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Markt für Tabakerhitzer steigt stark

Alternativen zur klassischen Zigarette sind immer gefragter
Alternativen zur klassischen Zigarette sind immer gefragter ©APA (dpa)
Alternativen zur klassischen Zigarette sind weiter im Vormarsch. Im vergangenen Jahr hat das Segment der Tabakerhitzer den Marktanteil in Österreich von 2 auf über 5 Prozent mehr als verdoppelt. Für 2026 wird ein Marktanteil von 10 Prozent prognostiziert, geht aus einem Newsletter hervor, den der Tabakkonzern JTI Austria am Mittwoch veröffentlichte. Der Hersteller kritisiert den Steuervorteil für Tabakerhitzer.

Im November sei eine Anhebung der Tabaksteuer beschlossen worden, wobei der Steuerabstand zwischen Zigarette und Tabak zum Erhitzen nicht angeglichen worden sei, bemängelte JTI Austria-Chef Ross Hennessy laut Newsletter. In Österreich gehören die frühere Austria Tabak sowie der Tabak-Großhändler Tobaccoland zum internationalen Konzern JTI (Japan Tobacco International).

Aufgrund der niedrigen Besteuerung von alternativen Tabakprodukten seien dem Staat 2022 rund 110 Mio. Euro an Tabaksteuer entgangen, so Hennessy. Bei dem für 2026 prognostizierten Marktanteil von 10 Prozent im Bereich Tabakerhitzer steige dieser Betrag auf 160 Mio. Euro. Auch JTI hat neben klassischen Tabakwaren Tabakerhitzer und E-Zigaretten im Sortiment.

Das Finanzministerium hat im Vorjahr trotz Steuer- und Preiserhöhungen keine Zuwächse bei den Tabaksteuereinnahmen lukriert. Österreich hat im vergangenen Jahr 2,070 Mrd. Euro aus der Tabaksteuer eingenommen und damit fast gleich viel wie 2021 (2,073 Mrd. Euro). Die Steuerstagnation sei auf Abwanderung der Konsumentinnen und Konsumenten in andere, nicht oder weniger besteuerte Produktkategorien wie Tabak zum Erhitzen, Niktotinpouches und E-Zigaretten zurückzuführen, so Ralf Wolfgang Lothert, Mitglied der Geschäftsleitung bei JTI Austria.

Am klassischen Tabakmarkt sei das "Pandemie-Hoch" der vergangenen beiden Jahre vorbei. 2022 lag das Zigarettenvolumen mit 11,7 Milliarden Stück auf dem Niveau von 2019. Der Gesamtmarkt an in Österreich versteuerten und unversteuerten Zigaretten verringerte sich leicht von 13,3 auf 13 Milliarden Stück im Jahr 2022.

"Interessant ist, dass sich trotz der zurückgewonnenen Mobilität der Anteil der nicht in Österreich versteuerten Zigaretten 2022 nicht wesentlich erhöht hat: 11 Prozent im Vergleich zu 10 Prozent im Jahr 2021", sagte Lothert. Zum einen würden sich die Preise in den östlichen Nachbarländern jenen in Österreich immer mehr annähern, zum anderen machten die hohen Spritpreise den kurzen Ausflug über die Grenze immer unattraktiver.

Von jeder in Österreich verkauften Packung Zigaretten bekommt der Staat etwa 77 Prozent des Verkaufspreises in Form von Steuer, den Rest bekommen die Hersteller, Großhändler und Trafikanten. Im Schnitt kostete eine Packung im Vorjahr 5,50 Euro. Die Zigarettenpreise steigen seit Jahren kontinuierlich an. 2011 kostete das Packerl durchschnittlich noch 3,95 Euro. Auch 2023 ist mit einer Preiserhöhung zu rechnen: Hohe Energie-, Rohstoff- und Logistikkosten sowie steigende Gebühren für etwa die Produktüberwachung durch die AGES erzeuge bei JTI "einen entsprechend hohen Preisanpassungsdruck".

Gut lief das abgelaufene Jahr für die Trafikanten, deren Einnahmen nach den außerordentlichen Zuwächsen der beiden Pandemiejahre von hohem Niveau aus weiter gestiegen sind. Die durchschnittlichen Umsätze erhöhten sich im Vorjahr um fast 4 Prozent auf 1,30 Mio. Euro, die Handelsspannen stiegen um fast 7 Prozent auf 177.000 Euro.

(APA)

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