Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Theater ist Leben auf der Bühne

Der letztjährige Regisseur Thomas Golz gehört seit 1990 zum Ensemble der "Luschnouar Bühne".
Der letztjährige Regisseur Thomas Golz gehört seit 1990 zum Ensemble der "Luschnouar Bühne". ©Bernhard Tost
Thomas Golz über die erfolgreiche Arbeit mit der „Lusch-nouar Bühne".

Lustenau. Er gehört seit 1990 zum Ensemble der „Luschnouar Bühne”, als ihn der Bühnengründer und leider heuer verstorbene Otto Wund für das Stück „Die böse Hand” als Schauspieler „rekrutierte”. Über sein Engagement als Schauspieler und Regisseur bei der „Luschnouar Bühne” erzählt der charismatische Lustenauer im VN-Heimat-Interview.

In welchen Stücken haben Sie als Schauspieler mitgewirkt?
Golz:
Ich habe mittlerweile in zwölf Stücken eine Rolle verkörpert. Unter anderem in „Erbo ka (nid) jeda”, „Das schläocht Gwiesso”, „Oslo Syndrom” und „Lifting”.

Wie sind Sie von der Schauspielerei zur Regie gekommen?
Golz:
Mich hat die Regiearbeit eigentlich immer schon fasziniert. Nachdem ich dann auch bei einigen Regiebeobachtungen beim Landestheater dabei sein durfte, und sich die Gelegenheit bot, habe ich es einfach probiert.

„All uf di Klänno” war Ihre erste Regiearbeit. Wie kam es zu diesem interessanten Projekt und was hat Sie an der Produktion besonders gereizt?
Golz:
Das stimmt nicht ganz. Mein Regiedebüt war im Jahre 2009 mit „Krach im Hause Gott” von Felix Mitterer. Ein für mich sehr interessantes und anspruchsvolles Stück, bei dem ich die verschiedenen Charaktere zusammen mit den Schauspielern sehr gut herausarbeiten konnte. „All uf di Klänno” war nach „Ein Platz blieb leer” meine dritte Regiearbeit.

Wie würden Sie das The-aterstück „All uf di Klänno” kategorisieren? Ist es eher kritische Milieustudie mit humoristischen Einlagen oder wirkliche Komödie?
Golz:
Weder noch. Für mich war es eigentlich ein klassisches Lustspiel mit lokalem Bezug und einigem Augenzwinkern in Richtung Vereinsleben!

Wie bringen Sie dem Zuschauer die Charaktere und die Geschehnisse nahe? Wie kommt es zur Identifikation mit den Figuren?
Golz:
Eigentlich bringe ich als Regisseur die Charaktere nicht dem Zuschauer, sondern dem Schauspieler nahe. Dies geschieht durch Stückbesprechung. Bei dieser werden die Charakterzüge der Personen zusammen mit den Akteuren herausgearbeitet. Im Idealfall identifiziert sich der Schauspieler während der Proben immer mehr mit seiner Figur. Er wird vom Regisseur richtungweisend unterstützt.

Wurden Sie beim Inszenieren von anderen Regiestilen beeinflusst?
Golz:
Natürlich habe ich viel von Otto Wund gelernt, der bei den meisten Stücken in denen ich mitspielen durfte, die Regie führte.

Wie haben Sie sich mit einzelnen Schauspielern vertraut gemacht? Wie konnten Sie die jeweilige Stärke herausarbeiten?
Golz:
Das Beste ist, wenn man die Spieler kennt und bereits in einer Rolle und bei Proben beobachten konnte. Beim Lesen eines Stückes legt man sich dann seine Wunschbesetzung zurecht. Jeder Spieler hat seine eigene Art zu spielen. Diese Eigenheiten muss man sich zunutze machen und so die Stärken der Spieler schon bei der Besetzung berücksichtigen. Am spannendsten ist es natürlich, mit neuen Spielern zu arbeiten. Wie stellt er sich an? Ist seine Stimme auf der Bühne laut genug, und nicht zuletzt: Kann er sich den Text merken?

