Lockangebote bei Flugpreisen

Die EU hat einen Schritt in Richtung Kostenwahrheit bei Flugtickets gesetzt. Der Preis für ein Flugticket soll künftig alle Steuern, Gebühren und sonstige Nebenkosten umfassen.

Einen entsprechenden Verordnungsentwurf hat die EU- Kommission am Dienstag beschlossen.

Die Verpflichtung zur Angabe der Bruttopreise bei Flugtickets gilt in Österreich bereits seit Anfang 2006. Das Europäische Parlament und die EU-Staaten im Ministerrat müssen dem Kommissionsvorschlag jedoch noch zustimmen, damit die Verordnung frühestens Ende 2007 in Kraft treten kann. Vor allem Billigflieger sollen künftig nicht mehr mit irreführenden Lockpreisen wie „für 9,90 Euro in die Türkei“ werben dürfen. Die erarbeitete Neuregelung soll es Verbrauchern leichter machen, sich im Dschungel der Flugpreise zurechtzufinden. Derzeit werben vor allem Billigflieger mit Lockangeboten, aber auch Linienflieger gehen nach Angaben der EU-Kommission zunehmend mit irreführenden „Schnäppchenangeboten“ auf Kundenfang. Beim Buchen im Internet erfahre der Kunde meist erst am Ende der Prozedur, wie hoch der Flugpreis tatsächlich sei. Außerdem bieten Fluggesellschaften für ein und dieselbe Strecke in den einzelnen EU-Ländern häufig unterschiedliche Preise an. Auch dies will die Kommission unterbinden: Sie will die Unternehmen verpflichten, für die gleiche Flugstrecke zum gleichen Buchungszeitpunkt EU-weit die gleichen Tarife zu erheben. Nach Darstellung von Branchenbeobachtern in London zielt der Vorschlag vor allem auf Ryanair und Easyjet ab, die Nummer eins und Nummer zwei auf dem europäischen Billigfliegermarkt. Ryanair sorgte auf dem britischen Markt beispielsweise mit Angeboten von 99 Pence für Schlagzeilen. Die Airline hieß den EU-Vorschlag willkommen und wertet die Vereinheitlichung als positiv.

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