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Maske trotz Sitzplatz: So denkt die Theaterszene

©VOL.AT/Mayer, Landestheater/Anja Köhler
Mirjam Mayer (VOL.AT) mirjam.mayer@russmedia.com
Anders als in der Nachtgastronomie und bei Veranstaltungen gilt im Theater die FFP2-Pflicht. So ist die Stimmung in der Szene.
Rauch verteidigt neue Regeln

Mit der neuen Verordnung ist die Maskenpflicht in Innenräumen zurückgekehrt. Für Nachtgastronomie und Veranstaltungen ab 100 Personen ohne Sitzplatz kann alternativ ein 3G-Nachweis kontrolliert werden. Nicht so im Theater, in der Oper oder im Kino: Dort gilt ab 100 Personen mit zugewiesenem Sitzplatz die Maskenpflicht.

Theater Kosmos: "Keine angenehme Situation"

"Ja, das ist keine angenehme Situation. Ich denke für niemanden", meint Augustin Jagg vom Theater Kosmos angesprochen auf die Maskenpflicht im Theater. Auch für Erlass gebenden sei es nicht angenehm. Man dürfe nicht vergessen, wer wirklich Schuld sei: das Virus. "Die Maskenpflicht hat sich bei uns relativ gut entwickelt", verdeutlicht Jagg gegenüber VOL.AT. Auch ohne Pflicht hätten viele die Maske weiter getragen, weil sie sich dabei wohler fühlen. Man könne nichts machen: "Jetzt im Moment müssen wir halt einfach diese Maskenpflicht noch eine Zeit mittragen", so der Theaterschaffende.

Im Theater muss trotz fixem Sitzplatz eine Maske getragen werden. Bild: VOL.AT/Mayer

3G-Kontrollen wären im Prinzip auch für kulturelle Einrichtungen möglich. Sie würden sich aus Jaggs Sicht aber schwieriger gestalten, auch, weil im April die Testmöglichkeiten zurückgehen. Die FFP2-Maske wirke derzeit pandemisch am meisten, auch um Ansteckungen zu vermeiden. Mit der Nachtgastronomie wolle man sich nicht vergleichen, verdeutlicht er. Man müsse auch tolerant sein: Eine Nachtgastronomie mit Maske könne auch er sich nicht vorstellen. Für den Kulturbereich bleibt das Hoffen auf eine Entspannung der Situation nach Ostern. "Wenn Absagen kamen, dann wegen der Coronaerkrankung", gibt er zu verstehen. Absagen im Sinne des Maskentragens habe es noch nicht viele gegeben. Hier müsse man von Fall zu Fall Gespräche führen.

Landestheater: Maske war nie weg

"Im Landestheater haben wir die FFP2-Maske seit letzten Herbst ohnehin noch nicht abgelegt", erklärt Intendantin Stephanie Gräve auf VOL.AT-Anfrage. Auch hinter den Kulissen ist die Maske omnipräsent. "Unsere Mitarbeiterinnen und die künstlerischen Teams tragen grundsätzlich im Haus und während der Arbeit noch die FFP2-Maske, die Ansteckungsgefahr ist einfach zu groß", gibt Gräve zu verstehen. "Das Virus hat bei uns in den letzten Wochen noch einmal zu erheblichen Personalproblemen geführt, quer durch alle Abteilungen."

Landestheater-Intendantin Stephanie Gräve. Bild: Landestheater/Anja Köhler

Maskenpflicht immer noch sinnvoll

Coronafälle stellen auch eine Gefahr für die Produktionen dar: "Sogar die Premiere und die gestrige Vorstellung der Oper Jephtha sind kurzzeitig ins Wanken geraten", so die Intendantin. "Daher erachten wir die Maskenpflicht immer noch als sinnvoll - leider. Wir hoffen natürlich, dass es unser Publikum nicht davon abhält, die Vorstellungen zu besuchen." Auch als die Maskenpflicht offiziell gefallen war, wurde den Besuchern im Landestheater mit Schildern signalisiert, dass das Tragen empfohlen wird.

Saumarkt: "Wir sind voll verwirrt"

Man setze die aktuellen Bestimmungen natürlich immer um, erklärt Sabine Benzer vom Theater am Saumarkt auf VOL.AT-Anfrage. So gab es schon 2G- und 3G-Kontrolle und jetzt wieder die Maskenpflicht. Natürlich sei es verständlich, dass es angesichts der aktuellen Coronasituation Maßnahmen brauche. Die neue Verordnung sorgt aber auch für Konfusion. "Was wirklich für uns sehr verwirrend ist: Wieso man bei uns dann Masken tragen muss und wenn man in die Disco geht, reicht's beispielsweise, wenn man geimpft ist", erklärt sie.

Das Theater am Saumarkt in Feldkirch. Bild: Theater am Saumarkt

Das Publikum müsse mit der neuen Verordnung im Theater für zwei Stunden eine Maske tragen. "Das kommt uns irgendwie nicht grade so logisch vor", verdeutlicht Benzer im VOL.AT-Telefoninterview. Derzeit gebe es im Theater am Saumarkt wieder Veranstaltungen mit relative gutem Publikumszuspruch. "Die sagen uns natürlich der Reihe nach ab, weil sie keine Masken tragen wollen", gibt sie zu verstehen.

Hausverbot für Spitzenpolitiker

Screenshot/Facebook

Theaterautor und Kabarettist Stefan Vögel machte seinem Unmut über die neuen Regeln in sozialen Medien Luft. "Keine Maskenpflicht in der Nachtgastronomie (3G-Regel), aber Maskenpflicht im Theater mit fixem Sitzplatz", meint er. "Please explain, Mr. Rauch." Er geht noch weiter: "Ich gebe allen österreichishcen Spitzenpolitikern hiermit ab sofort Hausverbot (und das meine ich ernst). Aber die hassen das Theater ja ohnehin."

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