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Mädchen für (fast) alles

Herbert Stöckl inmitten seines Reiches
Herbert Stöckl inmitten seines Reiches ©Christof Egle
 Mittelschulgebäudewart Herbert Stöckl verabschiedet sich in die Pension
Herbert Stöckl

 

Koblach. So mancher Gebäudewart an so mancher Schule gilt als der heimliche Direktor im Hintergrund. Zumindest in technischer Sicht gilt dies für Herbert Stöckl an der Koblacher Mittelschule auf alle Fälle. Beim gelernten Schlosser laufen in seinen Räumen alle Fäden zusammen. Dafür sorgt allein schon die technische Anlage, die er höchstpersönlich in Eigenregie gebaut hat. Diese kontrolliert mit Ausnahme der Heizung eigentlich das ganze Gebäude allen voran die Schließanlage und dies ist auch der Hauptgrund für die Konstruktion der Anlage. Den neben den Schülern und Lehrern nützen auch mehr als zehn Vereine die Räumlichkeiten der Schule, vor allem die Turnhalle: „Früher musste ich denen immer auf – und wieder zusperren, was zusätzliche Überstunden am Abend bedeutet hat, daher kam ich auf die Idee, dies elektronisch zu regeln“, erklärt Stöckl seine Beweggründe. Der passionierte Hobbybastler plante alles von Grund auf, fertigte die Pläne, die er noch heute aufbewahrt und installierte schließlich alle Leitungen und Schalter. So haben die Koblacher Ortsvereine heute bequem und vollelektronisch Zugang zu ihren Kursen, Gruppenstunden und Trainingseinheiten.

Aufgewachsen ist der zweifache Familienvater in Gampern in Oberösterreich in der Nähe des Attersees. Nach einer Schlosserlehre in der Chemiefaserfabrik Lenzing absolvierte er neben seinem Beruf noch weitere Ausbildungen in Sachen Maschinenbau und als Konstrukteur. Das Multitalent wurde so auch mit der Ausbildung mit Lehrlingen beauftragt. Einer seiner spannendsten Aufträge führte in Ende der 80er Jahre sogar in die damalige DDR. Über 2,5 Jahre sorgte er für den Umbau einer Raffinerie in der Nähe von Leipzig. Damals war Stöckl als Leasingarbeiter tätig und so kam im Jahr 1988 vom einen auf den anderen Tag der Auftrag zur Firma Huber nach Mäder zu wechseln. Was auch nur als temporärer Aufenthalt geplant war wurde zu seiner neuen Heimat. Stöckl lernte seine spätere Gattin Ingrid kennen, baute ein Haus und bewarb sich im Jahr 1994 für die Position des Gebäudewarts in der Mittelschule Koblach: „Ich hatte in den Jahren viele, teils gefährliche Arbeiten ausgeführt und sehnte mich auch nach einem Arbeitsunfall in der DDR, nach etwas mehr Ruhe und Stabilität“. Unter dem damaligen Bürgermeister Werner Gächter wurde er eingestellt und bekleidete sein Amt nun bereits seit 26,5 Jahren. Hatte die Schule früher einen eher schlechten Ruf ist in den letzten Jahren deutlich mehr Ruhe eingekehrt, das Betriebsklima sei hervorragend. Ende August ist aber nun endgültig Feierabend und Stöckl wird in den wohlverdienten Ruhestand wechseln, nicht aber noch davor einen Nachfolger gewissenhaft einzuarbeiten. Langeweile wird dann aber auch keine aufkommen. Um das Eigenheim soll ein neuer Zaun entstehen und zahlreiche weitere Arbeiten warten auf ihn: „Ich habe mehr als genug zu tun, nun aber habe ich jeden Tag acht Stunden mehr Zeit dafür“, sagt Stöckl so unaufgeregt wie er seine Tätigkeit stets ausgeübt hat: Im Hintergrund, akribisch, mit viel Selbstverantwortung, aber immer mit Freude und Leidenschaft. CEG

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Herbert Stöckl

geb. 19.2.1957 in Gampern Oberösterreich

gelernter Schlosser

verheiratet mit Ingrid, zwei erwachsene Kinder

Hobbies: Spazieren, Computer, Elektrobasteln

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