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Literatur und Film – zwei wichtige Künste begegnen sich

Hanno Loewy (links) und Joachim Paech bei den Literaturtagen im TAS.
Hanno Loewy (links) und Joachim Paech bei den Literaturtagen im TAS. ©Emir T. Uysal/VOL.AT
Die Feldkircher Literaturtage 2015 mit Filmexperten.

FELDKIRCH. (sch) Die Feldkircher Literaturtage, die kürzlich im Theater am Saumarkt zu Ende gegangen sind, haben im Titel vorerst verschwiegen, dass der Film die zweite große Kunst war, der die Tage beherrschte. .In interessanten Vorträgen versuchten Filmexperten, Literatur und Film gegenüberzustellen, mitunter symbiotische Verbindungen zu erhellen bzw. auch klare, trennende Konturen nachzuzeichnen. Das generelle Verhältnis zwischen Literatur und Film, zwischen Text und Bild, zwischen verschiedenen Formen der Wahrnehmung und Reflexion kamen durch die Gastreferenten zur Sprache: Der deutsche Medienwissenschafter Joachim Paech; der Vorarlberger Germanist, Publizist und ebenso Medienwissenschafter Hanno Loewy, der prominente Wiener  Autor und Filmemacher Kurt Palm sowie Emily Artmann, Wolfgang Mörth und Nicole Streitler-Kastberger referierten

Valie Export first

Bevor es mit klugen Worten zur Sache ging, begrüßte die legendäre Valie Export auf der Leinwand das Publikum mit einem „Hauchtext:Liebesgedicht“ (1970), in dem die Allrounderin allein durch zwanghaftes Atmen bzw. Schnauben Spannung kreiert. Nach einem weiteren Film von Jens Höffken über den verhängnisvollen Ast, der den Dichter Ödön von Horváth 1938 in Paris erschlug, dozierte der Spezialist für Geschichte und Theorie des Films, Joachim Paech, über das Thema „Literatur und Film – eine Einführung“. Sehr professoral widmete sich Paech etwa der Problematik Übertragung von Literatur in die Sprache des Films und den verschiedenen „Spielarten“ bzw. Erzähltechniken. Literatur wird zum Film, nach einem Film entsteht Literatur; Probleme von Kontext,  Literatur und Film in modernen Medien etc. folgten

Hanno Loewy

Schließlich gesellte sich Hanno Loewy zu Paech und brachte mit bekannter Eloquenz etwas Schwung in den Abend. Zweifellos habe der Film oft die Literatur popularisiert und vor allem das bürgerliche Publikum dafür gewonnen. Zur „Macht“ des Films meinte Loewy: Man gehe eher bei Missfallen aus einem Theater als aus einem Kinosaal … Resümee von Paech, Loewy samt diskutierendem Publikum und dem abschließenden Dialog zwischen Kurt Palm und der Dornbirner Germanistik-Dozentin  an der Uni Wien und Kritikerin, Nicole Streitler-Kastberger: „Die Verbindung zweier Künste wie Literatur und Film erzeugt Synergieeffekte, Impulse, Inspirationen, aber auch Konflikte und Fallstricke“.

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