AA

"Man hatte Angst von der Polizei verschlagen zu werden."

Die Ausschreitungen im Rahmen der Proteste gegen den Akademikerball fallen auf die Jungen Grünen zurück.
Die Ausschreitungen im Rahmen der Proteste gegen den Akademikerball fallen auf die Jungen Grünen zurück. ©APA
Wien - Beim Akademikerball der FPÖ letzten Freitag in Wien wurde heftig demonstriert. 6.000 Menschen waren auf den Beinen. Darunter auch Vorarlberger, sowohl aufseiten der Polizei wie auch der Demonstranten. Auch Dieter Egger war in Wien, wenn auch nicht auf dem Ball.
Sebastian Vetter von den Jungen Grünen
Dieter Egger zum Akademikerball
Glawischnig warnt Junge Grüne
Polizei weist Kritik zurück
ÖVP und FPÖ kritisieren Junge Grüne
Notlagenfonds für Vandalenopfer
Alle Infos zum Akademikerball
Live-Ticker zum Nachlesen
Tausende Demonstranten in Wien
Beim Akademikerball in der Hofburg
Ausschreitungen und Demos
Leserreporter bei den Demos

Unter den Demonstranten vor der Wiener Hofburg war Sebastian Vetter von den Jungen Grünen: “Wir waren schon als die ‘Jetzt Zeichen Setzen’-Kundgebung abgesagt wurde nervös. Man hat gemerkt, dass es nicht lustig wird. Man hatte Angst von der Polizei verschlagen zu werden”, verrät er im Skype-Interview.

15 Festnahmen durch Polizisten

Obwohl die jungen Grünen bei den Demonstrationen gewaltlos gegen den Akademikerball der FPÖ vorgehen wollten, ging es bei den mehreren tausend Demonstranten nicht immer friedlich zu. Am Samstag war von über 20 Verletzten die Rede,  Polizeisprecher Roman Hahslinger sprach am Montag gegenüber VOL.AT von 6 Verletzten und 15 Festnahmen. Dabei sorgte auch eine Abordnung der Vorarlberger Polizei für Sicherheit in der Innenstadt.

Knüppel und Pfefferspray

Vetter nennt mehrere Gründe für die Störfeuer: “Auf der einen Seite war die Eskalationstaktik der Polizei da, samt Knüppel und Pfefferspray, auf der anderen Seite weiß man nie, was Leute motiviert, bei einer Demo dabei zu sein. Wenn man nur Action will, ist das eine passende Gelegenheit. Wir leben aber in einer gewaltverherrlichen Gesellschaft und das ist eine einfache Antwort.”

“Erschrockenheit und Wut”

FPÖ-Klubobmann Dieter Egger war an diesem Wochenende ebenfalls in Wien, wenn auch nicht auf dem Akademikerball. Stattdessen besuchte er am Samstag den Ball der Vorarlberger in Wien. Denoch konnte er Eindrücke von den Demonstrationen sammeln. “Aber wenn man mit den Menschen gesprochen hat, war eine große Erschrockenheit zu spüren”, auch Wut habe er bei den Geschädigten vom Stephansplatz bemerkt. Kritik am Vorgehen der Polizei sieht er als unbegründet an, man habe richtig auf die Gewaltbereitschaft vonseiten der Demonstranten reagiert.

Distanzierung von Gewalt notwendig

Statt Kritik müsse man den Einsatzkräften einen Dank aussprechen, diese habe nur Eigentum und Menschen schützen wollen. “Ich finde es eigentlich furchtbar, wenn politische Gruppierungen oder Teile von politischen Gruppierungen sich auch noch mit derartigen Randalierern solidarisieren”, verurteilt Egger das Vorgehen der Jungen Grünen rund um den Akademikerball. Zwar habe es sehr viele friedliche Demonstranten gegeben, Gewalt als politisches Mittel müsse jedoch von allen Parteien und den Medien abgelehnt und verurteilt werden. Hier vermisst Egger eine klare Distanzierung.

Rauswurf und Klagen drohen

Spannungen gibt es für die Jungen Grünen nach dem Wochenende noch genug: So droht FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky mit einer Klage auf Schadenersatz. Ob eine solche Klage durch die FPÖ im Namen der Geschädigten sinnvoll ist, will Egger nicht beurteilen, dies sei eine Sache der Justiz. 

Doch auch die Grüne Bundesprecherin Eva Glawischnig droht der Jugendorganisation mit dem Rauswurf aus der Partei. Anlass ist deren Website www.nowkr.at, auf der Gegner des Akademikerballs den Slogan “Unseren Hass den könnt ihr haben!” veröffentlicht hatten. Glawischnig will nun eine Garantieerklärung, dass so etwas nicht mehr vorkommen kann. (red)

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • "Man hatte Angst von der Polizei verschlagen zu werden."
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen