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Manchester-Anschlag: Auf der Spur der Täter

Die Ermittlungen nach dem Terroranschlag in Manchester laufen.
Die Ermittlungen nach dem Terroranschlag in Manchester laufen. ©APA/AFP
Die britischen Behörden benötigten nur wenige Stunden, um den Selbstmordattentäter von Manchester zu identifizieren. Es war der 22-jährige Salman Abedi, der sich am Montagabend nach einem Konzert von Teenie-Star Ariana Grande in die Luft sprengte. Ein Überblick über den aktuellen Stand der Erkenntnisse:

Wer steckt hinter der Tat?

Die britische Polizei identifizierte am Dienstag den 22-jährigen Salman Abedi als Selbstmordattentäter. Abedi wurde als Sohn einer streng gläubigen Flüchtlingsfamilie aus Libyen in Manchester geboren und muss sich in den vergangenen Jahren radikalisiert haben. Abedi war den Sicherheitsbehörden bereits vor der Tat bekannt, wie Innenministerin Amber Rudd am Mittwoch sagte.

Der Studienabbrecher soll sich zuletzt immer stärker dem radikalen Islam zugewandt haben. Nach Geheimdiensterkenntnissen war Abedi nach Libyen und wahrscheinlich auch ins Bürgerkriegsland Syrien gereist. In beiden Ländern ist die Jihadistenmiliz IS aktiv.

Regelmäßig suchte Abedi nach Medienberichten eine Moschee auf, in der sein Vater, ein angesehenes Mitglied der muslimischen Gemeinde von Manchester, öfter den Gebetsruf verrichtete. Seinem Umfeld gegenüber blieb Abedi offensichtlich unscheinbar. “Er war so ein stiller Bub, er hat mich immer mit Respekt behandelt”, sagte ein Gemeindemitglied dem “Guardian”. “Ich kann nicht glauben, dass er so etwas tut.”

Hat Abedi die Tat alleine ausgeführt?

Die britischen Behörden vermuten eine gemeinschaftlich geplante Tat, es muss also Hintermänner geben. Die Ausführung des Anschlags sei “anspruchsvoller gewesen als einige der Anschläge, die wir davor erlebt haben”, sagte Innenministerin Rudd. Dies deute darauf hin, dass Abedi “wahrscheinlich nicht alleine gehandelt” habe.

Bereits am Dienstag war im Zusammenhang mit dem Anschlag ein 23-Jähriger festgenommen worden, am Mittwoch wurden drei weitere Festnahmen im Süden Manchesters vermeldet. Was ihm genau zur Last gelegt wird, blieb unklar. Am Dienstagnachmittag hatte die Extremistenmiliz IS die Gewalttat für sich reklamiert. Ihre genaue Rolle blieb ebenfalls unklar.

Wer sind die Opfer?

Mindestens 22 Menschen wurden bei dem Anschlag getötet, 59 weitere verletzt. Am Tag nach dem Anschlag wurden Details zu einigen Opfern bekannt: Jüngste Tote war die achtjährtige Saffie Rose Roussos, die mit ihrer Schwester und ihrer Mutter das Konzert besucht hatte. Mutter und Schwester lagen verletzt im Krankenhaus.

Unter den Toten ist auch die 18-jährige Schülerin Georgina Callander, die von ihrer Schule als “liebenswerte und populäre Schülerin” gewürdigt wurde. Georginas Mitschüler trafen sich zu einer Gedenk- und Gebetszeremonie.

Getötet wurde auch das aus Polen stammende Ehepaar Angelika and Marcin Klis. Sie waren nach Informationen aus Warschau gekommen, um ihre Tochter von dem Konzert abzuholen, und wurden durch die Explosion getötet.

Die Zeitung “Manchester Evening News” richtete am Dienstag ein Spendenkonto zur Unterstützung der Hinterbliebenen ein. Bis zum Abend liefen dort bereits 580.000 Euro ein.

Was sind die Folgen?

Großbritannien rief die höchste Terrorwarnstufe “kritisch” aus, derzufolge mit einem unmittelbar bevorstehenden Anschlag gerechnet werden muss. Bewaffnete Soldaten sind nunmehr zum Schutz öffentlicher Einrichtungen mobilisiert. Das britische Parlament ist für den Besucherverkehr geschlossen.

(APA)

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