Leipzig und BVB sauer auf Champions-League-Schiedsrichter

Für seine Kritik erhielt Marsch während des Spiels die Gelbe Karte
Für seine Kritik erhielt Marsch während des Spiels die Gelbe Karte ©APA/AFP
Es ist weiter nicht die Saison der deutschen Clubs in der Fußball-Champions-League - mit Ausnahme von Bayern München. Dortmund kassierte am Mittwoch mit einem 1:3 gegen Ajax Amsterdam eine bittere Heimniederlage, nachdem Mats Hummels eine umstrittene Rote Karte erhalten hatte. RB Leipzig spielte gegen Paris Saint-Germain zwar stark, es reichte aber nur zu einem Last-Minute-2:2. Trainer Jesse Marsch beklagte nachher lautstark fehlenden Respekt des Schiedsrichterteams.

Der US-Amerikaner, in der vergangenen Saison noch in Salzburg tätig gewesen war, warf hat dem schwedischen Schiedsrichter Andreas Ekberg Parteilichkeit vor. "Ich war wirklich böse von Anfang an über die Leistung des Schiris. Ich habe oft erlebt, dass die großartigen Vereine allen Respekt von den Schiris bekommen, aber nicht die kleinen. Der einzige Weg, es zu ändern, ist das Eskalieren meiner Emotionen", sagte Marsch auf der Pressekonferenz nach dem 2:2, das dank eines Elfmeters in der 92. Minute von Dominik Szoboszlai zustande kam.

Leipzig war durch Christopher Nkunku nach sieben Minuten in Führung gegangen, dann aber vergaben ÖFB-Teamspieler Konrad Laimer und Co. einige Möglichkeiten. Unter anderem scheiterte Andre Silva in der 12. Minute mit einem Elfmeter. "Ich glaube, am Anfang waren wir sehr gut drinnen. Wir haben sehr viele Chancen gehabt, was verwunderlich war. Du musst dich dann einfach auch belohnen für die ersten 20 Minuten, so wie wir gespielt haben. Wenn es da 4:0 steht, dürfen die sich auch nicht beschweren", sagte Laimer im ServusTV-Interview.

Nach dem Doppelpack von Georginio Wijnaldum (21., 39.) stand es hingegen lange 2:1 für die Gäste. "Die kommen zwei Mal vor das Tor und machen zwei Tore. Das ist die Qualität, die die haben", kommentierte Laimer diesen Umstand. Am VAR-Team konnten die Leipziger nichts auszusetzen haben, schließlich gab es erst nach dem obligaten Check am Schluss den Elfmeter, den Szoboszlai - ein weiterer Ex-Salzburger - ins Netz schoss. Der meistens gut gelaunte Marsch war aber schon davor laut eigenen Angaben stocksauer. Für seine offenbar deutlichen Worte in Richtung der Offiziellen hatte er in der 30. Minute die Gelbe Karte gesehen.

"Es war in vielen Momenten wie, als möchte er ein Autogramm von Neymar nach dem Spiel. Ganz ehrlich, ich weiß, dass es hier super ist in Leipzig, Neymar, Di Maria und Mbappé, ein Superspieler, aber lass uns ein richtig normales Spiel haben, wo alle sagen können: okay, es war fair", erklärte der RB-Cheftrainer. "Ich habe auch mit dem vierten Offiziellen geredet, ich habe jetzt eine Wahl: Entweder sitze ich hier und nehme alles von euch oder ich zeige Emotionen und probiere mehr Respekt vom Schiri zu kriegen."

Borussia Dortmund war über die Leistung der Referees bei der verpassten Revanche gegen Ajax Amsterdam ebenfalls empört. Für den ausgeschlossenen Abwehrchef Hummels war es eine "absurde Fehlentscheidung", für Trainer Marco Rose "maximal bitter". Im Bestreben, sich für das peinliche 0:4 von Amsterdam zu revanchieren, schien der BVB auf gutem Weg, wurde aber vom englischen Referee Michael Oliver bereits in der 29. Minute ausgebremst. Er ahndete das auf den ersten Blick rüde Foul von Hummels an Ajax-Juwel Antony mit einem Platzverweis, in der zweiten Hälfte kippte das Spiel.

Dass der Video-Assistent keine schwerwiegende Fehlentscheidung erkannte und der Schiedsrichter daher auch seine Entscheidung nicht selbst überprüfen wollte, echauffierte die Gastgeber. "Ich habe keine Ahnung, wie man Rot geben kann. Wie man als Schiedsrichter auf Champions-League-Niveau auf diese Idee kommen kann", klagte Hummels. "Wenn man in der heutigen Zeit die Möglichkeit hat, Fehler zu korrigieren und wenn das aus unerklärlichen Art und Weise vertan wird, dann ist das für mich schwer nachvollziehbar. Dann läuft irgendwas falsch im Fußball", monierte Rose.

Dortmund prüft nun einen Einspruch. "Der Schiedsrichter, das muss man deutlich so sagen, hat den Verlauf maßgeblich beeinflusst. Wir prüfen die rechtliche Lage, weil es sich aus unserer Sicht um eine klare Fehlentscheidung handelt", sagte BVB-Lizenzspielerchef Sebastian Kehl.

Amsterdam schaffte durch den Sieg vorzeitig den Aufstieg ins Achtelfinale, der BVB hat als Zweiter - punktegleich mit Sporting Lissabon - noch alle Chancen. Die Chancen, dass Goalgetter Erling Haaland dabei mithelfen wird, stehen übrigens eher schlecht. "Es ist ein Bonus, wenn er vor Weihnachten ein paar Spiele bekommt, aber das ist ziemlich unsicher", sagte sein Vater Alf-Inge Haaland dem norwegischen Sender TV2. "Wir müssen einfach von Tag zu Tag sehen, ob es eine Besserung gibt." Der 21-Jährige Haaland, der von Österreichs Meister Salzburg gekommen war, muss derzeit wegen einer Hüftverletzung pausieren.

Für Leipzig hingegen ist mit nur einem Zähler auf dem Konto das Überwintern in der Champions League rechnerisch unmöglich geworden. Es geht allerdings noch um den dritten Platz, der den Umstieg in die Europa-League-Finalphase bringen würde. "Jetzt haben wir endlich einmal angeschrieben in der Gruppe. Wir haben uns die Chance am Leben erhalten, dass wir im Frühjahr international spielen, und das ist sehr wichtig für uns", sagte Laimer.

(APA/dpa)

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