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Mailänder Trends: Blick gegen Osten

Die Modeschöpfer blicken gen Osten. Viele Designer auf den am Dienstagabend zu Ende gegangenen Mailänder Damendefilees Frühjahr/Sommer 2003 schöpften wieder einmal aus der asiatischen Kultur. Überall tauchen Details des Kimonos auf, mal ist es die Ärmelform, mal der kleine Stehkragen oder die Blütendessins. Allerdings mischt sich Orient immer mit Okzident: Auf den richtigen Mix kommt es an.

Roberto Cavalli hat die Asien-Thematik am intensivsten in seine Kollektion aufgenommen. Er macht sie wild und sexy. Seine Kimonojacken erhalten asymmetrische Säume und Unterfütterungen aus Leopardenfell. Auf rotes Leder stickt der Designer aus Florenz Schlangenmotive. Für Brüche sorgen weite Matrosenhosen. An einem Kleidungsstück kommt die Rock’n’Roll-Geisha nicht vorbei: an der Korsage. Die presst sich über Kleider, nimmt deren vielfarbige Muster auf und wird am Rücken stilecht geschnürt. Cavallis Formen bildeten die Basis vieler Schauen: Extrem kurze Röcke und halsbrecherische Absätze bestimmten die Milano Moda Donna.

Einen für viele Frauen sicher wohltuenden Bruch vollzog Giorgio Armani. Lange Röcke und flache Schuhe prägen die Mode des Mailänders. Schmal, aber nicht zu eng, läuft die Silhouette am Bein entlang, bauscht sich zuweilen zu einer Ballonform auf. Armanis Basisfarbe für den kommenden Sommer ist Grau in allen Nuancen. Dazu setzt er auf starke Akzente in Orange oder Fuchsia. Meist verzichtet Armani unter den Blazern auf Blusen und variiert stattdessen mit Tops und Bodys. Die Hosenbeine enden in einer leichten Raffung.

Neben der traditionellen asiatischen Mode beherrschte ein weiteres Thema die Laufstege: Sport. Er wurde jedoch in Mailand verfeinert, fast schon elegant interpretiert. So gibt es etwa Joggingblousons aus Seide, fallen Schnüre aus Chiffonkleidern. Weit oben auf der Hitliste stehen Hosen mit Bündchen am Beinende. Das liegt je nach Geschmack zwischen Oberschenkel und Fessel.

Auch Burberry Prorsum unterstrich die Lust am Spiel rund um den Sport mit einer Tendenz zum Militär. Unter Kostümen mit Druckknöpfen finden sich Seidenblusen in Streifendessins. Von außen aufgesteppte Reißverschlüsse zieren Hosen und Jacken. Letztere haben Armee- Charakter und Vintage-Optik – sie sehen aus wie seit Jahren getragen. Shorts aus Seide oder Leder erhalten schräg aufgesetzte Taschen. Das Karo, Markenzeichen des englischen Unternehmens, wirkt wie durch eine Lupe betrachtet.

Praktisch denkt das Haus Brioni, nicht ohne gewisse Eleganz. Das Traveller-Jacket, eine Jacke mit einer Vielzahl von Taschen besetzt, gehört zu den Klassikern des exquisiten italienischen Modehauses. Im kommenden Sommer kommt nun eine glamouröse Version in Gold auf den Markt. Asien manifestiert sich in Kimonojacken mit Applikationen oder in den Mustern. Sportlich wird es bei den Rugby-Poloshirt aus Seiden- Piquet.

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