Liebe auf den zweiten Blick: Die bessere Wahl

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Der ersten Liebe goldne Zeit, beschreibt Schiller in seinem Lied von der Glocke besonders enthusiastisch.

“Das Auge sieht den Himmel offen, / Es schwelgt das Herz in Seligkeit; / O daß sie ewig grünen bliebe, / Die schöne Zeit der jungen Liebe!” Es ist ja auch jedem zu gönnen, einmal diesen Gefühlssturm erlebt zu haben. Doch von Dauer ist er in der Regel nicht.

Frau Adler, Geschäftsführerin der seriösen Partnervermittlung Ernestine sagt dazu: “Wir vermitteln ja viele geschiedene Ehepartner und stellen bei unseren Vorgesprächen fest, dass es bei fast allen die Liebe auf den ersten Blick war, die zur Ehe führte. Heute herrscht die Einsicht vor, dass dieser Gefühlsrausch aus Sex und Leidenschaft eine schlechte Basis für eine dauerhafte Beziehung war.”

Der erste Blick war also durch eine rosarote oder sogar feuerrote Brille getrübt. Wenn es dann zu einer Trennung kommt, ist der Frust oft groß. Das muss nicht sein. Denn diese Erfahrungen können eine durchaus positive Basis für eine neue Beziehung bilden.

Die Diplompsychologin Dr. Eva Wunderer schreibt in einer Studie über die Ehe: “Wenn zwei Menschen … beschließen, den zukünftigen Weg gemeinsam zu gehen, sind sie keine ‘unbeschriebenen Blätter’ mehr. Nicht nur ihre eventuellen Vorerfahrungen mit anderen Partnern haben ihre Spuren hinterlassen; jeder bringt auch ganz spezifische Erwartungen, Ansprüche und Vorurteile in die Partnerschaft ein. Diese sind oft nicht bewusst oder bleiben nicht selten unausgesprochen. Dennoch beeinflussen sie die Qualität der Beziehung in hohem Maße.” Das gilt auch und erst recht für Beziehungen, die im fortgeschrittenen oder gar Seniorenalter eingegangen werden oder für eine neue Bindung nach dem Witwenstand.

Klaus-Dieter Malzer, Mitinhaber der PV Ernestine, betont deshalb, wie wichtig es ist, “in unseren Vorgesprächen, diese Erwartungshaltung zu ergründen. Wir alle kennen alle Damen und Herren persönlich. Und unsere Mitarbeiter sind darin geschult, die richtigen Fragen zu stellen und genau zuzuhören. Deshalb können wir eine neue Beziehung sehr sorgfältig anbahnen.”

“Ohne die Romantik aus den Augen zu verlieren”, ergänzt Frau Adler. “Denn der zweite Blick soll ja nicht nur zu einer so genannten Vernunftehe führen.”

Das ehrliche Abklären dieser Erwartungen und Wünsche schafft erst das nötige Vertrauen, das dann zu einer stabilen Beziehung führt – die uns durch’s Leben trägt.

Ehrlichkeit schafft Vertrauen, Vertrauen schafft Wohlbefinden – und alles zusammen führt zu einer glücklichen Partnerschaft – mit oder ohne Trauschein.

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