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LKH Feldkirch: Eineiige Drillinge gut entwickelt

Feldkirch - Fünf Wochen nach der Sensationsgeburt am LKH Feldkirch haben sich die Drillinge so gut entwickelt, dass die Eltern das Drei-Mäderl-Haus mit nach Hause nehmen konnten.  Baby-Fotos  | Stolze Eltern  | 

Am 6. August stand ein großes Geburtsteam im Kreißsaal des LKH Feldkirch bereit: Denn die Geburt der Drillingsbabys Amy, Kim und Zoe erforderte größte Umsicht und Konzentration seitens der Mutter wie auch der Geburtshelfer und Kinderärzte. Die drei Mädchen kamen 7 Wochen zu früh zur Welt und wurden zur weiteren Entwicklung gleich nach ihrer Geburt in die Frühgeborenenstation der Kinderheilkunde gebracht. In der Zwischenzeit haben die Babys insgesamt 500 Gramm zugenommen und wiegen heute je ca. 2.000 Gramm; sie können selbständig atmen und seit letzter Woche nehmen sie auch selbst Nahrung zu sich und trinken die wichtige Muttermilch. „Wir freuen uns für die Eltern und die Drillinge, dass von der Schwangerschaft über die Geburt bis zur heutigen Entlassung die Entwicklung so gut verlaufen ist und wir unseren Teil dazu beitragen konnten“, erklärten Prim. Doz. Dr. Peter Schwärzler und Prim. Doz. Dr. Burkhard Simma anlässlich eines Pressetermins zur Entlassung der Drillinge.

Wie entstehen eigentlich Mehrlingsgeburten?

„Amy, Kim und Zoe sind eineiige Drillinge. Das bedeutet, dass eine Samenzelle eine Eizelle befruchtet und sich diese dann nachfolgend in drei Teile geteilt hat“, informiert der Feldkircher Experte Primarius Schwärzler. Daneben gibt es noch mehreiige Mehrlingsgeburten: Hier wurden zwei oder mehrere Eizellen durch zwei oder mehrere Samenzellen befruchtet. „Grundsätzlich sind Mehrlingsgeburten mit besonderer Fürsorge zu behandeln; der menschliche Bauplan ist nämlich nicht für mehr als ein Baby pro Schwangerschaft vorgesehen“, so Schwärzler. Mehrlinge kommen früher zur Welt, was dem natürlichen Platz- sowie dem Versorgungsmangel zuzuschreiben ist. Zudem haben sie weniger Gewicht als einzelne Neugeborene. „Deshalb haben Eltern, die Mehrlinge erwarten, mehr Untersuchungs- und Kontrolltermine, damit wir Ärzte möglichen Risiken von Anfang an richtig begegnen können. Durch die Entwicklung und den konsequenten Ausbau eines Perinatalzentrums am LKH Feldkirch in Form einer intensiven Zusammenarbeit der beiden Fachbereiche Fetalmedizin und Neonatologie können wir diese Schwangerschaften und Geburten entsprechend dem höchsten internationalen Standard betreuen“, bekräftigt Schwärzler.

Was passiert in der Neonatologie?

Die Neonatologie befasst sich mit Problemen von Neugeborenen, sowohl von so genannten reifen Kindern wie vor allem auch von Frühgeborene, die – je kleiner sie sind – umso häufiger eine medizinische z. T sogar intensivmedizinsche, Behandlung benötigen. „Als Frühgeburten gelten Babys, vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen“, informiert Kinderfacharzt Prim. Doz.Dr. Burkhard Simma. Mutter Mae Christine Astley hat Amy, Kim und Zoe in der 33. Schwangerschaftswoche geboren. Die Frühgeborenen benötigen in fast allen Fällen intensivmedizinische Betreuung – brauchen also lebenserhaltende Maßnahmen zur Unterstützung, „das bedeutet, dass wir sie beatmen, bis die Lunge ausgereift ist. Auch die Kreislauffunktionen müssen wir extern unterstützen, die Nahrungsaufnahme funktioniert meist über eine Magensonde.“ Neben diesen Behandlungen achten die Fachärzte der Neonatologie auch auf Infektionsschutz und andere mögliche Komplikationen. „Man muss sich vorstellen, dass bei Frühgeburten die Organe unreif sind, ihre Reaktion auf äußere Einflüsse ist intensiviert“, erklärt Primarius Simma, mit welchen Herausforderungen sein Team und auch die Frühgeborenen umgehen müssen. Sobald die Phase der Organreifung überstanden ist, liegt der Schwerpunkt – wie zuletzt bei Amy, Kim und Zoe – bei der Gewichtszunahme. Die Eltern können ihr Baby dann mit nachhause nehmen, wenn diese ihre Temperatur halten und selbst trinken können, um ausreichend an Gewicht zuzunehmen – „und bei Frühgeburten bedeutet dies oft, dass sie bis zum normalen Geburtstermin unsere Unterstützung und Hilfe brauchen“, erklärt Prim. Dr. Simma.

„Amy, Kim und Zoe können nun seit der letzten Woche selbständig trinken, sie nehmen stetig an Gewicht zu. Alle Untersuchungen -sowohl von Mutter wie auch den Kindern – sind abgeschlossen – alle sind gesund“, gaben die beiden betreuenden Ärzte zum Abschluss bekannt. „Für die Zukunft wünschen wir – und hier sprechen wir für das gesamte Landeskrankenhaus – den Kindern alles erdenklich Gute …. und den Eltern viel Geduld!“ (Quelle: LKH Feldkirch)

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