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"Leugnen der Identität verursacht Leid"

Gemeinsam mit seinem Partner Christian (links) und seinem Sohn lebt Sven in Kufstein.
Gemeinsam mit seinem Partner Christian (links) und seinem Sohn lebt Sven in Kufstein. ©handout/ Privat
Schwarzach. Sven Alexander Hofer ist homosexuell - und überzeugter Christ. Mit W&W spricht er über das umstrittene Thema.

Homosexualität und Christentum – ein No-Go? Sven A. Hofer (41), geboren in Bregenz, beweist das Gegenteil.

Wann & Wo: Vor gut dreieinhalb Jahren haben Sie sich geoutet. Wie ist ihr Umfeld damit umgegangen?

Sven Alexander Hofer: In meinem Umfeld gab es keinerlei Probleme damit. Auch nicht mit meinen Söhnen, die mir beide sofort sagten, dass sie zu mir stehen und dass sie mich lieben, so wie ich bin.

Wann & Wo: Wenn Sie jetzt auf ihr Leben zurück blicken: Hatten Sie viele Probleme, weil sie homosexuell sind?

Sven Alexander Hofer: Mit mir selbst hatte ich Probleme. Das Leugnen der eigenen Identität über so viele Jahre verursacht sehr viel inneres Leid.

Wann & Wo: Wie kann man sich das Leben einer Regenbogen-Familie vorstellen?

Sven Alexander Hofer: Man stellt sich einfach ein Paar mit einem Kind vor. So ist auch unsere Familie. Die Herausforderungen dabei sind die gleichen wie sonst auch: den Alltag meistern, Hausaufgaben machen, Geld verdienen und dabei noch genügend Zeit für einander haben.

Wann & Wo: Welche Familienrechte würden sie sich als schwules Paar wünschen?

Sven Alexander Hofer: Genau dieselben wie ein heterosexuelles Paar.

Wann & Wo: Gleichgeschlechtlichen Paaren wird oft vorgeworfen, ihren Kindern würden die männlichen/weiblichen Bezugspersonen fehlen. Wie sehen Sie das?

Sven Alexander Hofer: Bezugspersonen sind alle Menschen, zu denen ein Kind Beziehung hat. Dabei geht es um Liebe, Wärme, Geborgenheit, Wertschätzung, etc. Weibliche Bezugspersonen können auch zum Beispiel die Oma, eine Lehrerin, die Mutter eines Freundes, Tanten, Cousinen, oder auch Freundinnen der Familie sein. In unserem Fall hat unser Sohn auch seine Mutter, zuder er Kontakt hat.

Wann & Wo: Christentum und Homosexualität sind für viele ein Widerspruch.

Sven Alexander Hofer: Ich sehe diesen Widerspruch nicht, denn ich habe Gott sehr emotional erfahren. Das oberste Gebot Jesu ist das Doppelgebot der Liebe. In diesem lebe ich meinen Glauben und meine Partnerschaft. Das eine schließt das andere für mich nicht aus. Widersprüche ergeben sich dann höchstens aus den Lehren mancher Kirchen, die mir oft zu rationell angelegt
scheinen.

Wann & Wo: Was steckt Ihrer Meinung nach hinter einer homophoben Haltung vieler Christen?

Sven Alexander Hofer: Viele Christen haben die jahrhundertealten Dogmen ihrer Kirchen einfach verinnerlicht. Lange schon wird Homosexualität in der Lehrmeinung vieler Kirchen unter Zuhilfenahme einiger weniger Bibelverse, die so klar aber gar nicht zu lesen sind, verurteilt. Ob diese Verurteilung gerechtfertigt ist, wird leider von den Christen dann oft gar nicht hinterfragt, obgleich selbst die Bibel in Hinsicht auf das Reden der Propheten einmahnt: „Prüfet alles und behaltet das Gute.“

Wann & Wo: Papst Franziskus gilt in Bezug auf Homosexualität als relativ fortschrittlich. Wie sehen Sie das?

Sven Alexander Hofer: Es ist für einen Papst jedenfalls fortschrittlich, Menschen nicht mehr zu verurteilen, nur weil sie homosexuell sind. Dabei sollte ihnen aber nicht im selben Moment das Leben und Gestalten ihrer Liebe abgesprochen werden, denn ich kann und darf Gott jeden Tag auch in meiner homosexuellen Beziehung suchen, erfahren, erleben. Die Geschlechter spielen für meine Beziehung zu Gott keine Rolle.

»“…denn ich kann und darf Gott jeden Tag auch in ­meiner homosexuellen Beziehung suchen, erfahren, erleben. Die Geschlechter spielen für meine Beziehung zu Gott keine Rolle.” Sven Alexander Hofer«

Infos

Am Freitag, den 4. März, gibt es in St. Arbogast eine Veranstaltung des Arbeitskreises Dahop: „Ich bin was ich bin“
19.30 Uhr: Queergottesdienst
20 Uhr: Lesung mit Sven ­Alexander Hofer
Veranstaltungsort: Bildungshaus St. Arbogast, Montfortstraße 88, Götzis
Weitere Infos

Dahop Vorarlberg: Gegen Diskriminierung

Seit einem halben Jahr gibt es in der Diözese Feldkirch eine Arbeitsgruppe, die für das Thema Homosexualität zuständig ist – Dahop Vorarlberg. Sie sieht ihre Aufgabe neben persönlicher Begleitung und Beratung vor allem im Ermöglichen von Begegnungen und in der Organisation von Bildungsangeboten, die dem Abbau von Vorurteilen und von Diskriminierung dienen sollen.
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