Lehrstellen-Rekord im Ländle

Dornbirn - Erstaunlich "krisenresistent" zeigt sich zum Jahresauftakt der Vorarlberger Lehrstellenmarkt.

Jene 8049 Lehrlinge, die per 31. Dezember 2008 in 2314 Lehrbetrieben im Land ausgebildet wurden, bedeuten einen Anstieg um 131 Köpfe bzw. 1,7 Prozent verglichen zu Ende 2007 bzw. den höchsten Stand seit über 20 Jahren.

Wirtschaftskammer-Präsident Manfred Rein, Arbeiterkammer-Präsident Hubert Hämmerle und Landesrat Mag. Karlheinz Rüdisser werteten dies heute bei einer Veranstaltung im „Vorzeige-Ausbildungsbetrieb Hase & Kramer” (Rein) als Beweis dafür, dass sich einerseits unsere Betriebe durch verantwortungsbewusste Fachkräfteausbildung schon jetzt für die Zeit nach der Krise wappnen, dass andererseits jene Investitionen Früchte tragen, die von Land, Sozialpartnern und Unternehmen seit Jahren in die Breite und in die Qualität der Ausbildung getätigt werden. Eben weil die duale Lehrausbildung im Land so hohes Niveau aufweise und eine erfolgreich absolvierte Lehre attraktive Berufsperspektiven verheißt, habe Vorarlberg mit 50,4 Prozent der Jugendlichen die höchste Lehrlingsquote österreichweit. Mit einem neu konzipierten Lehrlings-Coaching soll, so Präsident Rein, vor allem verhindert werden, dass junge Menschen angesichts von Problemen ihre Berufsausbildung abbrechen.

Der wahlkämpfende AK-Chef Hämmerle versicherte, die letztes Jahr installierte Möglichkeit der Lehrlingskündigung weiter bekämpfen zu wollen – „vor allem, indem wir den Beweis führen, dass mit Problemfrüherkennung und professioneller Begleitung des ,Sorgenkindes’ es erst gar nicht zur Eskalation in Gestalt der Kündigung kommen muss”. Ebenfalls ins Zeug legen will sich der AK-Präsident in Sachen Lehrlingsfreifahrten (zur Arbeit, zur Berufsschule, zum Blockunterricht in anderen Bundesländern) – hier sind die Auszubildenden im Vergleich zu Schülern/Studenten seit vielen Jahren massiv diskriminiert, leisten enorme Selbstbehalte. Für eine Entschärfung, besser: Abschaffung dieser Ungleichbehandlung möchte Hämmerle Sozialminister Hundstorfer gewinnen.

Der neue Wirtschafts-Landesrat Rüdisser verwies auf das heuer mit insgesamt 10 Mill. Euro dotierte Jugendbeschäftigungsprogramm des Landes. Das Ausbildungszentrum Vorarlberg erhöht heuer seine Kapazitäten und offeriert neben Metall- und Holz-Ausbildung erstmals auch eine Logistik-Schiene. Ein von Land, BIFO und AMS getragenes Projekt „Chancen-Pool” geht jenen Jugendlichen mit spezieller Unterstützung zur Hand, die unmittelbar vor Pflichtschulabschluss noch ohne Ausbildungsplatz dastehen. Schließlich wurde erst in der heutigen Regierungssitzung eine SMS-Börse beschlossen: „Sie versorgt alle Jugendlichen, die Interesse bekunden, mit Infos und Kontaktdaten über freie Lehrstellen, die von Firmen ins Internet gestellt wurden (kostenlos). Wir möchten damit nicht zuletzt Mädchen für technische Berufe begeistern”, nannte Rüdisser ein weiteres Ziel der regionalen Lehrausbildungs-Politik, zumal sich nach wie vor die Hälfte aller weiblichen Lehrlinge auf drei Berufe konzentriert.

 

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