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Mamas Lauser und Papas Schatz

Doren - Lukas (2) aus Doren braucht dringend fremdes Knochenmark. Seine Eltern hoffen, dass am 11. April in Hohenems ein Spender gefunden wird.

Unter seinem T-Shirt trägt Lukas eine kleine goldene Halskette. Der Anhänger zeigt einen Engel, “Lukas’ Schutzengel”, erklärt seine Mutter Brigitte.

Der 2-jährige Dorener braucht den Talismann, weil er eine Krankheit hat. Eine Krankheit, die Lukas von außen zwar nicht anzusehen ist. Die ihn jedoch sein Leben kosten wird. Falls sich in der nächsten Zeit kein passender Knochenmarkspender findet.

Lukas Bilgeri leidet seit einer Infektion im Mutterleib an einer Blutkrankheit. Sein Körper produziert nicht genügend rote Blutkörperchen. Erblich ist die Anämie nicht. Seine Eltern Brigitte (33) und Klaus (43) sind kerngesund. Ein Jahr hat es gedauert, bis die Bregenzerwälder Familie die endgültige Diagnose von den Ärzten bekam. Ein Jahr zwischen Hoffen und Bangen.

„Natürlich ist das alles nicht leicht für uns. Aber wir sind froh, dass unser Sohn trotz Blutkrankheit keine Leukämie hat“, erklären die Eltern.

Trotzdem braucht Lukas möglichst bald eine Knochenmarkspende. Mit ihm warten in Vorarlberg noch sechs weitere Kinder sowie neun Erwachsene auf einen Spender. Gibt es in der eigenen Familie kein passendes Knochenmark, wird mit Hilfe einer internationalen Datenbank weltweit gesucht.

Statistisch kommt nur einer von einer halben Million Menschen als Spender in Frage.

Spender dringend gesucht

Wer helfen will und bereit ist, sich aus dem Beckenknochen unter Vollnarkose Knochenmark entnehmen zu lassen, sollte am 11. April nach Hohenems kommen. Im Landeskrankenhaus findet am Mittwochabend eine Bluttypisierung statt. Jeder Erwachsene, der gesund und nicht älter als 45 Jahre ist, kann dort seine Blutprobe abgeben.

Die Bilgeris hoffen sehnlichst, dass für ihr Kind bald ein passender Spender gefunden wird. Derzeit bekommt Lukas in Bregenz alle drei Wochen eine Bluttransfusion. Bis auf diese regelmäßigen Krankenhausbesuche lebt er nicht anders als andere Kleinkinder. Er spielt gerne mit seinem Bagger und kennt schon alle gängigen Automarken beim Namen. „Wir sind wirklich froh, dass es ihm äußerlich so gut geht“, beteuern Brigitte und Klaus.

„Für uns ist er nicht krank“

Wenn sie über ihren Sohn sprechen, fällt das Wort Krankheit nie. „Weil er so gesund wirkt, ist er in unserem Bewusstsein gar nicht krank.“ Das Leben mit der Blutarmut ist für die Familie inzwischen schon fast zur Routine geworden.

„Viele in unserem Umfeld wissen noch gar nichts von LukasÑ Situation“, gibt Brigitte zu. Daher war die 33-Jährige auch anfangs einem Zeitungsartikel gegenüber skeptisch. „Wir wollen uns nicht wichtig machen und sind auch nicht auf Mitleid aus.“ Mittlerweile sind die

Bilgeris aber so weit, dass sie offen über LukasÑ Anämie reden können. „Meine Frau und ich mussten erfahren, dass ein gesundes Kind nichts Selbstverständliches ist“, erzählt der 43-jährige Familienvater.

Für das sympathische Bregenzerwälder Paar war Lukas ein absolutes Wunschkind. „Wir haben ihn, so wie er ist, vielleicht sogar noch ein bisschen lieber, als wenn er gesund wäre“, überlegt Klaus.

Brigitte und er geben zu, dass sie Lukas gerne verwöhnen. Mit Aufmerksamkeit, nicht mit Spielsachen. „Mamas Lauser und Papas Schatz“, verrät der Kleine glucksend seine beiden Spitznamen.

Über die Krankheit haben seine Eltern mit ihm bisher noch nicht gesprochen. „Dazu ist er noch zu klein“, findet Brigitte. „Vielleicht im nächsten Jahr“, meint Klaus. Spätestens wenn Lukas zu fragen beginnt, warum er ins Krankenhaus muss, während seine Freunde noch draußen spielen dürfen, wird er von seinen fehlenden Blutkörperchen erfahren.

Die Dorener Familie hofft, dass bis dahin ein geeigneter Spender gefunden ist. Wenn ihre Hoffnung Wirklichkeit wird, hat der kleine goldene Schutzengel gute Arbeit geleistet.

SO KÖNNEN SIE HELFEN

Derzeit warten allein in Vorarlberg sechs Kinder und neun Erwachsene auf eine lebensrettende Knochenmarkspende. Österreichweit brauchen 180 Menschen einen geeigneten Spender.

Der Verein „Geben für Leben“ ruft daher zur Knochenmarktypisierung durch eine einfache Blutabnahme auf. Die Typisierung fi ndet am 11. April im Landeskrankenhaus Hohenems statt – von 18 bis 20 Uhr. Stargast des Abends wird Jutta Jäger-Carreras sein.

Gefragt sind völlig gesunde Menschen im Alter zwischen 18 und 45 Jahren. Frauen sollten ein Gewicht zwischen 55 und 100 Kilo haben, Männer zwischen 60 und 110 Kilo. Die Spender sollten bereit sein, jedem Menschen zu helfen.

Der Verein hofft auf viele Teilnehmer. Jede Typisierung kostet den Verein 51 Euro. Spenden werden daher gerne entgegengenommen.

Spendenkonto: Knochenmarkspende Vorarlberg, Sparkasse Bludenz, Zweigstelle Schruns, BLZ: 20607, Konto: 0100-064898.

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