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Martin Ruepp über die Kulturlandschaft in Dornbirn.

"Kunst wirkt auf Betrachter wie Fenster, die sich zum Leben öffnen und Einblicke gewähren in den Kern allen Seins."
"Kunst wirkt auf Betrachter wie Fenster, die sich zum Leben öffnen und Einblicke gewähren in den Kern allen Seins." ©Laurence Feider

Dornbirn. Kontraste können fruchtbringend und nährend in der Stadt sein.

Wichtig ist aber, das vorhandene Potenzial optimal zu nutzen und umzusetzen. Die freie Szene und die städtischen Ämter sollen Hand in Hand übers Parkett tanzen – die Perspektive sei, so Martin Ruepp im VN Interview, eine Kultur von allen für alle.

Wie würden Sie Ihre Aufgabe als Kulturstadtrat definieren?

Ruepp: Die vielen privaten Initiativen, auch die städtischen Kultureinrichtungen entsprechend zu unterstützen, neue Impulse anzuregen und kulturellen Aktivitäten zu koordinieren. Dabei ist auf die Erhaltung eines breiten Angebots im Kulturbereich der Stadt zu achten.

Was wollen Sie zur Stärkung des Kulturstandortes unternehmen?

Ruepp: Dornbirn hat im Frühjahr 2005 einstimmig ein Kulturleitbild verabschiedet. Darin sind strategische Schwerpunkte für die Kulturpolitik aufgezählt. Unter anderem die Konzentration auf die 4 A’s (Alltagskultur, Avantgarde, Architektur und die aus dem Alternativbereich gewachsene Kultur), die verstärkte kulturelle und künstlerische Präsenz im öffentlichen Raum (Marktplatz, Kunst und Bau), gezielte Nischenpolitik vor allem aber die Förderung von Kinder- und Jugendprogrammen (Musikschule, Theater, AchArt).

Welche aktuellen Projekte beschäftigen Sie, was verfolgen Sie momentan?

Ruepp: Nachdem das “Impulsfestival” von Herrn Pramstaller – den Dornbirn übrigens bei diesem Projekt am längsten unterstützt hat – nun nicht mehr stattfindet, gilt es sich über eine Folgeveranstaltung Gedanken zu machen. Möglichst breit angelegt, auf die Dornbirner Verhältnisse abgestimmt und gemeinsam mit den vielen Dornbirner Kulturinitiativen.

Nach welchen Kriterien treffen Sie die Auswahl? Fördern Sie gewisse Kunst mehr als andere?

Ruepp: Dornbirn hat sich, gegenüber den Nachbargemeinden, in bestimmten Bereichen einen ausgezeichneten Namen erarbeitet. Das gilt zum Beispiel für den Bereich Jazz, Tanz aber auch für den Bereich Architektur (VAI) jedoch auch mit dem im gesamten Bodenseeraum bekannten Naturmuseum inatura. Diese und ähnliche Besonderheiten gilt es in Zukunft vermehrt zu unterstützen, um im Konzert der vielen Veranstaltungen des Landes bestehen zu können.

Prof. Winkler (Kleine Kunstfahrt) zieht sich zurück. Wird die Stadt diese weiter unterstützen, oder fällt sie dem Sparstift anheim?

Ruepp: Die “Kleine Kunstfahrt” von Prof. Winkler war/ist eine Besonderheit, die aus seiner Initiative stammt und ganz auf ihn zugeschnitten ist. Sollte sich ein Nachfolger finden, der ähnliches anbieten kann, wird man sich über die Möglichkeit der Fortführung unterhalten.

Welche Visionen verfolgen Sie in der Kulturpolitik?

Ruepp: Dornbirn als ehemals bäuerliche Siedlung, die sich in letzter Zeit zunehmend und sehr schnell zur Stadt entwickelte, hat nicht – wie beispielsweise Bregenz – eine sogenannte Hochkultur aufgebaut, sondern lebt von einem breiten kulturellen Angebot, das sich auf viele kleinere und intensivere Aktivitäten privater aber auch öffentlicher Institutionen stützt. Die Breite und die vielen unterschiedlichsten Initiativen sind unsere Stärke – die gilt es zu unterstützen.

Würden Sie für die Kunst streiten?

Ruepp: Dornbirn ist eine “Wirtschaftsstadt mit hoher Lebensqualität”. Dazu gehört unter vielen anderen Dingen vor allem auch ein starkes und breites kulturelles Angebot. Das müssen wir erhalten, aber auch ausbauen. Und dafür kann man schon mit aller Vehemenz eintreten.

ZUR PERSON

Mag. Martin Ruepp

Wohnort: Dornbirn
Beruf: Ang. Vize-Bgm.
Jahrgang: 1955
Bereiche: Stadtentwicklung/Stadtplanung/Kultur

Text: Bernhard Tost

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