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Mann schoss sich in Pariser Notre-Dame in Kopf - Protest gegen Homo-Ehe

Rechtsradikalem Essayist beging Suizid in Pariser Kathedrale Notre-Dame.
Rechtsradikalem Essayist beging Suizid in Pariser Kathedrale Notre-Dame. ©AP
Paris - Aus Protest gegen die Homo-Ehe und die Einwanderung hat ein 78-jähriger Mann am Dienstag in der Pariser Kathedrale Notre-Dame Selbstmord begangen. Die Kirche wurde evakuiert. Nach Angaben der Polizei schoss sich der Mann am Nachmittag nahe des Altars in den Kopf.

Es handelte sich um den rechtsradikalen Essayisten und Historiker Dominique Venner. Er habe die Kathedrale allein betreten, hieß es nach Medienangaben, und eine ziemlich alte halbautomatische Pistole dabei gehabt.

In einem Blog hatte er kurz vor seinem Tod das neue Gesetz über die Homo-Ehe als “infam” verurteilt und die “Verluste der Werte der Familie” beklagt. Er befürchte, dass Frankreich in die Hände von Islamisten fallen würde, hatte er geschrieben.

Le Pen würdigt “politische Geste”

Die Chefin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, würdigte seine Geste als “zutiefst politisch”, und als Versuch, “das Volk Frankreichs wachzurütteln”.

Venners Verleger, Pierre-Guillaume de Roux, verglich die Tat mit dem spektakulären Selbstmord des rechtsextremen japanischen Schriftstellers Yukio Mishima 1970.

Massive Proteste gegen Zulassung der Homo-Ehe

Die Zulassung der Homo-Ehe (“Ehe für alle”) hatte in Frankreich zu massiven Protesten geführt. Für Venner bestand die noch größere “Gefahr” in der Einwanderung, durch die die Bevölkerung Frankreichs und Europas in großem Umfang ersetzt werde. Es bedürfe daher “neuer, spektakulärer und symbolischer Gesten” um das Gewissen der Menschen wachzurütteln, schrieb der seit 50 Jahren aktive Rechtsextremist in seinem Blog.

Venner hinterließ Brief auf Chorgestühl

Nach Angaben von Monsignore Patrick Jacquin, dem Rektor der Kathedrale, hinterließ Venner einen Brief auf dem Chorgestühl. Er sei ihm nicht als Kirchgänger bekannt gewesen, sagte Jacquin. Seines Wissens habe sich noch nie ein Selbstmord im Inneren der Kathedrale ereignet.

Täglich 38.000 Menschen in Notre-Dame

Die zum Unesco-Weltkulturerbe zählende Kathedrale Notre-Dame im Stil der Früh- und Hochgotik liegt im Zentrum der französischen Hauptstadt auf der Île de la Cité. Sie wird im Schnitt täglich von mehr als 38.000 Gläubigen und Touristen besucht. Die jährliche Besucherzahl wurde zuletzt mit 14 Millionen angegeben.

In Paris hatte erst vor wenigen Tagen der Selbstmord an einer Schule für Schlagzeilen gesorgt. Ein Mann war in das Gebäude eingedrungen und hatte sich vor den Augen zahlreicher Kinder mit einem Jagdgewehr das Leben genommen. (APA, dpa, AFP, red)

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