Liensberger nach Corona-Zwangspause in Lienz Slalom-Zweite

ÖSV-Technikerinnen und Liensberger erstmals 2021/22 auf dem Podest
ÖSV-Technikerinnen und Liensberger erstmals 2021/22 auf dem Podest ©APA/EXPA/DOMINIK ANGERER
Erstmals in einem Technikrennen in diesem alpinen Weltcup-Winter ist eine ÖSV-Frau am Mittwoch auf das Podest gefahren. Weltmeisterin Katharina Liensberger musste sich am Mittwoch beim Heimslalom in Lienz nach überstandener Corona-Krankheit um 0,51 Sekunden nur der Slowakin Petra Vlhova geschlagen geben. Hinter der drittplatzierten Schweizerin Michelle Gisin (+0,68) belegte Katharina Truppe (+0,78) den vierten Platz, Katharina Gallhuber (+1,40) wurde Sechste.

"Ich bin wirklich erleichtert. Dass ich es so zeigen habe können, ist wirklich genial und großartig nach dieser nicht einfachen Zeit", sagte Liensberger. Die Vorarlbergerin bestritt das zweite Rennen, nachdem sie erst am Montag ihre Corona-Quarantäne beendet hatte und negativ getestet worden war. Am Vortag hatte sie als Riesentorlauf-25. noch gezeichnet gewirkt. "Ich wollte im zweiten Durchgang einfach mit Spaß Skifahren und das zeigen, was ich kann. Ich habe gewusst, ich habe die Kraft für den Lauf noch einmal."

In Abwesenheit der wegen einer Coronavirus-Infektion fehlenden Weltcup-Gesamtführenden Mikaela Shiffrin feierte Vlhova einen vielfach erwarteten Sieg. Schon nach dem ersten Durchgang hatte sie geführt, 0,08 vor Gisin und 0,27 vor Liensberger. "Es war nicht einfach. Es war nach dem ersten Durchgang sehr knapp, und der Druck war da. Ich bin mit dem ersten Platz sehr glücklich", sagte Vlhova.

Für die 26-Jährige war es der 23. Karriere-Erfolg im Weltcup und der dritte (Slalom-)Sieg in der laufenden Saison. In Lienz hatte Vlhova zuvor noch nie gewonnen, dafür hatte sie schon die österreichischen Weltcup-Orte Semmering, Flachau und Lech/Zürs als Siegerin verlassen. Außerdem hält die Gesamtsiegerin der Vorsaison nun bei 50 Weltcup-Podestplätzen. Vlhova verringerte als Dritte den Rückstand im Kampf um die große Kugel auf Shiffrin auf 135 Punkte, auf die zweite Sofia Goggia (ITA) fehlen ihr 42. Im Slalom ist Liensberger (202) hinter Vlhova (380) und Shiffrin (260) neue Dritte.

Truppe stieß mit der schnellsten Laufzeit im Finale von Halbzeit-Rang 13 fast bis auf das Stockerl vor. "Wahnsinn! Der vierte Platz tut richtig gut. Der Mut ist belohnt worden, nach meiner Verletzung ist das Balsam für die Seele", betonte die Kärntnerin, nachdem sie trotz eines Fehlers ihr bestes Saisonergebnis eingefahren hatte. "Ich habe echt schnell reagiert und der Ski ist trotzdem gelaufen, also ich habe nicht abgebremst. Wie ich ins Ziel gekommen bin, war ich aber doch verwundert, dass ich sechs Zehntel vorne bin."

Auch Gallhuber freute sich. "Ich glaube, ich habe gezeigt, dass das Rennfahren schon noch in mir ist. Es ist sehr, sehr cool gewesen, dass ich im Ziel wieder einmal grün gesehen habe. Das war im Weltcup-Rennen echt schon lange nicht mehr", meinte die Niederösterreicherin. Besser war sie zuletzt im März 2018 in Ofterschwang als Fünfte klassiert gewesen. "Jetzt muss ich das Ganze einfach noch zusammenstückeln, dann komme ich sicher zu einer Form, wo ich richtig Gas geben kann."

Zufrieden bilanzierte Österreichs Frauen-Technik-Chef Hannes Zöchling das Ergebnis mit drei in den ersten sechs. "Es war ein sehr positives Rennen. Mit der Leistung von Kathi Liensberger muss man höchst zufrieden sein nach der Corona-Infektion, da hat sie höchsten Respekt. Das Podium tut ihr gut, tut der ganzen Mannschaft und uns auch gut, dass man doch weiß, dass der Weg der richtige ist und dass wir dabei sind und schnelle Schwünge haben."

Er freue sich auch speziell über Gallhuber, die mit der viertbesten Zeit im zweiten Durchgang eine "sehr, sehr starke Leistung" erbracht habe, und über Truppe, die mit Laufbestzeit im Finale gezeigt habe, "was in ihr steckt". "Sie hat das gut runtergebracht, hat Angriff gepfiffen. Das zahlt sich schlussendlich auch aus, der vierte Platz ist eine gute Platzierung."

Katharina Huber ("Der Angriff im zweiten Durchgang war schon besser") beendete das Rennen als 15., Marie-Therese Sporer machte als 17. Weltcup-Punkte. Chiara Mair war 23. Franziska Gritsch, Magdalena Egger und Stephanie Brunner hatten am Vormittag die Qualifikation für die Top 30 verpasst.

(APA)

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