LH Herbert Sausgruber wird 60

LH Herbert Sausgruber (V) feiert am Montag, den 24. Juli 2006, seinen 60. Geburtstag. Umfragen zufolge ist "Sausi" der mit Abstand bekannteste und beliebteste Politiker im Ländle.

Seit 1997 im Amt, denkt der Landeshauptmann keineswegs ans Aufhören. Auch bei der nächsten Landtagswahl 2009 will Sausgruber wieder antreten.

Sausgrubers Beliebtheit im Ländle ist alles andere als Zufall. Werte, Denkweise und Auftreten des Landeshauptmanns scheinen zum westlichsten Bundesland zu passen: Der Vorarlberger Regierungschef zeigt sich stets offen und freundlich, legt seine Zurückhaltung aber so gut wie nie ab. Auch nach Wahltriumphen bricht Sausgruber – wenigstens in der Öffentlichkeit – nicht in Jubelstürme aus. Sein Humor ist von der feinen Sorte, sein Arbeitseifer sprichwörtlich. In der Sache ist Sausgruber bestimmt und keiner, der seine Position leicht aufgibt.

Der Vorarlberger Landeshauptmann steht für Begriffe wie Bodenständigkeit und Hausverstand, ebenso für wirtschaftlichen Erfolg und geordnete Finanzen. Sausgrubers Vision ist ein wirtschaftlich starkes Vorarlberg mit menschlichem Antlitz. Derzeit bilden vor allem die Jugendarbeitslosigkeit sowie die Bewusstseinsschaffung in der Bevölkerung für eine kinderfreundliche Gesellschaft Arbeitsschwerpunkte. Seine Kritiker im Ländle sprechen ihm freilich jegliche Fähigkeit zur Vision ab. Für sie ist Sausgruber Verwalter, nicht Gestalter.

In Wien ist Sausgruber für seine alemannische Liebe zu größtmöglicher Eigenständigkeit bekannt, als eifriger Verfechter der Rechte der Länder und des Subsidiaritätsprinzips. Der Landeshauptmann will sich damit Gestaltungsspielraum erhalten, was nicht zuletzt bei den Finanzausgleichverhandlungen zum Ausdruck kommt. Den Wert der Solidarität hält Sausgruber aber hoch. Zuletzt versprach er Unterstützung für das hochwassergeschädigte Niederösterreich. Als alemannische Eigenschaft gilt auch Sausgrubers tiefe Heimatverwurzelung. Ihm möglicherweise zugedachte Aufgaben in der Bundeshauptstadt hat er stets abgelehnt.

Sausgrubers Ernennung zum Landeshauptmann am 2. April 1997 war die beinahe logische Konsequenz einer politischen Bilderbuchkarriere: Seit 1972, nach seiner Promotion zum Doktor der Rechte und der Gerichtspraxis, steht Sausgruber im Landesdienst. Die politische Laufbahn begann drei Jahre später, als Sausgruber in seinem Heimatort Höchst (Bezirk Bregenz) in die Gemeindevertretung gewählt wurde.

1979 in den Vorarlberger Landtag gekommen, übernahm Sausgruber bereits 1981 das Amt des Klubobmanns der ÖVP-Fraktion. Seit Oktober 1986 ist Sausgruber Landesparteiobmann der Vorarlberger Volkspartei und hat dort das alleinige Sagen. Droht dem Ansehen der Partei auf Grund interner Streitigkeiten Schaden, verspricht sein Machtwort Heilung – zumindest kehrt anschließend nach außen Ruhe ein. Am 24. Oktober 1989 wurde er erstmals in die Landesregierung berufen, im Mai 1990 zum Landesstatthalter (Landeshauptmannstellvertreter) gewählt. Nach der Landtagswahl 1994 wurde er zum Nachfolger des damaligen Landeshauptmanns Martin Purtscher designiert. 1999 und 2004 wurde Sausgruber als Landeshauptmann wiederbestellt. 2004 eroberte die ÖVP bei der Landtagswahl außerdem die fünf Jahre zuvor erstmals verlorene absolute Mandatsmehrheit zurück.

Sausgruber ist seit 1973 mit seiner Frau Ilga verheiratet und Vater zweier Söhne sowie einer Tochter. Als politisches Vorbild gibt er u.a. den Vorarlberger Alt-Landeshauptmann Ulrich Ilg an. Zum Ausgleich geht Sausgruber täglich joggen.

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