Wie würden Sie Ihre Inszenierungen charakterisieren? Gab es Leitlinien? Gab es so etwas wie ein organisatorisches Grundkonzept und wenn ja, wie würden Sie es beschreiben?
Golz:
Im Moment lege ich viel Wert auf Authentizität. Ich möchte keine allzu übertriebenen Charaktere. Die Stückauswahl ist für mich ausschlaggebend. Ich glaube, dass unser Niveau diesbezüglich für eine Amateurbühne recht hoch ist.

Wie viel Arbeitszeit steckt für einen Regisseur von der Probe bis zur Premiere in einem Stück?
Golz:
Sehr, sehr viel. Die Arbeit beginnt schon vor der ersten Probe mit der Stückauswahl und eventuell der Übersetzung desselben. Dann die Besetzung der Rollen und die Organisation aller Helfer im Hintergrund wie Technik, Bühnenbau, Kartenverkauf, Ausschank, Bestuhlung, Maske, Souffleuse… Die Einteilung des Stückes in einzelne, kurze Szenen, die intensiv geprobt werden können. Terminabklärungen für den Aufführungsort und die Probenräume. Organisation von Requisiten… Der Regisseur ist eigentlich für die ganze Produktion verantwortlich. Das hier noch genügend Zeit bleibt, sich um die Proben und Umsetzung von heiklen Szenen kümmern zu können, bedarf es einer guten und verlässlichen Regieassistenz.

Als Regisseur stehen Sie mit dem Ensemble ständig in engem Kontakt. Ich könnte mir vorstellen, dass es nicht immer einfach für Sie ist, Ideen bzw. Entwürfe aller dabei zu berücksichtigen. Wie gehen Sie damit um?
Golz:
Bestimmte Szenen kann man nur in Zusammenarbeit mit dem Ensemble bei den Proben erarbeiten. Das schönste für mich als Regisseur ist es, wenn ein Schauspieler Ideen anbieten kann. Das heißt, Vorschläge werden nicht verbal, sondern spielerisch angeboten und die Regie kann sich dann das Beste aussuchen. Schlussendlich hat aber immer der Regisseur das letzte Wort.

Als Regisseur zeigen Sie Theater, das sich auf Text und Schauspielkunst besinnt. Kann man dadurch das Publikum erziehen?
Golz: Meiner Meinung nach muss man das Publikum nicht erziehen. Ich sehe das eher umgekehrt. Die Zuschauer erziehen uns. Wenn unsere Produktionen gefallen, dann kommen sie wieder. Wenn nicht, dann müssen wir etwas ändern. Wir versuchen deshalb, auch verschiedene Stilrichtungen anzubieten. Neben lustigen Stücken inszenieren wir auch hin und wieder ernstes und gesellschaftskritisches, wie „Bsuochszit” oder „Krach im Hause Gott”.

Ihre nächsten Projekte?
Golz: Voraussichtlich wird es im Frühjahr 2014 wieder eine Produktion im Lustenauer Dialekt geben. Unser wichtigstes Projekt ist die Gestaltung unseres neuen, eigenen Vereinsheims.


Zur Person

Vervollständigen Sie bitte folgende Sätze…
Wenn ich mich festlegen müsste, wäre meine absolute Lieblingsinszenierung… zukünftig: „Fitzfinger, ab geht er!” von Jakob Wurster.
Mein schönstes Karriere-Erlebnis bei der „Luschnouar Bühne” ist bis heute… Mein Regiedebüt mit „Krach im Hause Gott”.
Kontakt zur „Luschnouar Bühne”: Obmann Martin Holzer, Tel.: 05577/88750

Fill 1Created with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Lustenau
  • Theater ist Leben auf der Bühne
  • Kommentare
    Kommentar melden
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen