Lüftle" halten Ozon in Schach

Dank der täglichen Luftbewegung am späten Nachmittag hält sich die Ozonbelastung momentan in Grenzen, so Umwelt-Landesrat Erich Schwärzler im "VN"-Interview.

VN: Trotz der hohen Temperaturen steigt die Ozonsäule nicht wie in den früheren Jahren. Freuen Sie sich?
Schwärzler: Ja, selbstverständlich. Nur dürfen wir keineswegs die falschen Schlüsse daraus ziehen. Bisher hatten wir bei anhaltend heißem Wetter immer auch eine hohe Ozonbelastung. Im Sommer 2003 wurde der EU-Informationsgrenzwert an 30 Tagen überschritten. Derzeit haben wir an den Nachmittagen meist Luftbewegungen, welche die abendlichen Ozonspitzen kappen. Und lokal gibt es Gewitter. Die Lüftchen kommen also den Menschen zugute.

VN: Ist der Ausstoß an Vorläuferschadstoffen gesunken?
Schwärzler: Bei den Stickoxiden aus dem Straßenverkehr nicht. Hier fordern wir die EU auf, endlich nur noch Dieselautos auf dem Markt zu zulassen, die einen Partikelfilter eingebaut haben. Das kann nur europaweit passieren. Österreich hat bereits entsprechende Vorstöße gemacht. Man kann darüber diskutieren, ob unsere Ozonmaßnahmen bereits greifen, ich bin da aber nicht so zuversichtlich.

VN: Grenzwerte sind politische Werte. Was sollen die Leute tun, damit wir sie gar nicht erreichen?
Schwärzler: Gerade an heißen Tagen das Auto stehen lassen, auf Bus und Bahn oder das Fahrrad umsteigen. Auch größere Lagerfeuer sollten vermieden werden, vor allem auch wegen der Waldbrandgefahr.

VN: Was tun Sie persönlich?
Schwärzler: Das Fahrrad hilft mir nicht weiter, aber ich nehme gelegentlich den Wälderbus statt des Autos.

VN: Eine Temporeduktion auf der Autobahn – nicht erst ab der Alarmstufe und nicht nur auf ein paar Kilometern, reduziert die Stickoxide, zeigt die jüngste Untersuchung. Warum lassen Sie nicht die Hinweistafeln „Freiwillig Tempo 100“ aufstellen?
Schwärzler: Weil das mit dem Ozongesetz unvereinbar ist. Wir müssten an den Brücken wieder Transparente anbringen. Das kann uns niemand verbieten. Aber ich appelliere an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen.

VN: Wie schaut die Kooperation rund um den See aus?
Schwärzler: Die auf Intiative Vorarlbergs gegründete Arbeitsgruppe hat Analysen durchgeführt. Das Ergebnis wird im September vorliegen, es wird Basis für ein gemeinsames Ozonprogramm.

VN: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen…
Schwärzler: Zum Erfolg führt kein Lift, sondern eine lange Treppe mit vielen Stufen, die zu bewältigen sind.

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