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Mangelhafte Ausbildung der Jungärzte

Schwarzach - In der Vlbg. Ärzteausbildung rumort es. Die Turnusärzte in den Krankenhäusern sind unzufrieden. Eine Forschungsgruppe der FH hat dies im Rahmen einer Studie veröffentlicht.

Die Ärztekammer Vorarlberg fordert die rasche Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Ausbildungssituation der Jungärzte. Grundlage für die Forderung bildet eine Befragung von 150 Turnusärzten in Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin, die die Qualität und Praxis ihrer Ausbildung mit „Genügend“ bis „Nicht Genügend“ beurteilen. Die größten Mängel seien das Fehlen an Zeit sowie mangelnde Praxisorientierung, informierte am Mittwoch die Ärztekammer Vorarlberg.

Bereits im Jahr 2004 waren Turnusärzte zur Qualität ihrer Ausbildung in den Vorarlberger Krankenhäusern befragt worden. Auf Grund der alarmierenden Ergebnisse wurde anschließend eine Arbeitsgruppe zur Verbesserung der Jungärzte ins Leben gerufen. Maßnahmen wie etwa die Einführung von Seminaren für Ausbildungsassistenten in den Krankenhäusern wurden gesetzt, viele andere Forderungen scheiterten laut Ärztekammer aber an fehlenden Finanzierungsmodellen.

Vom Ergebnis der aktuellen Befragung zeigte sich Burkhard Walla, Vizepräsident der Ärztekammer Vorarlberg, schlichtweg enttäuscht. „Es ist wirklich an der Zeit, diesen Aufschrei der Turnusärzte zu hören und ernst zu nehmen“, sagte Walla. Die Tätigkeit der Turnusärzte erschöpfe sich häufig in Büroarbeiten und Formalitäten im Rahmen der Patientenaufnahme oder -entlassung.

Um künftig eine Qualitätsverbesserung in der Ausbildung der Turnusärzte zu gewährleisten, forderte Walla das begleitende Lernen der Turnusärzte am Patienten im Beisein ihrer älteren Kollegen. Dazu solle den Ausbildungsbegleitern in den Spitälern ein fixes Zeitbudget für ihre Betreuungstätigkeit eingeräumt werden. Außerdem gelte es im Sinne eines landesweiten Standards für die Turnusarzttätigkeiten genau zu definieren, welche Aufgaben von Turnusärzten zu erfüllen seien.

Laut Walla ist die Lernbereitschaft der Vorarlberger Turnusärzte an freiwilligen Lehrveranstaltungen groß. Beinahe zwei Drittel der Turnusärzte würden in ihrer Freizeit die vor einem Jahr von der Ärztekammer initiierten praxisorientierten Fortbildungsveranstaltugnen besuchen. Zudem schnitten die Vorarlberger Turnusärzte bei den umfassenden Turnusärzte-Prüfungen wesentlich besser ab als der österreichische Durchschnitt.

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