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Mangelnde Deutschkenntnisse: Verwirrung um Sprachförderung

Die Zahl von Schülern mit mangelnden Deutschkenntnissen steigt.
Die Zahl von Schülern mit mangelnden Deutschkenntnissen steigt. ©Bilderbox
Eine Anfragebeantwortung ergab kürzlich, dass die Zahl der Kinder mit Sprachdefiziten trotz Gegenmaßnahmen weiter steigt. Klubobmann Frühstück forder nun eine Task Force. ÖVP-Landesrätin Greti Schmid ließ nun wissen, dass es eine solche bereits gebe.

“Wir bekommen zu wenig für das, was wir einsetzen”, so  Klubobmann Frühstück. Er sei für eine weitere Unterteilung der Frühförderung in die Null- bis Dreijährigen und in die Vier- bis Sechsjährigen. So müsse etwa schon bei Eltern von Kleinkindern eine Bewusstseinsbildung für die Sprachbeherrschung einsetzen. Anders als die FPÖ sehe er keine Notwendigkeit zu Sanktionen, sollten die Eltern nicht kooperieren. “Ich habe mit Strafen noch nie etwas erreicht”, so Frühstück. Experten sollen nun ein Maßnahmenpaket dazu ausarbeiten. Ein entsprechender Antrag werde im Frühjahr erfolgen.

Wie Landesrätin Greti Schmid am Freitag in einer Aussendung wissen ließ, bestehe eine solche Task Force bereits. Sie befasse sich ab kommender Woche mit dem Thema Sprachförderung.

FPÖ: “Mutlose ÖVP”

Die Freiheitlichen fordern indes, dass migrantischen Eltern klar gemacht werden müsse, dass sie ihre Kinder beim Erwerb der deutschen Sprache zu unterstützen haben. Sollten sie das nicht tun, soll es nach Ansicht der FPÖ auch Sanktionen, wie beispielsweise die Kürzung gewisser Sozialleistungen, geben.

„Ich kann die Mutlosigkeit der ÖVP in dieser Frage überhaupt nicht verstehen. Mit der Einrichtung einer Task-Force kommen wir in dieser Frage nicht mehr weiter, denn was bis zum Schuleintritt seitens des Elternhauses versäumt wird, kann während der Schulzeit kaum bzw. gar nicht nachgeholt werden“, kritisiert Dieter Egger die  Haltung der ÖVP in dieser Frage. Die FPÖ woll zudem, dass Sprachförderung in den Mutter-Kind-Pass aufgenommen wird, um eine Integration ab Geburt sicherstellen zu können. Weiters fordern die Freiheitlichen eine Begrenzung des Anteils von Kindern mit nicht deutscher Muttersprache in den Klassen. “Wir müssen den Migrantenanteil in Schulen begrenzen und besser verteilen“, umreißt FP-Klubobmann Egger die Forderungen der Freiheitlichen.

Grüne fordern Qualitätskontrolle

“Wir brauchen dringend mehr Qualitätskontrolle in den Kindergärten”, nimmt die Familiensprecherin der Grünen, Vahide Aydin, zu den hohen Zahlen der über 2.500 Kindergartenkinder mit Sprachdefiziten und der 1.300 außerordentlichen Schüler Stellung. Eine Ursache dürfte sein, dass Sprachförderung in den Kindergärten in unterschiedlichster Qualität umgesetzt wird, vermuten die Grünen. In manchen Kindergärten funktioniere es hervorragend und in anderen weniger gut. Hier gelte es, genau hinzuschauen um herauszufinden, welche Methoden greifen und welche nicht. Aydin schlägt außerdem vor, so genannte bildungsferne Eltern noch besser und eindringlicher darüber zu informieren, wie sie ihre Kinder unterstützen können.

“Die Strafdrohung ist zwar typisch für die FPÖ, bringt aber in der Sache nichts”, so Aydin. Das würde nur wieder die Kinder treffen, die nicht schuld sind. Entscheidend sei zu wissen, warum Sprachförderung bei den einen greift und bei den anderen nicht. Anders als die FPÖ setzt Aydin Sprachdefizite nicht mit mangelndem Integrationswillen gleich.

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