteiligten.

Zusammen mit 22 Festnahmen am Donnerstag wurden damit drei Mal so viele Demonstranten in Polizeigewahrsam genommen wie beim gesamten Wahlparteitag der Demokraten für den Bush-Herausforderer John F. Kerry in Boston Ende Juli. Sprecher der Demokratischen Partei riefen alle Protestgruppen dazu auf, unbedingt für einen friedlichen Verlauf ihrer Aktionen zu sorgen. Der Vorsitzende der Republikanischen Partei, Ed Gillespie, drohte nach Angaben der „New York Times“ damit, die Demokraten für alle Krawalle am Rande des Bush-Parteitages öffentlich verantwortlich zu machen.

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