Liechtenstein feiert Souveränität

Mit einem offiziellen Festakt, einem Umzug der elf Gemeinden und einem großen Volksfest in Vaduz feierte das Fürstentum Liechtenstein am Mittwoch "200 Jahre Souveränität".

1806 war das Fürstentum in den Rheinbund unter französischem Protektorat aufgenommen worden und damit aus dem Heiligen Römischen Reich ausgeschieden. Als spezielle Ehrengäste begrüßten Hausherr Fürst Hans-Adam II. und Erbprinz Alois Philipp Bundespräsident Heinz Fischer sowie den Schweizer Bundespräsidenten Moritz Leuenberger. Am Rande der Veranstaltung standen für Fischer Arbeitsgespräche u.a. mit dem Liechtensteiner Regierungschef Otmar Hasler auf dem Programm.

Nach den offiziellen Ansprachen von Erbprinz Alois und dem Liechtensteinischen Landtagspräsidenten Klaus Wanger am späten Nachmittag war der Jubiläumsumzug der Gemeinden durch Vaduz angesetzt. Die elf Kommunen des Fürstentums mit seinen rund 34.000 Einwohnern illustrierten mit Bildern zum Thema „Souveränität. Von Innen nach Außen“ die wechselvolle Geschichte Liechtensteins. An dem Jubiläumszug sollten sich über 1.000 Teilnehmer beteiligen. Für die Staatsgäste aus dem In- und Ausland gab es außerdem ein Festbankett im Vaduzersaal.

Der Festtag sollte auch daran erinnern, dass die staatliche Souveränität des 160 Quadratkilometer großen Fürstentums keine Selbstverständlichkeit ist. Noch 1920 hatten die Mitglieder des Völkerbundes Liechtenstein die Aufnahme mit dem Argument verweigert, dass ohne Botschaften im Ausland, ohne eigene Währung und ohne eigene Post von einem selbstständigen Staat keine Rede sein könne.

Das Fürstentum Liechtenstein wurde vor 200 Jahren in den Rheinbund aufgenommen und damit als eigenständiger Staat anerkannt. Frankreichs Herrscher Napoleon I. gestand den 16 im Rheinbund zusammengeschlossenen deutschen Kleinstaaten die Souveränität zu. Dies veranlasste Kaiser Franz II. (seit 1804 als Franz I. erster Kaiser von Österreich), am 6. August 1806 die Krone des Heiligen Römischen Reiches niederzulegen, das damit zu bestehen aufhörte. Unter Fürst Johann I. wurde Liechtenstein unabhängig.

Die anderen Rheinbund-Mitglieder verschwanden allesamt von der politischen Landkarte. Nur Liechtenstein konnte seine Eigenständigkeit bis heute bewahren. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Untergang der österreichisch-ungarischen Monarchie ging es durch eine Reihe von völkerrechtlichen Vereinbarungen eine enge Verbindung mit der Schweiz ein und übernahm 1924 deren Währung. Der Internationale Gerichtshof (IGH) nahm Liechtenstein 1950 als Mitglied auf. 1975 unterzeichnete das Land die KSZE-Schlussakte von Helsinki. Drei Jahre später trat das Fürstentum dem Europarat bei, 1990 wurde Liechtenstein Mitglied der Vereinten Nationen. Seit 1991 ist das Fürstentum Vollmitglied der EFTA. Jüngste Meilensteine in der Außenpolitik waren die Beitritte zum EWR und zur WTO.

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