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"Lernsieg"-App will keine Schülerdaten verkaufen

Die App "Lernsieg" verstößt nicht gegen den Datenschutz.
Die App "Lernsieg" verstößt nicht gegen den Datenschutz. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Nach dem Sieg der Lehrerbewertungsapp "Lernsieg" vor Gericht gibt es weiterhin Kritik am Umgang mit den Nutzerdaten. Der Wiener Erfinder Hadrigan schließt eine kommerzielle Verwendung allerdings aus.
"Lernsieg" verstößt nicht gegen Datenschutz
App nach Hassnachrichten offline

Die Bewertung von Lehrern durch die App "Lernsieg" ist laut Datenschutzbehörde und einem Rechtsgutachten für das Bildungsministerium grundsätzlich zulässig. Kritik gibt es aber weiter am Sammeln von Schülerdaten, für die Lehrergewerkschaft ist die Gratis-App überhaupt eine große "Handynummernsammelaktion". App-Erfinder Benjamin Hadrigan schließt den Verkauf von Schülerdaten allerdings aus.

"Wir haben den Verkauf von Schülerinnen- und Schülerdaten nie geplant, planen ihn jetzt nicht und schließen ihn auch für die Zukunft hundertprozentig aus", betont er am Dienstag in einer Stellungnahme gegenüber der APA. Man müsse zwar "in einem bestimmten Rahmen" Geld lukrieren, um den laufenden Betrieb der App zu finanzieren. "Lernsieg" ist für Hadrigan aber kein Projekt, mit dem Geld verdient werden soll. Mit der App, bei der Lehrer und Schulen ähnlich wie bei Plattformen wie Uber oder Airbnb in mehreren Kategorien mit ein bis fünf Sternen bewertet werden können, wolle er Schülern in der Bildungspolitik eine stärkere Stimme geben.

"Lernsieg"-App: Hassnachrichten gegen 18-Jährigen

Die App war Mitte November veröffentlicht worden, nur vier Tage nach dem Start wurde sie allerdings wegen Hassnachrichten gegen den 18-jährigen Erfinder offline genommen. Derzeit wird nach wie vor am Neustart der App gearbeitet. Geplant ist dieser laut einem Sprecher "auf jeden Fall noch in diesem Schuljahr, hoffentlich in den nächsten acht Wochen". Die Neuerungen sollen dann bei einer Pressekonferenz vorgestellt werden.

Grund für die Verzögerungen ist laut dem Sprecher eine breitere Aufstellung des Projekts, konkret die "Einbindung von Schülerinnen und Schülern, Schülergruppen und Schülervertretungen in alle Entscheidungsprozesse". Auch mit der Bundesschülervertretung, die die App ursprünglich sehr skeptisch aufgenommen hat, sind die App-Macher in Kontakt, wie Bundesschulsprecherin Jennifer Uzodike bestätigt. Dieses neue Schülergremium soll künftig auch in alle kaufmännischen Entscheidungen bei "Lernsieg" eingebunden werden, etwa ob und welche Werbung in der App akzeptiert wird und ob neue zahlungspflichtige Tools eingeführt werden, etwa die Möglichkeit, dass sich Schulen über ein kostenpflichtiges Profil selbst präsentieren.

Handynummern gegen mehrfache Stimmabgabe

Die Kritik daran, dass Schüler sich bei der App mit ihrer Handynummer registrieren müssen, weisen die Macher zurück. Die Idee sei nicht nur, Manipulation durch mehrfache Stimmabgabe zu verhindern. Dadurch sollen laut dem Sprecher Nutzer künftig auch etwa per Push-Nachrichten auf Weiterentwicklungen aufmerksam gemacht werden. Immerhin sei die Idee von Erfinder Hadrigan, dass die App "Lernsieg" das Kernstück eines "digitalen Bildungsuniversiums für Schüler" werden soll.

Für die App wurde eine Datenbank mit rund 90.000 Lehrern und den entsprechenden Schulen angelegt. Dort können Schüler ihre Pädagogen ab der AHS-Unterstufe bzw. Neuen Mittelschule (NMS) in Kategorien wie Unterricht, Fairness oder Pünktlichkeit bewerten und bei weniger als fünf Sternen in vorgegeben Unterkategorien konkretisieren, welche Mängel es gibt. Für jede Schule gibt es dann ein Ranking der "besten" Lehrer und neben dem jeweiligen Schulprofil auch ein Ranking der zehn besten Schulen in Kategorien wie Lehrangebot oder Neue Medien. Eine Kommentarfunktion hat die Anwendung nicht, um Diffamierung auszuschließen.

(APA/red)Nach

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