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Lkw-Verkehr hat auf A14 und S16 massiv zugenommen

©VOL.AT/Sams
Im 1. Halbjahr hat der Lkw-Verkehr in Vorarlberg im Vergleich zum Vorjahr stark zugenommen, und sogar das Vor-Corona-Niveau überschritten, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt.

Um die Klimaziele im Verkehr erreichen zu können, muss der Güterverkehr einen stärkeren Beitrag zum Klimaschutz leisten als bisher, betont der VCÖ. Nötig sind verstärkte Anreize zur Verlagerung von Güter auf die Bahn.

Der subjektive Eindruck vieler Autofahrer, dass der Lkw-Verkehr auf den Autobahnen wieder stark zugenommen hat, wird durch die objektiven Daten bestätigt. Eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Asfinag zeigt, dass heuer im 1. Halbjahr in Vorarlberg deutlich mehr Lkw unterwegs waren als im 1. Halbjahr 2020. Sogar die Rekordbelastung von vor der Coronakrise wurde überschritten. "Mit mehr Lkw-Verkehr wird Österreich seine Klimaziele verfehlen. Und dieses Verfehlen würde, wie der Rechnungshof bereits festgestellt hat, sehr teuer kommen", warnt VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Keine positive Entwicklung

Auf der A14 fuhren 765.000 Lkw im 1. Halbjahr durch den Pfändertunnel, um fast zehn Prozent mehr als im 1. Halbjahr 2020, berichtet der VCÖ. Bei Dornbirn nahm der Lkw-Verkehr auf der A14 um sieben Prozent zu, bei Bludenz sogar um zwölf Prozent. Damit nimmt der Lkw-Verkehr deutlich stärker zu als die Wirtschaft wächst, was keine positive Entwicklung ist. Auch auf der S16 waren um über elf Prozent mehr Lkw unterwegs als im 1. Halbjahr 2020.

  • A14 Pfändertunnel: 765.000 Lkw (plus 9,9 Prozent / plus 1,6 Prozent)
  • A14 Dornbirn: 679.000 Lkw (plus 7,0 Prozent/ plus 0,6 Prozent)
  • A14 Feldkirch: 559.000 Lkw (plus 5,5 Prozent / plus 1,3 Prozent)
  • A14 Bludenz: 377.000 Lkw (plus 12,3 Prozent / plus 4,3 Prozent)
  • S16 Außerbraz: 274.000 Lkw (plus 12,1 Prozent/ plus 0,4 Prozent)
  • S16 Dalaaser Tunnel: 271.000 Lkw (plus 11,5 Prozent / minus 0,5 Prozent)

A14: Zahl höher als vor der Pandemie

Und auf der A14 war die Zahl der Lkw sogar höher als vor der Covid-19-Pandemie. Auf der S16 wurde die Rekordbelastung von vor der Coronakrise wieder erreicht, wie die VCÖ-Analyse zeigt.

Mehr Belastung für Anrainer

Für die Anrainer bedeutet die Zunahme des Lkw-Verkehrs: Noch mehr Belastung durch Lärm und Abgase. Deshalb braucht es verstärkte Maßnahmen, die den Lkw-Verkehr reduzieren und Güter auf die Schiene verlagern. "Der Ausbau von Straßen würde übrigens das Gegenteil bewirken: Der Transport auf der Straße wird dadurch beschleunigt, mehr Lkw-Transit ist dann die Folge", erklärt VCÖ-Experte Schwendinger. Wie Daten des Umweltbundesamts zeigen, können in Österreich mit der Verlagerung von Lkw auf die Schiene die CO2-Emissionen des Transports um 95 Prozent reduziert werden. Vor allem das Potenzial der betrieblichen Gleisanschlüsse ist stärker zu nutzen.

Anreize für Gleisanschlüsse fördern

Benachteiligungen der Gleisanschlüsse gegenüber der Straße sind rasch zu beseitigen. Während die Anbindung der Betriebe an das Straßennetz im Regelfall vollständig durch die öffentliche Hand finanziert wird, bleiben die verladenden Unternehmen trotz Förderung auf einem großen Teil der Kosten für die Gleisanschlüsse sitzen. Wo Gleisanschlüsse nicht möglich sind, braucht es Anreize und Förderungen für kombinierten Güterverkehr, etwa terminalautonome Umschlagsysteme vom Lkw auf die Bahn. "Verlagerungswillige Unternehmen sind stärker als bisher zu unterstützen, finanziell und mit Know-How, etwa durch Verlagerungscoaches", fordert VCÖ-Experte Schwendinger.

Auch die Steuerbegünstigung von Diesel fördert den Lkw-Verkehr. Der VCÖ fordert daher die Abschaffung des antiquierten und völlig ungerechtfertigten Dieselprivilegs.

Beitrag zur Reduktion leisten

Jeder und jede Einzelne kann durch das Konsumverhalten einen Beitrag zur Reduktion des Lkw-Verkehrs leisten. "Langlebige Produkte aus der Region statt Wegwerfware aus fernen Kontinenten reduzieren Transportwege und stärken die regionale Wirtschaft. Bei Lebensmitteln saisonal und regional einkaufen und auch reparieren statt wegwerfen trägt zur Verkehrsvermeidung bei", nennt VCÖ-Experte Schwendinger ein paar Beispiele.

(VOL.AT)

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