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Lustenau bekommt fünfte Volksschule

In unmittelbarer Nachbarschaft zu Sportpark und Gymnasium wird Lustenau eine fünfte Volksschule mit integriertem SPZ errichten.
In unmittelbarer Nachbarschaft zu Sportpark und Gymnasium wird Lustenau eine fünfte Volksschule mit integriertem SPZ errichten. ©Marktgemeinde

Lustenau. Unter dem Tagesordnungspunkt 5 der gestrigen Gemeindevertretungssitzung stand der Neubau einer fünften Volksschule in unmittelbarer Nachbarschaft zum Sportpark und Gymnasium zur Debatte. Vor einem Jahr hatten die Grünen einen solchen Neubau in die Diskussion gebracht, um das herrschende Platzproblem an den anderen Lustenauer Volksschulen zu beheben.

Bürgermeister Dr. Kurt Fischer bekräftigte: “Wir wollen dem Wissensanspruch künftiger Generationen gerecht werden und Räumlichkeiten, die modernes Lernen ermöglichen, zur Verfügung stellen. Unsere Einrichtungen zeigen, dass Bildung einen hohen Stellenwert hat.”

Raumnot an drei Volksschulen
Die Lustenauer Volksschulenm besonders Rheindorf, Rotkreuz und Kirchdorf, sowie das SPZ haben mit Raumproblemen zu kämpfen. Verschiedene Faktoren sind dafür ausschlaggebend: Die Herabsetzung der Klassenschülerhöchstzahl von 30 auf 25 Kinder, neue Lehr- und Lernmethoden (offener Unterricht, projektorientiertes Lernen, Reformpädagogik, usw), vielseitige Förderangebote (Sprachförderung, muttersprachlicher Unterricht , etc) und die Erweiterung der Betreuungsangebote außerhalb der reinen Unterrichtszeit (Aufgabenbetreuung, Mittags- und Nachmittagsbetreuung, Ganztagsschule).

Arbeitsgruppe erwog Für und Wider
In einer Arbeitsgruppe “Schulentwicklung Lustenau” mit den Fraktionen, den Lustenauer Volksschuldirektoren, zuständigen Mitarbeitern aus der Marktgemeinde und externen Fachleuten wurden Für und Wider eines Neubaus mit erörtert und dessen geschätzte Kosten mit denen von Erweiterungen an den bestehenden Schulen verglichen.

Bürgermeister Fischer freute sich über das fundierte Datenmaterial aus der Arbeitsgruppe: “Heute liegt ein gutes Grundlagenpapier für die Grundsatzentscheidung vor.”

Bildungskonzept wird überarbeitet
Gleichzeitig soll ein Schulraumentwicklungskonzept entwickelt werden, das die Potenziale für eine Weiterentwicklung der Bildungsangebote unter Berücksichtigung der vorhandenen baulichen Ressourcen und geplanter Erweiterungen/Sanierungen aufweist. Das Konzept soll neben den Investitionskosten auch die nutzungsbedingten Folgekosten berücksichtigen.

Bildungsreferent Ernst Hagen : “Wir haben Raumprobleme im Rheindorf und im Kirchdorf. Eine Vorschulklasse im Kirchdorf wird deshalb heuer in der Schüli untergebracht. Die Volksschule Rotkreuz, die sanierungsnötig ist, ist raumtechnisch ebenfalls am Plafond angelangt. Klassenhöchstzahlen wurden von 30 auf 25 reduziert, neue Lehr- und Lernformen, offener Unterricht, Förderangebote, das alles braucht mehr Platz. Auch Lehrpersonen brauchen adäquate Arbeitsplätze. Wenn man allein von den Schülerzahlen spricht, bräuchte man keine fünfte Volksschule.”

Neue Volksschule mit integriertem SPZ
Die geschätzten Kosten für den Neubau der fünften Volksschule, liegen bei geschätzten 13,8 Millionen Euro und beinhalten auch die Eingliederung des Sonderpädagogischen Zentrums. Im Rotkreuz würden dadurch dringend benötigte Räumlichkeiten für die Volksschule zur Verfügung stehen mit einer zweckmäßigen Aula und einer modernen Turnhalle für die 14 Klassen. Momentan müssen in der Volksschule Rotkreuz manche Lernangebote am Gang ausgeführt werden, die Turnhalle oder die sanitären Anlagen gehören dringend saniert. Im SPZ gibt es seit letztem Schuljahr eine reformpädagogische Klasse, wenn man die weiterführen wolle, sind auch dort Raumprobleme vorprogrammiert.

Mittelfristige Finanzplanung überarbeiten
Die Kosten für den Neubau sind laut Hochbaureferent Vizebürgermeister Walter Natter über eine Darlehensaufnahme der Gemeinde tragbar: “Wenn wir das wollen, müssen wir die mittelfristige Finanzplanung überarbeiten. Wir können eine 5. Volksschule nur über eine Neuverschuldung unserer Gemeinde bewältigen. Das muss jedem, der heute mitstimmt, wissen. Wir erachten das Thema aber als so wichtig, dass man das auch trotz neuer Schulden in Angriff nimmt.”

Einstimmiger Beschluss
Dr. Klaudia Niedermair von den Grünen lobte die Verwaltung und den Prozess: “Das ist ein Vorzeigebeispiel, wie dieses Projekt seit unserem Antrag vor nicht mal einem Jahr abgewickelt wurde. Nun liegt eine sehr fundierte Grundlage vor, auf deren Fakten wir den Beschluss fassen können. ” Der Beschluss wurde mit den Stimmen aller Fraktionen gefasst.

O-Ton Bürgermeister Dr. Kurt Fischer: “Der Neubau einer fünften Schule ist eine zukunftsweisende Lösung für den Bildungsstandort Lustenau.”

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