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London: Al-Kaida-Urheberschaft nicht sicher

Auch nach dem Bekanntwerden eines Bekennervideos hält die britische Polizei einen direkten Zusammenhang zwischen dem Terrornetzwerk Al Kaida und den Londoner Anschlägen vom Juli nicht für bewiesen.

„Wir bleiben in derselben Position“, sagte ein Terrorismusfahnder der Tageszeitung „The Guardian“ (Samstagsausgabe). Es gebe keinen Beweis für die Existenz eines „Drahtziehers“. Vielmehr müsse davon ausgegangen werden, dass die Attentäter in Großbritannien selbst zusammengefunden hätten.

Am Donnerstagabend hatte der arabische Nachrichtensender Al Jazeera ein Video ausgestrahlt, auf dem nach Angaben des Senders Mohammed Sidique Khan, einer der Londoner Selbstmordattentäter, mit einer vor den Anschlägen vom 7. Juli aufgenommenen Botschaft zu sehen ist. Khan, ein 30-jähriger Brite pakistanischer Herkunft, war der älteste der vier Londoner Selbstmordattentäter. Laut Al Jazeera wirft er den Bürgern westlicher Länder in dem Video vor, selbst die Verantwortung für die Anschläge von London, von Madrid im März 2004 sowie vom 11. September 2001 in New York und Washington zu tragen. Die Anschläge seien eine Reaktion auf die „Gräueltaten“, die den Moslems angetan würden.

Für den US-Experten Evan Kohlmann gibt es nach der Veröffentlichung des Videos keinen Zweifel mehr an der Verantwortung Al Kaidas für die Londoner Anschläge. Das Video sei von der Gesellschaft Al Sahab produziert worden, die von Al Kaida kontrolliert werde, sagte Kohlmann dem „Guardian“. Er finde es „niederschmetternd“, wenn die Zusammenhänge nicht gesehen würden.

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