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Ländle-AMS steht "Gewehr bei Fuß"

Schwarzach - Noch hoffen die Vorarlberger Grenzgänger in den 85 kurzarbeitenden Liechtensteiner Betrieben, dass nach drei Monaten mit reduzierter Arbeit das Ärgste überstanden sei. Sollte dem nicht so sein, würden Grenzgänger also arbeitslos, so werden sie "Kunden" des AMS Vorarlberg.

AMS-Landeschef Anton Strini auf unsere Anfrage dazu: „Schon 2002 bis 2005, als drüben die Arbeit rar wurde, hatten wir viele Grenzgänger als arbeitsuchend vorgemerkt. Aber während die Ostschweizer Betriebe in der Krise konsequent Grenzgänger abbauten, verstärkten sich Liechtensteiner Firmen trotz Flaute mit Spezialisten aus dem Ländle.” Weil in letzter Zeit auch Ostschweizer Unternehmen große Probleme hatten, genügend Fachkräfte zu rekrutieren, geht Strini davon aus, dass „diese jetzt mit allen Mittel versuchen werden, die Fachleute trotz Konjunkturloch zu halten. Es sollte also nicht massenhaft Arbeitslose geben”.

Grenzgänger-Obmann Walter Dornig, der selbst 40 Jahre lang seinen Zahltag in Franken überwiesen bekam, wusste auf unsere Anfrage von keiner Benachteiligung der Grenzgänger angesichts von Krisen zu berichten. „Das lief immer paritätisch, es wurden eigentlich nie nur Grenzgänger in Kurzarbeit geschickt oder gekündigt.” Jobpendler aus dem Ländle wissen laut Dornig nicht nur diese Fairness der „drübigen” Arbeitgeber zu schätzen, sondern erst recht die Verdienstmöglichkeiten: „Im Durchschnitt kann man von 40 bis 50 Prozent höheren Löhnen als in Vorarlberg ausgehen. Ein Drittel mehr ist ja schon erforderlich, um das Mehr an Arbeitsstunden, das Weniger an Urlaubs- und Schweizer Feiertagen und auch den späteren Pensionsantritt auszugleichen.” Laut Dornig pendeln Grenzgänger bis zu 60 Kilometer pro Tag (und Weg), etwa bis Winterthur, weiter entfernt Arbeitende sind „Wochenaufhalter”.

„Noch im Oktober praktizierten im Kanton 40 Firmen Kurzarbeit, heute sind es 230. Die am stärksten betroffenen Branchen sind natürlich Autozulieferer und Maschinen/Elektro/Metall, aber auch Textil- und Kunststoffsparte leiden unter der Wirtschaftskrise”, erklärte auf unsere Anfrage Johannes Rutz, Chef der RAV (Regionale Arbeitsvermittlung) St. Gallen. „Und 45 Prozent der Kurzarbeitsfirmen sind im St. Galler Rheintal angesiedelt, auf das sich das Gros der Vorarlberger Grenzgänger konzentriert”, verdeutlichte er die Betroffenheit der Pendler. Weil der Kanton St. Gallen eine Vorarlberg sehr ähnliche Wirtschaftsstruktur aufweist, mit hoher Produktions- und überdurchschnittlicher Exporttätigkeit, spüre man hier die Krise am deutlichsten von allen Schweizer Kantonen. Deshalb war auch der Anstieg der Arbeitslosen hier im November und Dezember massiv zweistellig, im Jänner waren es „nur” noch 6,7 Prozent.

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