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"Letzte Generation" Deutschland will nicht mehr kleben

Österreich-Ableger manchmal mit manchmal ohne Kleber
Österreich-Ableger manchmal mit manchmal ohne Kleber ©APA/LETZTE GENERATION ÖSTERREICH
Nach gut zwei Jahren Straßenblockaden mit festgeklebten Aktivisten will die Klimaschützer-Gruppe "Letzte Generation" in Deutschland damit aufhören. "Unignorierbar" werde der Protest aber bleiben: "Ab März werden wir zu ungehorsamen Versammlungen im ganzen Land aufrufen. Statt uns in Kleingruppen aufzuteilen und Straßenblockaden zu machen, werden wir gemeinsam mit vielen Menschen ungehorsame Versammlungen machen", teilte die Gruppe am Montag in Berlin mit.

Die "Letzte Generation" in Österreich kündigte indes an, ihre Proteste weiterführen - "manchmal mit Kleber, manchmal ohne wie z.B. unlängst in Schladming", hieß es in einem Statement gegenüber der APA. "Ab dem 26. Februar werden wir wieder auf den Straßen Wiens protestieren. Am Samstag, den 2 März, laden wir alle Menschen zum Großprotest vor dem Museumsquartier ein", sagte die Sprecherin Marina Hagen-Canaval (27).

Sie wandte sich auch an Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP): "Wenn er endlich beginnt, die Klimakrise wie eine Krise zu behandeln und die Forderungen des Klimarates umsetzt, protestieren wir im Februar nicht." Zuletzt nutzte die Gruppe am vergangenen Mittwoch das Nightrace im alpinen Ski-Weltcup in Schladming zu einer Protestaktion. Beim Großprotest Anfang März wollen die Aktivisten und Aktivistinnen dann mindestens 100 Leute zusammenbringen, die bereit sind, sich - egal ob angeklebt oder nicht - festnehmen lassen.

Das "Kapitel des Klebens und der Straßenblockaden endet damit", hieß es indessen aus Deutschland. Hier wolle man "die Verantwortlichen für die Klimazerstörung in Zukunft verstärkt direkt konfrontieren" und dazu Politiker und andere Entscheider "öffentlich und vor laufenden Kameras zur Rede stellen", hieß es weiter. "Zum anderen werden wir verstärkt Orte der fossilen Zerstörung für unseren Protest aufsuchen, so wie es in der Vergangenheit schon bei Protesten an Öl-Pipelines, Flughäfen oder dem Betriebsgelände von RWE der Fall war."

Am 24. Jänner 2022 hatte die Gruppe in Deutschland ihre Straßenblockaden für eine radikale Klimawende begonnen. Dazu kamen Proteste in Museen, Stadien, Ministerien. 550 Aktionen zählte allein die Polizei Berlin im vergangenen Jahr, die Staatsanwaltschaft der Hauptstadt hat inzwischen 3.700 Verfahren geführt. Viele Betroffene empörten sich über die Aktivisten, selbst Grünen-Politiker hielten ihr Vorgehen für kontraproduktiv. Doch seit einiger Zeit ist es merklich stiller um die Letzte Generation. Sie steht im Schatten der lautstarken Bauernproteste und nun auch der großen Demonstrationen gegen Rechtsextremismus. Ihre nächste geplante "Massenblockade" am 3. Februar sagte sie zugunsten einer Aktion gegen rechts ab.

Bei der "Letzten Generation" in Österreich gab es jedoch im November 2023 einige Umwälzungen. Teile des Führungsteam rund um Martha Krumpeck traten von den leitenden Positionen in der Gruppe zurück, um sich vermehrt verschiedenen Bürgerprotestbewegungen zuwenden. Die Gruppe um Krumpeck gab an, künftig regionalen Widerstand unterstützen.

(APA/dpa)

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